Alsdorf - Dachser-Duathlon: Auf flotten Sohlen durch die City

Dachser-Duathlon: Auf flotten Sohlen durch die City

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
9828618.jpg
Startschuss für den Dachser-Duathlon: Statt wie bisher am Blausteinsee werden am Sonntag hunderte Sportbegeisterte die Alsdorfer Innenstadt unsicher machen. Foto: Andreas Röchter

Alsdorf. Die Helfer sind bereit, die Absperrgitter bestellt und die Sportschuhe scheinen auf ihren großen Einsatz förmlich zu warten. Am Sonntag darf wieder geschwitzt werden. Dann fällt der Startschuss für die sechste Auflage des Dachser-Duathlons.

Und der lockt dieses Mal nicht wie bisher an den Blausteinsee, sondern mitten in die Alsdorfer Innenstadt.

„Beim Trainieren ist eine Kulisse wie der Blausteinsee natürlich toll, doch bei einem Wettkampf ist es schön, wenn an der Strecke Leute stehen, die einen anfeuern“, erklärt Patrick Thevis, Geschäftsführer des Marathon-Clubs Eschweiler und somit Ausrichter des Sportevents, den Standortwechsel. Obwohl sich in den vergangenen Jahren am Start und Ziel immer zahlreiche Zuschauer zum Anfeuern der Sportler eingefunden hätten, sei die Strecke an sich für die Läufer und Radfahrer häufig recht isoliert gewesen.

So sei gemeinsam mit Karl-Heinz Bremen, Leiter der Alsdorfer Niederlassung des Logistikdienstleisters Dachser, die Idee entstanden, die Veranstaltung in die Heimat des Hauptsponsors zu holen. „Nach fünf erfolgreichen Jahren wollen wir den Duathlon näher an den Bürger bringen und auch den Sportlern durch neue Strecken Abwechslung bieten“, ergänzt Bremen. Auch die Stadtverwaltung sowie Bürgermeister Alfred Sonders seien sofort „Feuer und Flamme“ für den Vorschlag gewesen.

Fanmeile in der Innenstadt

Für die Stadt bedeute die Ausrichtung des Dachser-Duathlons nach Ansicht Bremens eine Aufwertung. „Alsdorf hat eine sehr positive Entwicklung hinter sich. Eine Großveranstaltung wie diese ist natürlich gut für das Image der Stadt. Als größter Arbeitgeber fühlen wir uns diesem auch verpflichtet“, erklärt Bremen, der selbst als ambitionierter Rennradfahrer und Mountainbiker sportlich unterwegs ist. Am Sonntag werde er seine Teilnahme zwar auf die Siegerehrung beschränken. Spätestens bei der zehnten Auflage des Dachser-Duathlons wolle er aber selbst an den Start gehen.

Die Erwartungen an die neuen Möglichkeiten in der Alsdorfer Innenstadt sind entsprechend groß. „In der City kann man die Bürger viel besser miteinbeziehen. Deshalb hoffen wir, dass wir am Sonntag beim Duathlon eine Art Fanmeile hinbekommen“, sagt Thevis und ergänzt: „Ich denke, dass das bei den Läufern und Radfahrern dann noch mehr Adrenalin ausschüttet als die Natur pur am Blausteinsee.“

Kraftakt für Ausrichter

Nichtsdestotrotz bedeutet der Standortwechsel für Thevis und sein Team einen Kraftakt. Alles musste bis ins kleinste Detail neu geplant werden. „Am Blausteinsee waren wir mitten in der Natur und hatten somit fast freie Hand. Doch sobald öffentliche Straßen gesperrt werden müssen, erfordert das natürlich einen Mehraufwand für uns als Ausrichter“, berichtet Thevis. Während der Verein für die Strecke am Blausteinsee die rund 50 Helfer, die jedes Jahr benötigt wurden, noch selbst stellen konnte, musste er nun erstmals professionelle Hilfskräfte „einkaufen“. Auch Mitarbeiter von Dachser unterstützen die Eschweiler Marathon-Freunde in Alsdorf bei der Betreuung des Duathlons. Somit werden am Sonntag rund 80 Helfer auf dem Plan stehen, um sicherzustellen, dass sich die Athleten ganz auf ihre Lauf- und Radstrecken konzentrieren können und jedes Absperrgitter am rechten Fleck steht.

Von denen werden in der Alsdorfer Innenstadt eine ganze Menge zu finden sein. 300 Absperrgitter habe man eigens für das Großevent geordert, berichtet Thevis. Zum Vergleich: Am Blausteinsee waren es lediglich 180. „Wenn man bedenkt, dass ein Absperrgitter 2,50 Meter lang ist, kann man sich schnell ausrechnen, was für einen enorm großen Bereich wir am Sonntag absperren müssen“, so der ambitionierte Läufer.

Das Ordnungsamt bleibt angesichts des Großevents mitten in der Alsdorfer Innenstadt entspannt. „Wir werden mit einigen Leuten vor Ort sein und sicherstellen, dass die Absperrungen richtig stehen. Doch für uns wird der Duathlon kein größerer Aufwand sein, als beispielsweise das Europafest“, versichert Jürgen Kochs, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts. Mit Komplikationen durch den Wettkampf werde seitens der Stadt nicht gerechnet.

Auch wegen der Belastung, die durch die großräumige Absperrung der Innenstadt für die Alsdorfer entstehe, hofft Thevis darauf, dass der Dachser-Duathlon auch diejenigen begeistern werde, die dem schwitzigen Treiben lieber mit Abstand begegnen. Schließlich sei grade auch der Zuschauer bei den Planungen von Anfang an berücksichtigt worden. Die Lauf- und Radstrecke wurde so gewählt, dass man schnell zwischen den Strecken wechseln kann. So können die Zuschauer den Wettkampf der Athleten jederzeit hautnah verfolgen. „Einmal aus der Haustür raus und schon ist man mitten im Geschehen“, beschreibt Thevis begeistert die neuen Möglichkeiten. Vielleicht könne dies ja auch den ein oder anderen Sportmuffel dazu animieren, im kommenden Jahr selbst die Sportschuhe aus dem Schrank zu holen.

Trotz stressiger Vorbereitungszeit, hofft man beim Marathon-Club Eschweiler nun darauf, dass sich all die Mühen am Ende des Tages gelohnt haben. „Wir wollen die Bürger von dem Event begeistert und einen Mehrwert für die Teilnehmer erreichen“, betont Thevis. „Wenn am Sonntag alles gut klappt und die Beteiligten glücklich sind, dann sind wir das auch.“

Unter den Duathleten finden sich neben Hobbysportlern auch hochkarätige Wettkämpfer wie die beiden Profi-Triathletinnen und Weltmeisterinnen Astrid Ganzow und Beate Görtz. Gespannt sein dürfe man auch auf Jochen Neyrinck, Sieger von 2013 und 2014, und Daniel Mannweiler, Sieger von 2011 und 2012, die sich nach Thevis‘ Prognose auch dieses Jahr ein Kopf-ein-Kopf-Rennen liefern werden.

Dabeisein ist alles

Besonders freuen sich Thevis und Bremen jedoch darüber, dass der Duathlon vor allem auch die breite Masse an Sportbegeisterten anspreche. „Wir legen großen Wert darauf, dem Breitensport eine Plattform zu geben“, betont Bremen. Für viele Sportler stehe beim Dachser-Duathlon die Teilnahme im Vordergrund und weniger das Eregebnis. Als ältester Teilnehmer geht am Sonntag ein 78-Jähriger an den Start, teilt Thevis mit. Als einziger Vertreter seiner Altersklasse ist seine Teilnahme somit außer Konkurrenz. Es zeigt sich also: Dabeisein ist alles.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert