Demografie im Mittelpunkt des ersten „Stadtteilgesprächs”

Von: Stefan Schaum
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Wie packen wir den demografisc
Wie packen wir den demografischen Wandel? Mit der Ideensammlung begann Bürgermeister Alfred Sonders in Warden. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Warden hat gesprochen: Auch hier wird sich einiges tun müssen, damit die Dorfgemeinschaft im Zuge des demografischen Wandels nicht auf der Strecke bleibt! Dennoch fielen zum Auftakt der „Stadtteilgespräche” nur wenige harte Worte.

Bürgermeister Alfred Sonders wird darauf gehofft haben. Schließlich hatte er zur Eröffnung der Diskussionsabende, die ihn bis Mitte 2013 durch alle Stadtteile führen werden, einen Ort ausgewählt, der jüngst kräftig gewachsen ist.

Dank der Neubaugebiete am Müschekamp, die seit 2005 nicht mehr Hoengen sondern Warden zugerechnet werden, hat der Stadtteil ordentlich zugelegt. Von 1716 Einwohnern im Jahr 2000 auf 2750 im Jahr 2010. Diese Zahlen lasen sich gut in der Präsentation, die als Einstieg in das Diskussion diente. Gleichwohl sollten sie nicht darüber hinwegtäuschen, „dass auch in Warden die Zahl der älteren Menschen deutlich zunehmen wird, während die jüngeren weniger werden”, sagte Dezernent Stephan Spaltner, der Sonders mit einigen anderen Kollegen der Verwaltung begleitet hatte.

Bitte keine Gullydeckel

Gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, um die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft zu meistern - das soll Kern der Gesprächsabende sein. „Wer über Dinge wie wackelnde Gullydeckel meckern will, sollte besser in die Bürgersprechstunde kommen”, stellte Sonders eingangs klar. Natürlich gab es diesbezüglich dennoch einiges, was die Wardener - gut 50 waren ins Johannesheim gekommen - bei dieser Gelegenheit loswerden wollten. Der Wilde Müll - vornehmlich am Ortsausgang in Nähe der Mülldeponie - zu wenig Spielplätze und das ein oder andere Schlagloch wurden genannt und von den Verwaltungsmitarbeitern als Hinweise notiert. „Wir schauen immer auch nach Warden”, versicherte Sonders, „und wir werden dort alles tun, was machbar ist”.

Dass die klamme Kommune dabei schnell an finanzielle Grenzen stößt, verschwieg er nicht. „Die Stadt kann allein nicht dafür sorgen, dass künftig niemand durch das soziale Netz fällt und dass die alleinlebende Oma sich in ihrem Haus versorgen kann.” Schnell wurde deutlich: Ehrenamtlicher Einsatz schwebt ihm dabei vor, die gute alte Nachbarschaftshilfe. „Niemand erwartet, dass einer sich für alle aufopfert - aber jeder sollte einen kleinen Teil dazu beitragen, dass alle auch in 20 Jahren noch gut leben können.”

Einkaufshelfer für Senioren, Unterstützer bei der Gartenarbeit - hierfür kämen die Vereine in Betracht sagte Sonders und hatte die Betroffenen gleich im Blick, denn vornehmlich Vereinsvertreter waren der Einladung gefolgt. Ob die anbeißen und auch die Seniorenarbeit zu ihrer Aufgabe machen? Das wird sich zeigen. „Auch wir haben große Probleme, neue und junge Mitglieder zu finden”, brachte es ein Besucher auf den Punkt. Soll heißen: Auch die Vereine werden immer älter. Hier bringt auch der Müschekamp keine Besserung. „Die orientieren sich nicht in Richtung Warden”, hieß es, „die wissen meist gar nicht, dass sie zu uns gehören.”

Man muss am Ball bleiben

Man müsse am Ball bleiben, um Menschen für den Einsatz zu gewinnen, impfte Sonders während der gut zweistündigen Diskussion den Anwesenden mehrfach ein. „Ich bin zuversichtlich, dass Alsdorf die Herausforderungen des demografischen Wandels nicht meistert. Wir haben schon andere Änderungen verkraftet. Aber wir müssen uns jetzt aufraffen und Wege finden.” Das neu eingerichtete Generationenbüro soll dabei als Anlaufstelle dienen. Das Büro wurde begrüßt - nicht aber dessen Lage.

Über mangelnde Erreichbarkeit so mancher Einrichtung in Alsdorf-Mitte klagten einige an diesem Abend. Diese Kritik wird Alfred Sonders sich wohl noch auf einigen „Außenposten” gefallen lassen müssen. Abhilfe kann er nicht anbieten. „Wir können nun mal nicht in jedem Stadtteil alles anbieten. Und die Transportkosten können wir auch nicht schultern.” Es wird eben nicht alles machbar sein - das wurde am Abend deutlich. Aber für den Versuch will Sonders weiterhin werben.

Als nächstes wird Alfred Sonders Schaufenberg besuchen. Auch um Bettendorf soll es an diesem Stadtteilgespräch-Abend gehen, der am Montag, 3. Dezember, 19.30 Uhr im Schulgebäude an der Engelstraße beginnt.
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