Das Kino Metropolis blickt auf 20 bewegte Jahre

Von: Ilona Rütten-Sieben
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Schwelgen in Erinnerungen: (v.l.) Uwe Oelsen-Fritz, Bernd Steixner und Arno Laubenthal freuen sich darauf, am Samstag das 20-jährige Jubiläum des Vereins zu feiern. Foto: Ilona Rütten-Sieben

Würselen. „Mann, das waren noch wilde Konstruktionen damals.” Bernd Steixner ist heute noch ganz fasziniert und fachsimpelt mit Uwe Oelsen-Fritz und Arno Laubenthal über die alten Zeiten, als mit dem 35-Millimeter-Projektor noch über eine Spiegelvorrichtung die Filme an Leinwand geworfen wurden.

Heute ist im Alten Bahnhof, in dem das kommunale Filmtheater Metropolis untergebracht ist, alles viel moderner. Doch geblieben sind das besondere Flair und ein Hauch von Nostalgie. Nun feiert der Verein Metropolis sein 20-Jähriges.

Steixner, der unter anderem das Theater des Westens in Berlin leitete und auch als Dirigent viele Bühnen gesehen hat, war einer der Jugendlichen, die mit ihren Filmvorführungen im Jugendtreff den Grundstein für das heutige Kino in der Bahnhofstraße legten.

Bis zu 1000 Mitglieder

Damals beschloss die Schülervertretung des städtischen Gymnasiums, eine Cafeteria für Schüler und Lehrer einzurichten, und landete nach einem Deal mit dem Jugendamt schließlich mit ihrem Angebot in der Klosterstraße 33. Die „Oase” öffnete 1981. Der Zuspruch war enorm und die Räume bald viel zu klein. Nach dem Umzug in den ehemaligen Bahnhof startet der selbst verwaltete Jugendtreff „Bahnhof”. Auch Arno Laubenthal war von Anfang an dabei: „Filmvorführungen und kleine Konzerte standen bald schon auf der Tagesordnung.”

„Kindertreff” steht heute an der Türe des ehemaligen Vorführraums, in den schon damals 100 Leute rein passten. „Irgendwann zeigten wir vier Vorführungen pro Woche. Das schränkte natürlich den Betrieb des Jugendtreffs ein”, erzählt Steixner. Der ursprünglich von den jungen Leuten gegründete Filmclub wuchs bis auf 1000 Mitglieder an, wieder gab es ein Platzproblem. So entstand die Idee, ehrenamtlich ein eigenständiges Kino zu führen. Im Juni 1989 gründete sich dann der Verein Metropolis, 1995 wurden die auch heute noch aktuellen Kinoräume von der Stadt Würselen angemietet und bezogen.

Von 1992 bis 1996 leitete Steixner als Geschäftsführer die Metropolis Filmtheater GmbH, sein Nachfolger wurde Axel Petry, der das Kino mehr als zehn Jahre führte. Das Konzept ging auf, das Metropolis verzeichnete teilweise Rekordbesucherzahlen. Täglich wurden bis Ende 2005 Filme gezeigt, dann stand das Kino kurz vor dem Aus. Finanzielle Problem und zu wenige Leute, die sich für den täglichen Spielbetrieb ehrenamtlich engagierten, machten die ganze Sache immer schwieriger.

2007 gab es dann den Neustart, Vorsitzender des Trägervereins wurde Uwe Oelsen-Fritz. Spielbetrieb ist nun donnerstags, jeden zweiten Donnerstag im Monat gibt es einen Kinderfilm, gelegentlich eine Zusatzvorstellung am Samstag und Sonderveranstaltungen, etwa für Schulklassen.

160 Fördermitglieder

Durchschnittlich besuchen 50 bis 60 Leute eine Vorstellung. „Wir haben ein riesiges Stammpublikum, Zuschauer, die uns schon seit Jahrzehnten treu sind, aber auch viele neue Gesichter”, meint Uwe Oelsen-Fritz.

Die letzten beiden Jahre konnte der Verein das Filmtheater miet- und nebenkostenfrei führen - ein Entgegenkommen der Stadt. Seit diesem Jahr beteiligt sich der Verein zu 50 Prozent an diesen Kosten. Mittlerweile sind es wieder 160 Mitglieder, die den Förderverein unterstützen.

Wichtig ist für Oelsen-Fritz zur Sicherung des Kinobetriebes, „dass sich etwas im Bahnhof tut”. Auf keinen Fall dürfe der Bahnhof zukünftig leer stehen. Nur ein belebtes Gebäude bringe auch Synergieeffekte mit sich.

Zur Feier gibt´s im Metropolis „Metropolis”

Zum 20-jährigen Bestehen gibt es am Samstag, 7. November, eine kleine Feier mit anschließender Filmvorführung. Ab 18 Uhr beginnt der Sektempfang, um 20 Uhr wird der Stummfilm „Metropolis” gezeigt. Die Veranstaltung ist kostenlos, einige Plätze sind noch frei. Eine Anmeldung bis zum 5. November ist per E-Mail an 20jahre@metropolis-filmtheater.de oder unter 02403/519333 (Uwe Oelsen-Fritz) erforderlich.

Ehrenamtliche Helfer für die Filmvorführungen oder den Thekenbetrieb werden auch weiterhin gesucht. Ansprechpartnerin ist Monika Krämer, 0163/6228010.
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