Würselen - Das Handballzentrum bleibt ein Traum

Das Handballzentrum bleibt ein Traum

Von: Karl Stüber
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Körperbetontes Spiel: Die Duelle der Lokalrivalen VfL Bardenberg und TV Weiden – hier Sebastian Scheer (13, Bardenberg) und Christoph Scharpenberg (9, Weiden) bei einem Oberliga-Einsatz – gehören zu den Leckerbissen der Handballszene. Foto: Wolfgang Birkenstock

Würselen. Viele Kommunen hatten gehofft, vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ profitieren zu können. Dabei ging es um die Bereiche Sport, Jugend und Kultur. So auch die Stadt Würselen. Allerdings leider vergeblich, wie jetzt klar geworden ist.

Zwei Projekte wurden in Kooperationen mit Vereinen entwickelt und zur Förderung beim für Städtebauförderung zuständigen Landesministerium beantragt. Die Fraktionen von SPD und CDU hatten die entsprechende Initiative in die Ratsgremien eingebracht. Dabei ging es um die Sanierung und den Umbau der Halle Parkstraße in Broichweiden, die Verlagerung der Umkleiden und der sanitären Nebenräume, den Bau einer parallel zur Sporthalle zu errichtenden wettkampffähigen Dreifach-Sporthalle sowie die Umgestaltung des Rasenplatzes der Teutonia Weiden in einen Kunstrasenplatz.

Dieses Vorhaben wird von nicht weniger als neun Sport und Kultur treibenden Vereinen sowie dem Stadtsportverband und dem Handballverband getragen. Es war die Rede von einem „richtigen“ Handballzentrum „mit überregionaler Bedeutung“, um dem Stellenwert dieser Sportart in Würselen zu entsprechen und mehr zu ermöglichen.

In der Entwicklung des Stadtteils Broichweiden hätte die Realisierung dieses Vorhabens „in Verbindung mit einer Neugestaltung des Broichweidener Marktes ein für Würselen höchst bedeutsames Projekt dargestellt“. Und: Die Vereine hätten mit dem Ganzen „eine neue Wirkungsstätte erhalten“ mit der Möglichkeit, „auch die Integration von Flüchtlingen besonders zu fördern“, hatten die beiden Fraktionen der großen Koalition argumentiert.

Der ermittelte Finanzbedarf für das Projekt Sportanlage Parkstraße beläuft sich auf gut 5,3 Millionen Euro, sagt Technischer Beigeordneter Till von Hoegen. Nun – da die erhofften Zuschüsse nicht fließen werden – geht es um die dringend gebotene Sanierung der existierenden Halle. Die Mittel dafür – hier geht es um 1,3 Millionen Euro – seien im Haushalt berücksichtigt. Im Zuge der Sanierung soll der marode Sanitärtrakt abgerissen und auf der anderen Seite der Halle neu errichtet werden – mit Blick darauf, dort doch noch einmal später eine zweite Halle anzubauen. Für diese Planung, so von Hoegen, müsse nun ein externes Architektenbüro eine Detailplanung erstellen. Allerdings würde auf diese Weise ein Teil des Aschenplatzes mitgenutzt werden müssen.

Der Technische Beigeordnete bedauert, dass auch die geplante Bereitstellung von Räumlichkeiten für kulturelle Aktivitäten nicht zum Tragen kommt.

Im Förderantrag hieß es dazu „Im Rahmen des kirchlichen Gebäudemanagements soll laut Kirchenkreisen das in Broichweiden liegende Pfarrheim nicht mehr weiter saniert werden und damit sehr bald nicht mehr für die Weidener Vereine bei örtlichen Veranstaltungen zur Verfügung stehen – ohne eine Alternative im gesamten Stadtgebiet.“ Deshalb lautete der Vorschlag der Vereine, die bestehende Halle zu einer zweigeteilten Mehrzweckhalle für Sport und Kultur zu erhalten.

Außerdem hoffte die Stadt Würselen auf Fördermittel für ein Projekt des VfR Linden-Neusen, der seine Spielstätte ausbauen wollte. Der VfR Linden-Neusen hatte sich mit Verwaltung und Stadtrat auf ein rund 1,5 Millionen Euro kostendes Großprojekt geeinigt und auch mit großem Fleiß und entsprechend der Auflagen den entsprechenden Förderantrag formuliert.

Kern des Konzepts war es, die Sportanlage in Linden-Neusen zu modernisieren. Hierzu sollte die Rasenfläche durch einen Kunstrasen ersetzt werden. Dies diente nicht nur dem Vereinssport, sondern komme auch benachbarten Schulen und der Kindertagesstätte zugute, wurde argumentiert. Die Flutlichtanlage sollte auf den neuesten Stand gebracht werden. Das galt auch für das Vereinsheim. Die Anlage sollte nicht nur dem Zweck Sport dienen, sondern auch zu einer Jugend- und Kultureinrichtung werden. Für die Ortslage Linden-Neusen sicherlich ein wichtiges und wertvolles Projekt.

Daraus wird nun auch nichts – oder nicht so schnell. „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihr Projekt nach fachlicher Bewertung nicht ausgewählt wurde“, teilte Harald Herrmann, Direktor und Professor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, in zwei Anschreiben der Stadt Würselen jeweils mit.

Grund: Das neue Förderprogramm ist auf ein sehr hohes Interesse gestoßen. Städte und Gemeinden haben für circa 1000 Projekte mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro eine Förderung beantragt.

Für das Programm standen jedoch nur Bundesmittel in Höhe von 140 Millionen Euro zur Verfügung, heißt es in der Begründung der Ablehnung der zwei Würselener Vorhaben. Das Programm wurde 15-fach überzeichnet.

Wie es im Stadtrat dazu hieß, wurden in ganz Nordrhein-Westfalen acht Projekte vom Bundesinstitut ausgewählt.

Und was jetzt? Nun müssen Würselens Stadtrat und Verwaltung neu überlegen, woher das Geld für die beiden wichtigen Projekte kommen soll. Bekanntlich ist die Stadt Würselen jedoch Stärkungspaktkommune und äußerst klamm.

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