Dealer aus Baesweiler packt vor Gericht aus

Von: Heike Ahlen
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Baesweiler/Mönchengladbach. Es war nicht ganz alltäglich, was die Richter am Landgericht Mönchengladbach jetzt mit einem 26-Jährigen aus Baesweiler erlebten. Der Mann war wegen „unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen“ angeklagt.

Hinter der sperrigen Amtsdeutsch-Formulierung verbirgt sich der Kauf, Besitz und Weiterverkauf von Marihuana. Angeklagt waren fünf Taten im April und Mai 2013, bei denen der 26-Jährige jeweils 50 Gramm an einen Mann verkauft haben soll, der selbst auf seinen Prozess wartet.

Zwischen August und Anfang Oktober 2013 listete die Anklage vier Fälle auf, in denen er jeweils mindestens ein Kilo Marihuana von einem niederländischen Dealer gekauft und in seiner Wohnung zum Weiterverkauf portioniert haben soll. Für den Handel mit nicht geringen Mengen sieht das Strafrecht Freiheitsstrafen von nicht unter einem Jahr vor. Kommt die Einfuhr aus einem anderen Land hinzu, sind es schon zwei Jahre.

In diesem Fall erwies sich noch als erschwerend, dass man in seiner Wohnung eine funktionstüchtige Gaspistole fand, denn wenn Waffen in Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelhandel stehen, erhöht sich das Strafmaß auf mindestens fünf Jahre.

„Ich will raus aus dem Milieu“

Dass trotzdem die Staatsanwaltschaft schon nur drei Jahre und zehn Monate Haft beantragte und die Richter am Ende ein Urteil von drei Jahren verhängten, geht auf den Paragrafen 31 des Betäubungsmittelgesetzes zurück. Wer nämlich freiwillig zur Aufklärung anderer Straftaten oder gar zur Verhinderung von geplanten Straftaten beiträgt, indem er den Ermittlungsrichtern erzählt, was er weiß, der kann nach diesem Paragrafen mit Strafmilderung rechnen. Und das hat der Angeklagte getan.

In seinem Schlusswort vor der Verkündung des Urteils nahm er darauf noch einmal Bezug. „Es war der größte Fehler meines Lebens“, erklärte er den Richtern. Er wolle das Drogen-Milieu endgültig verlassen, deshalb habe er 80 Namen genannt – darunter den eines Mannes, der wegen versuchten Polizistenmordes gesucht worden sei.

Er habe in der Untersuchungshaft erlebt, dass Gefängnis etwas ganz anderes als Jugendhaft sei, die er früher verbüßt habe. Er sei süchtig gewesen und habe deswegen mit dem Marihuana gehandelt. Er wolle aber neu anfangen, deshalb habe er auch nach Kräften versucht, an der Aufklärung anderer Straftaten mitzuwirken.

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