Nordkreis - Das Medizinische Zentrum in Bardenberg sichern

Das Medizinische Zentrum in Bardenberg sichern

Von: ehg
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Was wird aus dem Standort Bardenberg, dem ehemaligen Knappschaftskrankenhaus? Noch ist nichts definitiv entschieden. Klar ist aber, dass das Medizinische Zentrum nicht einfach ohne Veränderungen weitermachen kann. Foto: Markus Bienwald

Nordkreis. „Wie soll es mit dem Betriebsteil Bardenberg des Medizinischen Zentrums weiter gehen?“ Das ist die Frage, die nicht nur die Gemüter der Menschen im „Dörflein an der Wurm“, sondern auch darüber hinaus im Nordkreis bewegt. Da wunderte es nicht, dass in der Gaststätte Mintmann nicht nur die Sitzplätze, sondern am Ende auch noch die Stehplätze Mangelware waren, als der SPD-Ortsverein Bardenberg an dieser historischen Stätte eine Informationsveranstaltung veranstaltete.

Dabei geriet Vorsitzender Heinz Viehoff angesichts des Stühlerückens mächtig ins Schwitzen. Zu gerne hätte er auch Repräsentanten der Knappschaft Bahn-See und der MZ-Geschäftsleitung begrüßt. Sie hatten jedoch abgesagt. Es blieb ihm und dem souveränen Moderator Ulrich Bergmann nichts anderes übrig, als deren Entscheidung zu akzeptieren. Und so kamen ausschließlich SPD-Kommunalpolitiker bis hin zum Bundestagskandidaten Detlef Loosz zu Wort.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Städteregionstag, Martin Peters (Stolberg), übernahm vorab den Part der Geschäftsführung. Er beschrieb detailliert die Ausgangslage für die Neustrukturierung des MZ Städteregion Aachen.

Für seine Fraktion machte er zur Prämisse für eine Zustimmung, dass das Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft gemeinsam mit der Knappschaft an zwei Standorten erhalten bleibt. Er hoffe, dass es dafür schon bald ein zukunftsfähiges Konzept geben werde. Peters zeigte auf, wie sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen verändert haben. Der Krankenhausplan NRW sehe eine Reduzierung der Bettenzahl um 10.000 vor. Da sei das MZ an zwei Standorten dem Konkurrenzdruck nicht mehr gewachsen. „Enorme Kosten entstehen dadurch, dass die Patienten zwischen zwei Standorten hin- und hergefahren werden müsse. Abgesehen von der doppelten Vorhaltung von teuren Funktionsbereichen.“

Die kleinen Stationen seien unwirtschaftlich und die Unterbringungsqualität nicht mehr zeitgemäß, begründete Peters die Notwendigkeit der durch einen von der Geschäftsleitung entwickelten Masterplan auf den Weg gebrachten Neustrukturierung. „Es ist noch nichts entschieden. Beschlossen ist lediglich, dass eine neue Struktur geschaffen werden muss.“ Und: „Wir müssen jetzt handeln, damit das Krankenhaus nicht eines Tages ganz in Frage gestellt wird.“

Es hätte schon früher etwas passieren müssen. Am Konzept müsse noch gearbeitet werden. Dazu habe der Städteregionstag die Geschäftsführung aufgefordert. Stefan Mix, Mitglied des Städteregionstages und des Aufsichtsrates, schloss sich an: „Wenn wir wollen, dass das MZ künftig noch eine Chance am Markt hat, müssen wir das Haus neu strukturieren.“ Es müsse so attraktiv gemacht werden, „dass die Patienten sich für das MZ entscheiden“.

Durch den Neubau mit Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach werde die neue Krankenhausstruktur eingeleitet. Wenn es privatisiert werde, bestehe die Gefahr, dass die medizinische Grundversorgung nicht mehr gewährleistet werde.

Dass der vorliegende Masterplan nur eine Entscheidungsgrundlage bilde, betonte Doris Harst, ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrates. Es müsse ein Plan vorgelegt werden, der beide Standorte einbeziehe, brach auch sie eine Lanze für „Bardenberg“. Vollkommen offen sei noch, wie viel Geld dafür von den beiden Gesellschaftern in die Hand genommen werden müsse. Es gehe aber auch um die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Immerhin sei das MZ mit seinen 1400 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Stadt. Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Betriebsratsvorsitzender Andre Alzer schloss aber nicht aus, dass Arbeitsplätze wegfallen werden. Harst weiter: Es schade der Attraktivität des MZ, wenn es immer nur schlecht geredet werde. „Es verfügt über ausgezeichnete Kliniken.“

Als indirekt Betroffener meldete sich Bürgermeister Arno Nelles zu Wort. Die Bürgermeisterkonferenz werde eine Resolution an den Städteregionstag zur Erhaltung des MZ an beiden Standorten auf den Weg bringen. Im Klartext: „Das MZ hat wirtschaftliche Schwierigkeiten, ist aber nicht pleite!“ Es sei ein Fehler gewesen, lange Zeit zwei Häuser nebeneinander existieren zu lassen. „Wir müssen verhindern, dass das MZ eines Tages privatisiert wird.“ Auch deshalb müsse der Parallelbetrieb schon bald ein Ende finden. Für den Standort Bardenberg müsse ein Konzept entwickelt werden, das ihn wirtschaftlich tragfähig mache. Die Wirtschaftlichkeit Bardenbergs dürfe dabei nicht aus dem Auge verloren werden.

„Neue Geschäftsfelder“

Das in Bardenberg zu erhalten, worauf sich der Ruf des Hauses begründe, nämlich die Urologie und die Neurologie, darin pflichtete Bundestagskandidat Loosz einer Bürgerin bei. Neue „Geschäftsfelder“ in Bardenberg zu erschließen, dazu riet ein Bürger aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Dass die Geschäftswelt des Stadtteiles von den Besucherströmen lebe, rief ein dritter Bürger ins Bewusstsein. Wenn die Pflegeschule dort untergebracht werde, werde Wirtschaftskraft verloren gehen. Dass Emotionen, die sich verständlicherweise in einzelnen Wortbeiträgen breit machten, nicht weiter helfen, mahnte Moderator Bergmann an. „Wir kommen nicht darum herum, dass MZ wirtschaftlich aufzustellen!“ Die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers: „Wir müssen gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, damit wir das gesteckte Ziel, das MZ zukunfts- und konkurrenzfähig zu machen, erreichen.“

Ist eine Neustrukturierung des Medizinischen Zentrums gut und notwendig für Würselen und das Umfeld? Was halten Sie von den Plänen zum Standort Bardenberg? Was ist aus Ihrer Sicht falsch und was ist richtig? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter www.leser-meinung.de.

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