Das Leben gerettet und sonst alles verloren

Von: Karl Stüber
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Sie sind nur knapp dem verheer
Sie sind nur knapp dem verheerenden Feuer entkommen: Stefanie Jäger und Timo Götz wohnten direkt über dem Brandherd, dem Mini-Preis-Laden an der Bahnhofstraße in Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Der Schreck steht ihnen noch ins Gesicht geschrieben. Stefanie Jäger und Timo Götz sind an den Ort des Geschehens zurückgekehrt: die Bahnhofstraße in Alsdorf - das Haus, in dem sie direkt über einem Ladenlokal gewohnt haben.

Die Erinnerungen werden wieder wach. „Es hat irgendwie einen Knall gegeben. Ich bin aufgestanden und habe das Rollo hochgezogen”, erzählt Jäger vom Abend des 10. Februar. Ein Freitag. Gegen 20 Uhr ist sie hochgeschreckt. Vom Fenster aus sieht sie Menschen unten auf der Straße stehen, rufen und wild gestikulieren. Sie soll herunterkommen. Es brennt im Laden, direkt unter ihr. Gemeinsam mit einer Verwandten schafft es die 25-Jährige die Treppen runter, auf die Straße.

Timo Götz will die beiden Katzen Luna und Shaja retten. Das hätte ihm beinahe das Leben gekostet, wie er sagt. Die beiden Tiere sind nicht einzufangen. Er atmet Rauch ein. Mit Mühe schafft er es bis zur Haustüre, die aber auf Grund der starken Hitzeentwicklung bereits verzogen ist und sich nicht öffnen lässt. In dieser fast schon ausweglosen Lage folgt er einem inneren Impuls, wie er sagt. Er schleppt sich zu einem schmalen Fenster an der Rückseite, zwängt sich ins Freie. Gerettet! Vor dem Gebäude trifft er auf die beiden Frauen.

Die Erleichterung ist groß. Der 28-Jährige wird sofort betreut und zur 24-Stunden-Beobachtung zunächst ins Krankenhaus Bardenberg, dann zum Medizinischen Zentrum in Würselen gebracht. Er hat Glück gehabt. Die beiden Katzen dagegen nicht. Die Trauer bei den beiden jungen Leuten ist groß, die Not ebenso. Derzeit sind sie bei Jägers Vater in Baesweiler untergebracht. Ironie des Schicksals ist, dass sie ohnehin umziehen wollten. Zum 1. Mai.

Nun hat der Vermieter angesichts des verheerenden Brandes gesagt, sie könnten bereits zum 1. März einziehen. Aber womit? Wohnzimmer und Küche, die direkt über dem Brand liegen, sind hin. Im Schlafzimmer haben Rauch und Ruß ganze Arbeit geleistet. Die Löscharbeiten gingen auch nicht spurlos an ihrem Hab und Gut vorbei.

Die beiden konnten sich in dem ansonsten von der Polizei gesperrten Haus ein paar wichtige persönlichen Dinge holen. Sie stehen vor dem Nichts. Beide holen derzeit auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur nach. Beide bekommen BAföG. Das Geld ist knapp, Versicherungen deshalb nicht abgeschlossen. Das Sozialamt der Stadt Alsdorf hat alles genau geprüft. Während die drei anderen drei Hausbewohner versorgt sind, brauchen die unverschuldet in Not geratenen Timo Götz und Stefanie dringend Hilfe.

Deshalb ruft die Aktion „Menschen helfen Menschen” unserer Zeitung die Leser zu Spenden auf, die bitte unter dem Stichwort „Hausbrand Alsdorf” auf das Spendenkonto 77 66 66 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 390 500 00, eingezahlt werden.
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