Würselen - „Das ist schon etwas Besonderes, in Berlin dabei zu sein”

„Das ist schon etwas Besonderes, in Berlin dabei zu sein”

Von: Daniel Gerhards
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Genau in der Waage: Ennio Carapezza überzeugt mit turnerischem Geschick. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Ganz schön zufrieden wirkt Ennio Carapezza, wenn man ihn auf seinen zurückliegenden Wettkampf anspricht. Dann strahlt der 13-Jährige über das ganze Gesicht. Und das mit Recht. Er nahm an der Deutschen Meisterschaft im Mehrkampf teil.

Dabei reichte es für den erfolgreichen Nachwuchsturner zwar nicht zum Sieg, doch mit dem 15. Platz ist er allemal zufrieden. „Eigentlich wollte ich es unter die ersten zehn schaffen”, erklärt er. „Aber der 15. Platz ist auch gut.”

Zu den Titelkämpfen in Berlin wurde Ennio Carapezza von seiner ganzen Familie begleitet. Gemeinsam sahen sie sich die Hauptstadt an. Und die Eltern und Geschwister feuerten Ennio beim Wettkampf kräftig an. „Man hat ihm schon angesehen, dass er aufgeregt war”, sagt Vater Domenico Carapezza. Und auch Ennio erklärt, dass er vor der Deutschen Meisterschaft „nervöser” war als vor normalen Wettkämpfen: „Das ist schon etwas Besonderes, in Berlin dabei zu sein.”

Der Würselener Turner schaffte den Sprung zu den Titelkämpfen erst im allerletzten Moment. Eigentlich hatte er die Qualifikation nach den Richtlinien des Verbands nicht geschafft. Doch die Funktionäre verlangten ihren jungen Sportlern damit zu viel ab. Es hatten sich in ganz Deutschland nur etwa zehn Jungs für die Meisterschaft qualifiziert. Daher korrigierte der Verband die Qualifikationspunktzahl nach unten.

Beim Turnen machte der Würselener dann auch eine richtig gute Figur. Die „riesige Anlage” und die „tollen Geräte” konnten ihn nur kurz beeindrucken. Am Boden überzeugte er mit einem Salto mit halber Schraube oder einem Strecksalto rückwärts. Auch am Barren und Reck zeigte er starke Leistungen.

Doch bei den Mehrkampfmeisterschaften steht nicht nur Turnen auf dem Programm. Auch im Weitsprung, Kugelstoßen und Sprint messen sich die jungen Athleten. In der Leichtathletik musste Ennio anderen den Vortritt lassen. Beim Kugelstoßen lag er mehr als drei Meter hinter den Besten. „Da waren schon richtig gute Leichtathleten”, sagt Ennio Carapezza anerkennend.

Zudem haben die starken Leichtathleten in diesem Mehrkampf einen Vorteil. „Bei der Leichtathletik kann man die Leistung ganz genau messen”, erklärt Domenico Carapezza. Beim Wertesystem der Turner ist das nicht so exakt möglich. „Die Kampfrichter haben die Leichtathleten nicht so schlecht bewertet, wie es eigentlich richtig gewesen wäre. Da ist der Leistungsunterschied nicht richtig rausgekommen.” Dennoch war Ennio Carapezza nach dem anstrengenden Wettkampftag mit sechs Disziplinen zufrieden.

Er will sich im kommenden Jahr unbedingt wieder qualifizieren. Dafür hat Ennio sich nun vorgenommen, an seinen Schwächen zu arbeiten. Der Turner trainiert bereits im Leichtathletik-Verein. „Ich möchte meine Technik verbessern”, erklärt der 13-Jährige. Doch auch das Turntraining darf er nicht vernachlässigen. „Im kommenden Jahr trete ich bei den 14- und 15-Jährigen an. Dann muss ich Elemente mit höherer Schwierigkeit Turnen.” Dafür ist eine Menge Training nötig.
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