Dank Spende aus Erbschaft: Bücherei auf Shoppingtour für Sehbehinderte

Von: ust
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Präsentieren die neuen Medien: Heike Krämer von der Stadtbücherei, Bürgermeister Alfred Sonders und Bernd Neuefeind vom spendenden Verein der Blinden und Sehbehinderten (v.l.). Foto: Ute Steinbusch

Alsdorf. Heike Krämers Augen blitzen vor Freude. Der quadratische Spielwürfel, den Kinder intuitiv bedienen können, begeistert offenkundig nicht nur den sehbehinderten Nachwuchs. Gestiftet hat ihn und eine Vielzahl weiterer neuer Medien für die Stadtbücherei der Blinden- und Sehbehindertenverein der Städteregion Aachen.

Dessen zweiter Vorsitzender Bernd Neuefeind erklärt: „Wir hatten eine Erbschaft erhalten, die wir sinnvoll einsetzen wollten. So haben wir uns entschieden, in den öffentlichen Bibliotheken solche Medien anzubieten. Angefangen haben wir mit Aachen und das nun über die gesamte Städteregion ausgedehnt.“

Für rund 5000 Euro durfte Heike Krämer, die Leiterin der Alsdorfer Stadtbücherei, auf Shoppingtour gehen und tat dabei sogar ein selbst für den Sponsoren-Verein ganz neues Medium auf: die Tonies. Diese Figuren sehen nicht nur lustig aus, sondern jede erzählt auf dem Abspielgerät, eben jenem erwähnten Würfel, eine Geschichte. Die robuste Spielfigur ist spezifisch dem Inhalt angepasst, so dass sehbehinderte Kinder bereits in ihrer Form die Geschichte erfühlen und sehende Kinder sie erkennen können.

Daneben gibt es nun Reliefbücher, die in Punkt- oder Schwarzschrift geschrieben sind. Ihre Bilder lassen sich ertasten. Die Argon-Hörbücher bieten außergewöhnliche Möglichkeiten. Ihr Format verbindet Text und Ton miteinander. So kann ein blinder Nutzer darin blättern und schmökern, als ob er ein gedrucktes Buch in Händen hielte. Bei den DVDs mit Audiodeskription wird das, was im Film zu sehen ist, von einem Sprecher beschrieben. So ist der Film allein durch das Hören zu verstehen.

Bürgermeister Alfred Sonders begrüßte die Ausweitung des Angebotes von Medien für sehbehinderte Nutzer. „Wir haben die Barrierefreiheit in unserer Stadt schon in vielen Lebensbereichen vorangebracht, zum Beispiel in der Beschilderung und Wegeführung. Diese tollen neuen Medien unterstützen unsere Bestrebungen nun besonders im Hinblick auf die Kinder.“

Bernd Neuefeind machte im Übrigen deutlich, dass sein Verein am liebsten den direkten Kontakt zu Blinden und Sehbehinderten in der Städteregion sucht, es aber durch den Datenschutz extrem schwer sei, diese zu erreichen. „Es gibt etwa 100 Kinder mit Sehbehinderung in unserem Einzugsgebiet, von diesen kenne ich zwei.“ Dabei konnte sein Verein einem der beiden Kinder bereits unmittelbar in seinem persönlichen Lebensumfeld helfen. „Wir würden mehr tun, wenn wir den direkten Draht hätten“, macht Neuefeind deutlich.

In Handarbeit

Doch zunächst herrschte die Freude über die schönen neuen Sachen vor, die die Stadtbücherei ab sofort zum Lesen und Anhören vor Ort als auch zum Ausleihen zur Verfügung hat. Teils sogar in Handarbeit hergestellte Bücher, etwa mit dem spannenden Titel „Das schwarze Buch der Farben“, oder das „GrüffeloFühlBilderBuch“ mit der bekannt-beliebten Figur des netten Ungeheuers warten ab sofort auf kleine Entdecker.

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