Würselen - Das Gotteshaus ist eine Großbaustelle

Das Gotteshaus ist eine Großbaustelle

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Es bleibt noch jede Menge Handarbeit nötig: Bevor der Estrich an der Reihe ist, müssen Fließe, Glasschaum und Eisenmatten eingebracht werden. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Von wegen Andacht, Raum für Spiritualität, Ort des Gebets: Es ist laut, dreckig und staubig in St. Sebastian. Im Volksmund heißt die Kirche, die den „Wöschelter Düvel” beherbergt, auch liebevoll „Würselener Dom”.

Wem das markante Gebäude ans Herz gewachsen ist, dem tut das richtig weh, wie die Kirche sich in diesen Tagen präsentieren muss. Das Gotteshaus ist eine Großbaustelle - noch monatelang. Der Boden wird mit viel Aufwand erneuert. Immerhin eine halbe Million Euro werden in den Erhalt der Kirche investiert.

Die Frage ist nicht nur erlaubt, sie drängt sich auf: Lohnt sich das in Anbetracht rückläufiger Besucherzahlen und die finanziellen Probleme der Kirche? Ohne zu zögern und mit der Inbrunst der Überzeugung antwortet Horst Schneider: „Ja!” Denn, so sagt der Vorsitzende des Bau- und Liegenschaftsausschusses von St. Sebastian weiter: „Es ist die Pfarrkirche der neuen Großgemeinde und außerdem als Wahrzeichen der Stadt für viele Menschen ein wichtiger Identifikationspunkt.”

Zwar hätte der alte Belag noch eine Weile gehalten, aber im Frühjahr des kommenden Jahres soll die neue Orgel aufgebaut werden. Wäre die Sanierung später dann unausweichlich geworden, hätte allein die Reinigung des ebenfalls rund eine halbe Millionen Euro teuren Instruments 30.000 Euro gekostet. Eine derartige Fehlplanung bleibt Pfarre und Bistum jetzt also erspart.

Zufrieden mit dem Stand der Bauarbeiten sind unterdessen auch Architekt Ernst Mennicken, Heinz Peter Hess vom Kirchenvorstand und Verwaltungskoordinator Harald Merzbach, die über das Projekt informierten. Fast 800 Quadratmeter groß ist die Fläche, die zunächst einmal ausgekoffert werden musste. 310 Kubikmeter Erdreich wurden per Lkw abgefahren. Mit Zinkasche belasteter Boden musste auf eine Sondermülldeponie.

Eingesetzt wurden dafür auch Bagger, die durch die Kirchenportale passten. Das spart Zeit und Kosten. „Früher”, so weiß Architekt Mennicken zu berichten, „waren alle Arbeiten in einer Kirche Handarbeit. Da hat schon ein gewisser Umdenkprozess in den vergangenen Jahren stattgefunden.”

Der alte Naturstein-Belag ist inzwischen verschwunden, übrigens Salzlaugen und Tenside der Putzmittel hatten den „Anröchter Dolomit” stark zerfressen. Als Isolierschicht wurde jetzt ein Granulat aus Glasschaum, ein 100-prozentiges Recyclingmaterial, ein gebracht. Auf den elf Zentimeter dicken Estrich werden später große anthrazitfarbene Basaltit-Platten, die aus Norditalien stammen, verlegt und mit Lawasplitt verfugt.

In Abstimmung mit der Bauabteilung des Bistums und der Denkmalbehörde war der dunkle Belag schließlich favorisiert worden, passend zu den Blausteinsockeln der Säulen. Bis sich das harmonische Bild fügen wird, stehen in St. Sebastian aber noch viele arbeitsreiche Wochen auf dem lokalen Kirchenkalender.
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