Das Gesicht und die Stimme des Vereins Bergbaumuseum

Von: Daniel Gerhards
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Wechsel an der Spitze des Berg
Wechsel an der Spitze des Bergbaumuseums Grube Anna: Dr. Georg Kehren (l.) folgt als 1. Vorsitzender auf Josef Kohnen. Foto: Daniel Gerhards

Nordkreis. Er war das Gesicht und die Stimme des Vereins Bergbaumuseum Grube Anna. Mehr als 26 Jahre stand Josef Kohnen an der Spitze des Vereins. In dieser Zeit hat er eine Menge bewegt. Nun stellte sich Josef Kohnen nicht mehr zur Verfügung. Auf der Hauptversammlung wurde Dr. Georg Kehren zu seinem Nachfolger als Vorsitzender gewählt.

Kohnen erklärte, dass er seit der Gründung des Vereins im Jahr 1986 (damals Bergbaumuseum Wurmrevier) „gemeinsam mit Vielen” daran gearbeitet habe, „die Geschichte des Bergbaus in der Region zu erforschen”. Auch ein eigenes Bergbaumuseum war lange Ziel. Für seine Entscheidung, die Vereinsführung abzugeben, habe es nicht einen ausschlaggebenden Hauptgrund gegeben. Ein Grund sei sein Alter. Zudem habe es „neben vielen Freuden auch manchen Nackenschlag gegeben”, sagte Kohnen. Auch deshalb sei er „müde geworden”.

Wegen seiner großen Verdienste um den Verein beschloss die Versammlung, Kohnen zum Ehrenmitglied zu machen. Zwar sieht die Satzung des Bergbaumuseums Grube Anna nicht vor, dass Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden ernannt werden. Diesen daher „nicht ganz offiziellen Titel” erhielt Kohnen mit dem Segen der Versammlung trotzdem.

Barbarakapelle vollenden

Nachfolger Dr. Georg Kehren würdigte Kohnens Einsatz. Dieser sei für ihn wegen seines Selbstbewusstseins und seiner Beharrlichkeit zum Vorbild geworden. Bisher arbeitete Kehren als Kohnens Stellvertreter für den Verein. „Wir waren nicht immer einer Meinung. Aber ich habe menschlich, in Vereinsfragen und im Umgang mit der Politik unheimlich viel von ihm gelernt”, sagte Kehren. Kohnen sei für ihn diesen Fragen zu einer „Vaterfigur” geworden. Kohnens Art und sein Engagement sorgten dafür, dass der Verein heute so viele Erfolge vorweisen kann. „Es ist Josef Kohnen zu verdanken, dass wir heute überhaupt noch Relikte des Bergbaus auf dem Zechengelände haben”, sagte Kehren. Kohnen sei dafür verantwortlich, dass es heute das Fördergerüst, das Fördermaschinenhaus gibt - und bald eine Barbara-Kapelle. Kohnen will sich weiter in die Arbeitskreise des Vereins einbringen. Gerade den Bau der Barbara-Kapelle neben dem Energeticon, für den Kohnen lange kämpfen musste, wird er weiter vorantreiben. Mit dem Bau der Kapelle wurde im Oktober des vergangenen Jahres begonnen. Mittlerweile sind bereits Teile des Baus betoniert (etwa der Eingangskubus).

Der Bau der Kapelle sorgte dafür, dass die Kasse der Industriehistoriker im vergangenen Jahr ein Minus aufwies. 12.000 Euro Verlust machten sie. Allerdings hatte man eine Rücklage zum Bau der Kapelle gebildet, aus der der Verlust ausgeglichen werden konnte. Somit konnte die Versammlung den Vorstand guten Gewissens entlasten.

Eine drängende Frage für den Verein ist seine räumliche Unterbringung. „Wir sind mit einer Enttäuschung in das Jahr gestartet”, sagte Kohnen. Eigentlich wollte man das Fördermaschinenhaus auf dem Annagelände zur endgültigen Unterkunft und einem „regionalen Zentrum der Bergbau- und Geschichtsvereine” ausbauen. Das sollte, so die Planungen des Vereins, 600.000 Euro kosten. Eine Förderung von 80 Prozent durch das Land und die NRW-Stiftung stand im Raum. Doch die Stadt Alsdorf hatte andere Pläne. Das Gebäude soll gastronomisch genutzt werden. Die Montanhistoriker zogen daher in das ehemalige Ledigenheim um.

Der Umgang mit dieser Situation wird eine von Kehrens ersten Herausforderungen sein. Der 49-jährige promovierte Volkskundler leitete in der Vergangenheit verschiedene Museen und war selbstständiger Ausstellungsleiter. Mittlerweile unterrichtet er an der Alsdorfer Gesamtschule. Kehren will nun in Kooperation mit dem Energeticon herausfinden, welche Lücken der Verein in Zukunft schließen soll. „Wir müssen unsere Position finden”, sagte er. Man wolle auch mit einer Fachbibliothek Anlaufstelle für Schulen und Historiker sein. Ein „Förderverein” des Energeticon wolle man aber nicht werden, sondern als gleichberechtigter Partner auftreten. Kehren sagte: „Ein eigenes Museumshaus werden wir nicht bekommen. Dieser Traum ist geplatzt. Aber wir werden unseren Platz finden und das bergmännische Erbe weitertragen.”

Das neu formierte Leitungsteam

Der Vorstand der Bergbaumuseums Grube Anna: 1. Vorsitzender ist Dr. Georg Kehren. Die stellvertretenden Vorsitzenden sind Hans-Georg Schardt und Jochen Stimming. Beisitzer sind Karl-Peter Schröder, Hartmut Krämer, Peter Kohnen, Friedrich Ebbert, Karl-Keinz Heinen, Philipp Vohn und Angela Krischer. 1. Kassierer ist Herbert Remy, zu dessen Stellvertreter wurde Holger Hanke bestellt.
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