Herzogenrath - Damit es gar nicht erst zur erzwungenen Fusion kommt

Damit es gar nicht erst zur erzwungenen Fusion kommt

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
mörsteenintrau
„Ich erwarte schon Hilfe vom Bistum, etwa bei der Schließung der Kirchenbücher”, sagt Pastor Heinz Intrau: Zum Januar 2010 muss auch die mit Mehrheit beschlossene Einpfarrung von St. Johann, St. Thekla, Herz-Jesu und St. Benno in die Pfarre St. Willibrord vollzogen sein.

Herzogenrath. Im Grunde ist es der Schrägstrich, der die Gleichrangigkeit schon im Namen deutlich macht: Gemeinschaft der Gemeinden Herzogenrath/Merkstein soll das neue Gebilde heißen, in dem die Gläubigen ab Straß quer durch die Stadt gen Norden zumindest verwaltungstechnisch zusammenrücken sollen.

Konkretes Handeln im ganzen Bistum hat der Bischof nun angemahnt: per Anordnung vom 20. Januar. Den bereits 2006 im Generalvikariat aufgelegten Struktur- und Einsatzplan bis zum 1. Januar 2010 endlich abzuschließen, wird hierin verfügt, wie der Merksteiner Pfarrer Heinz Intrau im AZ-Gespräch verdeutlicht.

„Im Grundsatz besagt dieser Verwaltungsplan die Erweiterung bestehender Kirchengemeindeverbände (KGV). Nur wo das nicht möglich ist”, so erklärt Intrau, „wird eine Fusion angeordnet”.

Während dies zurzeit den Herzogenrather Pastor Dr. Guido Rodheudt auf die Barrikaden bringt, bleibt sein Merksteiner Amtsbruder gelassen.

Worauf sich „nicht möglich” bezieht, kann er zwar nicht konkret interpretieren, wie er sagt, doch darauf komme es auch gar nicht an: „Denn hier in Merkstein besteht ein KGV, der auch erweitert werden kann. Eine echte Fusion ist für mich damit vom Tisch!” Bis zum 30. Juni muss dem Bischof eine verbindliche Erklärung zur Kooperation vorliegen.

Die ins Auge gefasste Groß-GdG soll aus drei Pfarreien mit ihren drei völlig verschiedenen Leitungsmodellen zusammengefügt werden: den fünf Merksteiner Kirchen, die bisher schon eine KGV und demnächst die Großpfarre St. Willibrord bilden, mit einem Pastoralteam um den kanonischen Pfarrer Heinz Intrau sowie St. Josef Straß mit einem Pastoralteam um den „Moderator der Seelsorge” Pfarrer Bobby van den Berg und zu guter Letzt der bereits fusionierten Pfarre St. Gertrud mit Pfarrer Rodheudt und den Filialkirchen St. Antonius und St. Mariä-Himmelfahrt.

„Diese unterschiedlichen Leitungsmodelle machen die katholische Kirche mit aus”, unterstreicht Intrau. „Jetzt gilt es Sorge zu tragen, dass das auch in Zukunft so bleiben kann.”

Dies ist seine Maxime für die ersten offiziellen Gespräche der Verantwortlichen aus den drei Stadtteilen nach der bischöflichen Anordnung, die für uns alle „überraschend” kam, wie Intrau bekennt. „Der neue KGV wird sicherlich eine Umstellung und der Prozess nicht einfach. Aber wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen.” So sieht er auch der Frage nach dem Leiter einer künftigen GdG ruhig entgegen, schließlich lasse sich dies mittels Delegation gemäß der territorialen Zuständigkeit regeln. Der eigentliche Leiter habe dann nur noch die Aufgabe, „alles zusammenzuhalten”.

Die Eckpfeiler: Der zu bildende KGV ist die kirchenrechtlich-fiskalische Einheit, die vom Bischof angestrebte GdG mit drei selbstständigen Pfarren und insgesamt neun Gemeinden die pastorale Einheit. Der KGV verwaltet das kirchengemeindliche Personal und die Kindergärten. Dabei wird das Vermögen der einzelnen Pfarren „nicht berührt”. Das gilt für die Mieteinnahmen aus Immobilien, die einer Kirchengemeinde gehören, wie Verwaltungsleiterin Karin Franken erläutert, ebenso wie für Sonderzuwendungen des Bistums für pfarrlich genutzte Gebäude.

Die Kollekten dienen Unterhalt und Materialbeschaffung (Hostien, Blumen, Kerzen). Jeden ersten Sonntag dient die Kollekte dem Unterhalt der Kirchenbauten: in St. Johannes gilt es noch, 12.000 Euro für die Schimmelsanierung aufzubringen, in St. Benno und Herz Jesu wurden die Heizungen erneuert, für die noch 2500 respektive 17.000 Euro aufgebracht werden müssen.

In St. Willibrord steht die Sanierung an, und in St. Thekla wird angespart. Das wird auch so bleiben, denn, so sagt Karin Franken: „Altlasten und Altguthaben bleiben bei den Pfarren.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert