„Deckel drauf“: Polio mit Plastik-Getränkestopfen den Kampf ansagen

Von: Yannick Longerich
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Mit der Aktion „Deckel drauf“ unterstützen der Rotary-Club Aachen-Nordkreis in Kooperation mit der Recycling-Börse Herzogenrath den Kampf gegen Polio. 500 Hartplastikstopfen ergeben hierbei eine Schluckimpfung. Foto: Yannick Longerich.

Herzogenrath. Menschen beschäftigen und bilden – das war und ist die Kernthese im Merksteiner Gebrauchtwarenkaufhaus „Patchwork“ von Beginn an. Die Geschichte der sozialen Bewegung des Fördervereins „Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region“ folgte laut Wilfried Hammers – Vorsitzender seit der Gründung 1990 – immer der Devise, dass soziale Integration der Grundstein für eine erfolgreiche Re-Integration auf dem Arbeitsmarkt sei.

„Unser Projekt wird leider nie von selbst aufhören, das gibt die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt-Sektor leider nicht her“, erläuterte Hammers. Die stetige Verknüpfung von lokaler Ökonomie und Ökologie sei zukunftsweisend

Zusammen mit Stellvertreter Hans-Michael Peinkofer steht er zum Geburtstagsfest des Vereins wieder an vorderster Front und wirbt für das umfangreiche Programm:. „In unserer Tradition stehend, werden sowohl die handwerklichen Tätigkeiten der Menschen, als auch die soziale Bewegung für eine sich stetig weiterentwickelnde Gesellschaft im Vordergrund der Feierlichkeiten stehen.“ Das laut Peinkofer „bewusst optimistisch anpackende“ Motto in diesem Jahr lautet „Im Handumdrehen kann Neues entstehen“.

Zusammen mit dem Rotary-Club Aachen Nordkreis wird unter anderem die Aktion „Deckel drauf“ gestartet, die sich dem Sammeln von Plastik-Getränkestopfen zugunsten von Polio-Schluckimpfungen widmet. 500 Hartplastik-Stopfen ergeben jeweils eine lebensrettende Dosis. Unterstützend tritt auch das Bistum Aachen auf, welches rund 50 Projekte gegen Langzeitarbeitslosigkeit in der Region fördert. Heinz Backes erläuterte: „Das Thema ist leider aktuell in den Medien kaum vertreten, das Bistum möchte die Leute hierfür sensibilisieren.“

Die seit Mitte der 80er bestehende „Soli-Kollekte“ sei ein wichtiger Motor, wobei laut Backes die Begeisterung dort am größten sei, wo Projektträger auch aktiv sind. Für alle Eventualitäten sind die Verantwortlichen gerüstet, selbst schlechtes Wetter wird der Geburtstagsfeier keinen Strich durch die Rechnung machen. Eine „Klagemauer“ gegen Altersarmut und ein „Demokratie-Bus“ als Einstimmung auf die bevorstehenden Landtagswahlen sind nur zwei weitere von vielen ernsten Themen, die Hammers und Peinkofer präsentieren wollen.

Die Arbeit des Vereins im Ökologie-Sektor wird natürlich beeinflusst von der allgegenwärtigen Tihange-Doel-Problematik. Das Aktionsbündnis „Stop Tihange + Doel“ wird bei den Feierlichkeiten breit vertreten sein. Markus Maaßen, Verantwortlicher für die Aktion „Kettenreaktion Tihange“ – am 25 Juni protestiert die Bewegung mit einer Menschenkette gegen die maroden Meiler – strebt eine Vernetzung der Nordkreisregion mit der gesamten „Anti-Tihange-Provinz“ an: „Wir möchten Druck auf die Politik aufbauen, um die Sicherheit unserer Region sicher zu stellen. Dies kann nur mit einem grenzübergreifenden Schulterschluss aller Beteiligten geschehen. Das Geburtstagsfest des Vereins „Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region“ findet statt am Sonntag, 7. Mai, von 11 bis 18 Uhr im Gebrauchtwarenkaufhaus „Patchwork“, Kirchrather Straße 141-143, Merkstein.

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