Das „Nein-Gefühl” soll vor Missbrauch schützen

Von: Stefan Schaum
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Lass mich los, ich will das n
Lass mich los, ich will das nicht! In Spielszenen haben Nadja Sinzig und Sven Homes den Grundschülern gezeigt, wann sich das „Nein-Gefühl” einstellt. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Oma immer. Nimmt ihr altes Taschentuch, spuckt rein und wischt dem Enkel die Wange damit ab. Bääh! „Das mag ich überhaupt nicht, das ist ganz fies”, sagt eines der Kinder und ein paar andere nicken sofort. „Das soll die nicht machen!”

Was die Ofdener Grundschüler gerade spüren, ist das „Nein-Gefühl”. Das steigt immer dann in ihnen auf, wenn sie etwas nicht wollen. Wie sie mit dem Gefühl umgehen - und das sie es auch äußern sollen -, bringen ihnen Schauspieler einer Theaterpädagogischen Werkstatt aus Osnabrück nahe. Aus gutem Grund. Denn dieses Gefühl schützt sie nicht nur vor Omas Spucketuch, sondern vor weit Schlimmerem.

Es geht letztlich um den Schutz vor Gewalt, auch sexueller. Um den Missbrauch von Kindern. Das ist etwas, was die Kleinen in diesem Alter vielleicht vage fühlen, aber noch nicht wirklich benennen können. Denn die Grenzen zwischen einer Zärtlichkeit und einem Missbrauch sind oft fließend, vor allem im vertrauten sozialen Umfeld. Deshalb zeigen ihnen die Darsteller in kleinen Spielszenen, wo die Grenze verläuft zwischen dem guten, dem „Ja-Gefühl”, und dem „Nein-Gefühl”.

„Ihr könnt lernen, auf euren Körper zu hören”, sagt Schauspieler Sven Homes, „denn euer Körper gehört nur euch.” Witzig sind diese Spielszenen und dabei gar nicht explizit. Es geht vielmehr um Andeutungen, die die Kinder erkennen und einschätzen sollen. In drei Etappen lernen sie, wie sie sich verhalten können, wenn sie etwas nicht mögen, und wie sie sich jemandem anvertrauen, der ihnen hilft.

In der Grundschule gehört das Thema seit zwei Jahren zum Schulprogramm, der Förderverein und der Mülheimer Verein „Menschen gegen Kindesmissbrauch” haben die Aufführungen unterstützt. Schulleiter Martin Tenholt: „Es ist wichtig, dass die Kinder frühzeitig stark werden. Solche Projekte können sie ermutigen, ihre Gefühle klar zu benennen, um sich in gefährlichen Situationen zu behaupten.”
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