Herzogenrath - Das Grünzeug an den Herzogenrather Straßen wird zu teuer

Das Grünzeug an den Herzogenrather Straßen wird zu teuer

Von: js
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Die blühenden Beete am EBC könnten schon bald gegen weniger pflege- und kostenintensive ganzjährige Staudenbepflanzung ausgetauscht werden. Foto: Johannes Schaffeldt

Herzogenrath. Es ist ein Wort in schönstem Verwaltungsdeutsch: Straßenbegleitgrün. Hinter dem einen Wort verstecken sich alle Grünflächen oder Gehölze, die sich unmittelbar an einer Straße befinden. Diese Rasenflächen, Beete, Sträucher und Bäume bedürfen regelmäßiger Pflege. In Herzogenrath wird jetzt geprüft, wie man die Grünflächen der Stadt billiger erhalten.

Die große Koalition im Rat der Stadt hatte sich die Überprüfung der Kosten der Bepflanzung an den Straßen der Stadt schon im Frühjahr auf die Fahnen geschrieben. In Zeiten klammer Kassen gilt hier die Frage: „Wie können Grün wir erhalten und dennoch große Einsparpotentiale erreichen?“, so von Gerhard Neitzke (SPD) in der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt aufgeworfen.

Dass möglichst viel erhalten bleiben soll, dessen sind sich wohl alle beteiligten Entscheidungsträger einig. Vorausgegangen war eine Überprüfung der Aufgabenerledigung im Bereich aller kommunalen Grünflächen in Herzogenrath durch die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA).

Während in Bereichen wie etwa Park- und Gartenanlagen ein gutes Ergebnis innerhalb der Wirtschaftlichkeitsrichtwerte der GPA erreicht werden konnte, liegt Herzogenrath im Bereich des so genannten Straßenbegleitgrüns außerhalb der vorgegebenen Toleranzwerte. Das heißt, dass die aufgewendeten personellen und finanziellen Ressourcen im direkten Vergleich mit anderen Städten in der Region zu hoch sind.

Gründe hierfür sieht die Verwaltung vor allem an der Landstraße 232, die sich als Ortsdurchfahrt über 14 Kilometer vom Boscheler Berg in Merkstein bis zum Dornkaul in Kohlscheid erstreckt und an der Neustraße/Nieuwstraat.

An beiden wurden in den 1990er ein dichter Baum- und Heckenbestand angelegt, der eine Verkehrsberuhigung an neuralgischen Punkten und den Schutz von Fußgängern und Radfahrern zum Ziel hatte. Ein Großteil der hohen Kosten in der Pflege dieser Grünflächen sind den Verkehrssicherungsmaßnahmen geschuldet, die zum Schutz der Mitarbeiter bei der Pflege zwingend notwendig sind.

Eine Reduzierung der Kosten wäre hier allein durch einen Rückbau zu erreichen, den die Verwaltung mit Verweis auf die verkehrsleitende und –beruhigende Wirkung vermeiden möchte. Dennoch soll mit der Verkehrsbehörde nun geprüft werden, inwiefern Heckenkörper an der L232 entfernt werden können, ohne die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen.

Sparpotentiale sind laut Verwaltung und GPA vor allem in anderen Bereichen möglich. Etwa bei den zusätzlichen Serviceangeboten, wie der manuellen Stadtreinigung durch das Kehrmännchen oder den beliebten Laubsammelkisten. Oder auch bei der Umgestaltung und schlimmstenfalls dem Rückbau von Grünflächen im Stadtgebiet.

Eine Einschränkung der zusätzlichen Serviceangebote fand im Ausschuss wenig Anklang. An 45 verschiedenen Standorten, besonders an zentralen Punkten der Stadt, befinden sich Beete mit so genannter Wechselbepflanzung. Die Anschaffungskosten der Pflanzen liegen bei etwa 7.000 Euro jährlich, hinzu kommen noch einmal 40.000 Euro für die intensive Pflege der Beete. Diese könnten nach Ansicht von GPA und Verwaltung teilweise aufgegeben oder umgewandelt werden.

Vor allem weitaus weniger pflegeintensive ganzjährige Stauden- oder Rasenbepflanzung wurde in den Blick gefasst. Das betrifft etwa kleinere Blumenbeete innerhalb von Rasenflächen oder auch die Kreisverkehre Schleypenhof, Ritzerfeld oder am Eurode Business Center. Insgesamt wurden 222 Standorte in verschiedener Größe identifiziert, die regelmäßig gepflegt werden müssen. Für jeden dieser Standorte wird nun eine Handlungsempfehlung erarbeitet. Das kann für einige auch die Aufgabe bedeuten.

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