Da wird es auch dem Nicht-Kölner warm ums Herz

Von: rei
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Bieten in Herzogenrath ein tolles Konzert mit vielen kölschen Ohrwürmern: die „Paveier“. Foto: Stefan Reimers

Herzogenrath. Der Stadtsportverband wollte den Leuten etwas ganz Besonderes bieten und hatte deshalb die „Paveier“ nach Herzogenrath auf die Burg Rode eingeladen. Das abwechslungsreiche Programm der Kölner Band sollte sich positiv auf die Spendenbereitschaft der zahlreich Erschienenen auswirken zu Gunsten der Aktion „Sport hilft - nicht nur Dir“ im Sinne der Flüchtlingsarbeit.

Etwas ganz Besonderes war es definitiv. Denn die „Paveier“ haben das Publikum mit ihren Liedern kölscher Mundart von Beginn an und mitgerissen. „Paveier“, das ist viel mehr als nur Karneval, auch wenn die sechsköpfige, in den letzten Jahren mehr und mehr verjüngte Formation in der Fünften Jahreszeit zugegebenermaßen schon lange „fett im Geschäft“ ist. Und „lange“ heißt in diesem Falle ganze 33 Jahre. Von den Gründungsmitgliedern sind „Bubi“ Brühl, Detlef Vorholt und Klaus Lückerath noch immer dabei.

Ja, die Paveier machen Stimmungsmusik. Das bedeutet aber keineswegs immer Vollgas wie zum Beispiel bei „Leev Marie“ oder „Uns jeht et joot“. Einer der größeren Hits – auf jeden Fall aber ein echter „Abräumer“ auf jedem Konzert – ist das wunderkerzenverschlingende „Heimat es“. Da wird es auch dem Nicht-Kölner warm ums Herz, wenn die ganze Fangemeinde sich in den Arm nimmt und lautstark singend im Takt wiegt.

Abwechslungsreich ist aber nicht nur das Programm. Die Paveier sind durchweg Vollblutmusiker. Hat man sich gerade daran gewöhnt, dass nicht mehr der Bubi singt und Gitarre spielt, sondern der vor sechs Jahren dazu gestoßene Sven Welter (von seinen Kollegen ob seiner eigenwilligen Frisur liebevoll „dä huhjeföhnte Schalmeiendänzer“ genannt), da sitzt dieser auch schon wieder am Klavier. Nur um da anschließend wieder vom Bubi abgelöst zu werden.

Sogar Mitbegründer Klaus Lückerath sang ein kurzes, aber vielbejubeltes Solo beim Klassiker „Pflaumenpolka“. Normalerweise bedient er bei den Paveiern nur die Gitarre oder die Mandoline, in Köln nur „Flitsch“ genannt.

Die Lieder der Kölner Mundartkapelle erzählen kleine Geschichten, Alltagsbeobachtungen, gewürzt mit feiner Ironie, in denen sich der Zuhörer selbst wiederentdecken kann, und deckt musikalisch und stilistisch eine Bandbreite ab, von der andere Bands nur träumen können. Nah am Publikum zeigten sich die Akteure auf der Bühne auch in Herzogenrath. Sie begrüßten ihren eigens mitgereisten (nahezu ausschließlich weiblichen) Fanclub, der ihnen offenbar zu jedem (!) Konzert folgt und interagierten, kleine Geschichten zu den Liedern erzählend oder sich gegenseitig auf den Arm nehmend, auch sonst ständig mit dem Publikum.

Im Laufe des Abends gab es neben den größten Hits aus 30 Jahren auch Neues von den Paveiern. Ob es sich dabei um den kommenden Sessionsbeitrag 2016/17 handeln soll, wurde ebenso wenig wie der eigentliche Titel genannt. Jedenfalls ging es wieder mal um Liebe. Diesmal allerdings nicht um die Suche nach der wahren Liebe (wie bei „Leev Marie“), sondern um die erste große. Diese mit dem nötigen Herzschmerz vorzutragen oblag wieder einmal dem Längsten (nicht Größten, wie er selber betonte) der Band, Frontmann und Nesthäkchen Sven Welter.

Am Ende hatten die Paveier ganze drei Stunden lang die Burg beschallt und beste Unterhaltung geboten.

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