Das dunkle Kapitel „Dafro” ist endgültig abgeschlossen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit einer Gesamtstrafe von fünf Jahren und vier Monaten Haft hat die 1. große Wirtschaftsstrafkammer ein dunkles Kapitel Aachener Unternehmergeschichte beendet.

Bernd F. (52), Ex-Inhaber der Baufirma „Dafro” und nach deren Konkurs „Befro” genannt, musste sich vor dem Aachener Landgericht jetzt wegen Steuerhinterziehung verantworten.

Eigentlicher Hintergrund aber waren diverse Taten von Untreue- und Betrugshandlungen in und mit seinen Tiefbaufirmen, die bereits im September 2008 von der 1. Großen Strafkammer abgeurteilt wurden.

Vier Jahre kassierte F. hier, daraus wurde vom Landgericht die oben genannte Gesamtstrafe gebildet. Sein Kumpel und ehemaliger Herzogenrather CDU-Chef Jürgen Gennen, mit dem er gemeinsam die damalige Aseag-Energie (heute Enwor) systematisch unter anderem durch fingierte Rechnungen über den Tisch gezogen hatte, kassierte als Mitangeklagter im selben Verfahren vier Jahre wegen Vorteilsnahme.

Steuerverkürzung

In diesen Jahren beging er zwischen 2001 und 2005 noch 20 Taten von Steuerverkürzung, ebenso wurde das Nichtzahlen von Sozialabgaben angeklagt. Schließlich schaffte der Angeklagte rund 3,2 Millionen Euro beiseite, für die er keine Umsatz-, Körperschafts- oder Einkommenssteuer abführte. In dem Steuerstrafverfahren mit auf der Anklagebank saß Dagmar B. (47). Die Geschäftsführerin einer weiteren „Dafro”-GmbH war als Subunternemerin für die Dafro-Tiefbau tätig und wegen Beihilfe angeklagt, sie erhielt eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro.

Weiter musste der mitangeklagte Firmenbuchhalter Karl-Franz D. (55) wegen Beihilfe eine Haftstrafe von zwei Jahren einstecken, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Verfahren erregten erhebliches Aufsehen in der Region, weil im Zusammenspiel von öffentlichen Auftragsvergaben und Bestechungshandlungen eine Menge Geld von Bürgern unter die Leute gebracht wurde.
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