Alsdorf - Das Ende eines stolzen Fußballklubs

Das Ende eines stolzen Fußballklubs

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
11315973.jpg
Ein letzter Blick? Bald wird es die Jupp-Lürkens-Kampfbahn nicht mehr geben. Stattdessen soll hier gebaut werden. Mit den Erlösen aus der Vermarktung aller aufgegebenen Sportstätten will Alsdorf verbleibende Sportanlagen sanieren oder neu bauen.

Alsdorf. Am Sonntagmittag endete die Geschichte eines einst stolzen Alsdorfer Fußballklubs. Um genau 12.38 Uhr entschied RW Alsdorf, sich selbst abzuschaffen. Formal zunächst. Von 27 stimmberechtigten Mitgliedern votierten 21 für einen Zusammenschluss mit der SSG Zopp und der SG Duffesheide. Wirksam wird die gleichzeitig beschlossene Auflösung des Vereins Rot-Weiß Alsdorf zum 30. Juni 2016.

Drei Mitglieder stimmten gegen Zusammenschluss und Vereinsauflösung, drei enthielten sich. Soweit die nackten Zahlen. Vorausgegangen war im Vereinsheim der Kleingärtner in Busch eine teils sehr emotional geführte Aussprache der Mitglieder, bei denen sich der Vorstand von einzelnen den Vorwurf anhören musste, für den Niedergang des Vereins verantwortlich zu sein.

Das ließ den Vorsitzenden Josef Jansen natürlich nicht kalt. „Ich bin seit 1963 im Verein. Natürlich tut mir das weh. Doch realistisch haben wir keine andere Möglichkeit, als die Anlage zu verlassen und uns mit anderen Vereinen zusammenzuschließen“, sagte er.

Die Entwicklung bei Rot-Weiß stützt Jansens Ansicht. Für den Verein mit noch 80 Mitgliedern kickt nur noch eine Seniorenmannschaft in der Kreisliga C. Jugendabteilung Fehlanzeige. Die Jupp-Lürkens-Kampfbahn, auf der Rot-Weiß jahrzehntelang seine Heimspiele austrug, ist in miserablem Zustand.

„Wir sind von der Stadt abhängig, weil wir unsere Anlage nicht mehr selbst bewirtschaften können“, sagt Jansen. Und da liegt das Kernproblem. Denn auch die Stadt Alsdorf will sich die vielen Sportplätze, auf denen nur noch wenige Mannschaften spielen, nicht mehr leisten.

Also erklärten Jansen sowie die Vorstandsmitglieder Leo Widdeler und Hubert Steffens bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung auf, wie es um den Verein steht. Im September hatte Hubert Sieprath, Fachgebietsleiter des Sportamts, dem Verein mitgeteilt, dass die Jupp-Lürkens-Kampfbahn samt Klubheim „platt gemacht“ würde, wie Jansen es nannte.

Und zwar nach einer Übergangszeit, die am 30. Juni 2016 beginne. Zeitgleich solle die Zopper Anlage fit gemacht werden. Rund 55.000 Euro sollen in den kleinen Rasenplatz investiert werden, wo mit der Spielvereinigung aus Zopp und Duffesheide derzeit auch nur eine Seniorenmannschaft spielt. Jansen, jahrzehntelang im Vorstand: „Unser Klubheim, Baujahr 1955, ist stark sanierungsbedürftig. Dafür und zur Instandsetzung des Aschenplatzes, auf dem seit 1948 gespielt wird, müssten horrende Gelder eingesetzt werden.“

Die Stadt hat andere Pläne. Aus der Jupp-Lürkens-Kampfbahn soll Bauland werden. Mit dem Erlös will die Stadt andere Sportanlagen sanieren. Rot-Weiß wurde vor unterschiedliche Zukunftsperspektiven gestellt. Eine davon lautete, nach Ofden ziehen. Eine weitere Möglichkeit: Der noch zu bauende Platz am Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) auf dem Annagelände könne von RW als drittem Verein – neben Kellersberg und JSV Alsdorf – genutzt werden.

„Als zweiter oder dritter Verein? Das kommt für uns nicht in Frage“, widersprach Jansen. Womit er sich prompt den Zorn seines Vorgängers Karl-Heinz Robert einhandelte, der das Handeln des Vorstands als „Affront“ bezeichnete. RW habe im Jahr 2008 noch die Zusage bekommen, erster Verein am Kubiz-Gelände zu sein. Leo Widdeler nannte Robert „den Urheber des Niedergangs“.

Jansen war im Nachgang um Sachlichkeit bemüht: „Die Mitglieder hätten ja auch mehrheitlich für die Eigenständigkeit votieren können. Dann hätte jedoch ein anderer Vorstand übernehmen müssen.“ So kam es nicht. Rot-Weiß wird nun in Zopp Anschluss suchen. „Da passen wir gut hin“, glaubt Jansen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert