Das Wissen mit anderen teilen

Von: Karl Stüber
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Maßgeschneidert am Standort Alsdorf: Firmenchef Rolf Steffen schaut seinem Anlagentechniker Sebastian Meisler bei der Montage eines Kühlsystem-Moduls über die Schulter. Foto: Stüber

Alsdorf. Mit einer Werkzeugkiste und seinem Privatwagen hat er sich 1983 selbständig gemacht. Nun ist Rolf Steffen Vorstand und Hauptaktionär der „Team Steffen AG - Innovation und Service für Gebäude- und Industrietechnik” mit Sitz an der B 57 in Alsdorf.

57 Mitarbeiter plus vier Leiharbeiter zählt sein Unternehmen, von denen er jetzt wieder welche übernimmt. Elf Auszubildende für den Bereich Heizung-Sanitär gehören zu seinen Leuten. Da schwingt ein wenig Stolz mit, wenn er erzählt.

Er spricht aber auch von Verantwortung für die Firma und für die Allgemeinheit. Er will, ja er muss weiter expandieren. Für die Fertigung von Komponenten hat er auf dem Gelände zusätzlich Container aufstellen müssen. Sicherlich nur ein Provisorium. Steffen hat Pläne und hegt Visionen für das eigene Unternehmen - und denkt auch darüber nach, wie sich Alsdorf weiter entwickeln kann. Gerne wäre er der Einladung des Fördervereins Stadtmarketing Alsdorf und unserer Zeitung gefolgt, als Referent beim 1. Alsdorfer Stadtgespräch zum Thema „Das neue Alsdorf” teilzunehmen. Aber da hält er einen Vortrag vor anderen Unternehmern.

Und wie sieht der erfolgreiche Geschäftsmann das neue Alsdorf? Nach der letzten Kommunalwahl ist viel geschehen, hat er beobachtet. Die Stadt ist auf dem richtigen Weg, betont er. Er ist geborener Alsdorfer und fühlt sich auch so. Sein Vater schuftete Jahrzehnte lang in Alsdorf im Bergbau. „Ich fühle mich Alsdorf und seiner Geschichte verbunden.”

Das sieht er als passionierter Flieger schon mal gerne von oben an. Dann hat er Zeit zum Nachdenken, über den Standort Alsdorf, dem er gerne treu bleiben würde. Der Globalisierung kann man nicht aus dem Wege gehen, weiß er. Er hat die Bedingungen in Russland und China kennen gelernt und weiß: „Internationalisierung ist kein Allheilmittel”. Die Basis muss stimmen, der Standort, von dem alles ausgeht. „Geschäfte werden von Menschen gemacht. Das bedeutet, Vertrauen muss geschaffen werden.”

Sein Rat als Mittelständler: Nicht nur auf die Großen und auf große Lösungen setzen. Ein dichtes Netz von kleinen und größeren Firmen ist wichtig. Vielleicht letztlich auch ausschlagggebend für die Ansiedlung eines ganz Großen, aber ohne davon abhängig zu werden. Die Lehren aus dem Zwischenspiel Mitsubishi und dem langjährigen Monopolisten EBV sollten nicht ohne Folgen bleiben.

Vom Bundeswirtschaftsministerium wurde sein Unternehmen für exzellente Wissensorganisation ausgezeichnet. Mit Know-how offen und konstruktiv umzugehen, sieht er auch als Chance für die Weiterentwicklung von Alsdorf. „Man kann eine Region intensiv fördern, indem man Wissen von Unternehmen zugänglich macht. Das darf nicht nur als Betriebskapital angesehen werden und wie ein Betriebsgeheimnis angesehen werden”, hat er gute Erfahrungen gemacht.

Dafür sei keine zentrale Datenbank vonnöten. „Im Dialog liegt die Stärke”, setzt er auf direkten Austausch auf allen Kanälen, via Internet und per Echtzeit-Video-Konferenz. So könne das Wissen in Alsdorf und über die Stadt miteinander verknüpft werden. „Nur etwas erfahren wollen, ohne etwas zu sagen ist da aber fehl am Platz”, müsse jeder etwas beitragen.
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