Darmkrebs: Chancen auf Heilung groß

Von: Karl Stüber
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Dr. Michael Spannbauer referiert beim Forum Medizin zum Thema Darmkrebs. Foto: MZ/Harald Reusmann

Würselen. Darmkrebs entwickelt sich im Verborgenen und zumeist langsam. In der Regel wird der Dick- bzw. Mastdarm betroffen, der Dünndarm nur außerordentlich selten, sagt Dr. Michael Spannbauer. Rund 62.000 Neuerkrankungen werden jährlich bundesweit diagnostiziert.

Das sind rund 170 pro Tag. Nur Lungen- sowie Prostata- bzw. Brustkrebs kommen häufiger vor.

Am Medizinischen Zentrum Würselen (MZ) arbeitet Spannbauer als Oberarzt unter Leitung des Chefarztes Professor Jens Tischendorf an der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie. Die Chancen, Darmkrebs zu heilen, sind groß (90 Prozent), wenn er früh genug entdeckt wird. „Krebs entsteht dort nicht auf einen Schlag“, sagt er.

Deshalb, so Spannbauer, sind Vorsorgeuntersuchungen außerordentlich wichtig (Koloskopie). Spannbauer ist ein Referent des nächsten Forums Medizin, das das MZ in Medienkooperation mit unserer Zeitung und mit Unterstützung der Stadt Würselen zum Thema Darmkrebs am Mittwoch, 26. April, veranstaltet (siehe Info).

Der Gastroenterologe kann per Endoskopie nicht nur Nachschau halten, ob sich Veränderungen auf und aus der Schleimhaut des Darms heraus entwickelt haben. Bei diesem Verfahren werden sogar größere Polypen abgetragen, die sich zu Tumoren entwickeln könnten, aber auch Tumore entfernt, wenn diese sich nicht zu tief im Darm infiltriert (manifestiert) und das Umfeld in Mitleidenschaft gezogen haben.

An der MZ-Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie werden pro Jahr rund 1000 solcher Eingriffe vorgenommen, die dem Patienten einen längeren Klinikaufenthalt ersparen, weil der Zugriff über den natürlichen Zugang erfolgt.

Polypen (Ausbuchtungen) auf der Darmschleimhaut variieren in der Form. Sie können flach, gestielt oder breitbasig sein. Bei der Endoskopie werden diese Veränderungen mit Hilfe kleiner ferngesteuerter und optisch überwachter „Werkzeuge“ abgetragen. Eine Schlinge zieht sich um den „Übeltäter“, mit Schneidestrom wird er von der inneren Darmwand abgetrennt und eingezogen. „Manchmal muss das Gewebe stückweise abgetragen werden“, sagt Spannbauer. Das entfernte Gewebe wandert zum Pathologen, der feststellt, ob es sich um einen Tumor handelt.

„Die meiste Arbeit wird im Zuge der Vorsorgeuntersuchungen von niedergelassenen Kollegen geleistet“, sagt der Oberarzt. Im Krankenhaus werden in der Regel Patienten auf diese Weise behandelt, bei denen die Entfernung des problematischen Gewebes kniffliger ist. Einem Vorgespräch und einer Untersuchung folgt der Eingriff.

Je nach Befund bleiben die Patienten noch zwei Tage zur Nachbeobachtung auf der Station – mit Blick auf mögliche Komplikationen und Blutungen. Dann geht es nach Hause, und der niedergelassene Kollege übernimmt die Nachsorge bzw. wieder einsetzende Vorsorge.

Bisweilen, also in seltenen Fällen muss der Gastroenterologe den Chirurgen zu Rate ziehen, wenn sich herausstellt, dass doch ein größerer Eingriff notwendig wird. Zum Beispiel wenn sich ein Polyp über mehrere Darmfalten ausgedehnt hat. Und in der Krebskonferenz wird – falls notwendig – interdisziplinär über das Vorgehen individuell entschieden.

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