Herzogenrath - „Cross on Top”: Grüne legen Alternativvorschlag vor

„Cross on Top”: Grüne legen Alternativvorschlag vor

Von: bea
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Die Grünen warten erneut mit ihrem „Alternativvorschlag zum Kreuz auf der Kohlehalde in Merkstein” Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Die Grünen warten erneut mit ihrem „Alternativvorschlag zum Kreuz auf der Kohlehalde in Merkstein” auf. Das „Friedenszeichen” soll am 14. Dezember im Stadtrat beraten werden.

Die Grünen hatten ihren Vorstoß in der jüngsten Ratssitzung zurückgezogen, in der der Antrag zum „Cross on Top” abschließend diskutiert und abgelehnt worden war - trotz der Hoffnungen, die sich der Arbeitskreis Merksteiner ökumenische Zusammenarbeit (MÖZ) nach dem über 90-prozentigen Pro-Votum auf seiner Bürgerversammlung gemacht hatte.

Nunmehr haben die Grünen die seinerzeit noch fehlenden Informationen zu Material, Kosten, Finanzierung und möglicher Einbeziehung anderer Gruppen für ihren Vorschlag eingeholt. Mit rund 5000 Euro werde die Umsetzung des Konzepts zu Buche schlagen, die durch Spenden getragen werden sollen.

Die Stadt als Eigentümerin der Halde, die Pfarrgemeinden in Herzogenrath, die jüdische Gemeinde in Aachen, die muslimische in Herzogenrath, das Bündnis gegen Rechts und der Integrationsrat sowie der Verein Bergbaudenkmal Adolf und die MÖZ sollen in die Planung einbezogen werden.

Der Entwurf zu dem „Friedenszeichen Halde Adolf” stammt aus renommierter Künstlerhand: Stefanie Weskott und Werner Huppertz-Weskott genießen auch im Bereich religiöse Kunst einen guten Namen.

Neben dem Mahnmal für die ermordeten Juden vor dem Herzogenrather Rathaus geht etwa die „Pilgergesellschaft” auf dem Kapellenplatz in Kevelaer auf ihren Entwurf zurück, oder eine zwei Meter hohe Marienfigur in der Kirche von Waldweiler bei Trier. Zudem haben sie wie zahlreiche andere Kirchenräume die Kapelle im Nell-Breuning-Haus (NBH) gestaltet.

„Wir haben auch Kreuze gefertigt”, sagt Werner Huppertz-Weskott. So etwa das Schiebekreuz im Versammlungsraum des NBH, ein drei Meter hohes Altarkreuz in der Heilig-Kreuz-Kirche in Ichendorf/Bergheim oder ein Alabasterkreuz über dem Altar der Klosterkirche in Sponheim. Beide Künstler sind kirchlich aktiv, engagieren sich im Gemeindeleben von St. Josef Straß, wo Stefanie Weskott auch im Kirchenchor singt.

Den ursprünglichen Antrag auf ein Haldenkreuz nicht einfach ablehnen, wollten die Grünen, sondern sich „konstruktiv mit dem Thema auseinandersetzen”. Es folgte die Anfrage an Huppertz-Weskott, einen Entwurf für ein die Religionen verbindendes Symbol, ein Friedenszeichen, zu skizzieren.

Ein Treffpunkt, auch für gemeinsame religiöse Feste könnte das Haldenplateau sein, schlagen die beiden Künstler vor, wohlwissend um die derzeit aufgeheizte Diskussion um den Haldenkreuz-Antrag: „Das ist auch für uns eine schwierige Situation”, appellieren sie nun an die Dialogbereitschaft. Das Problem kreise letztlich um die Frage „Steht es uns zu, in den öffentlichen Raum nur ein einzelnes religiöses Symbol zu setzen, ohne die anderen zu berücksichtigen?”

So habe es sie schließlich gereizt, den Dialog der monotheistischen Religionen herauszuarbeiten, sagt Stefanie Weskott - als Chance, den begonnenen christlich-muslimischen Dialog vor Ort fortzusetzen. In aus einer Stahlplatte geschnittene ineinandergreifende Fischblasen sind der Davidstern für das Judentum, das Christuszeichen für das Christentum sowie der Halbmond für den Islam gelasert.

Bewusst sollen die drei Platten bündig im Boden verlegt werden, auch, um dem Willen der SPD zu entsprechen, auf der Halde kein weit sichtbares Merkzeichen zu errichten. Bei Bedarf allerdings, und hier käme der Antrag der MÖZ zum Tragen, könne, etwa für eine Bergmesse, ein Kreuz oder eine Fahne in eine Fassung in der Mitte der Platten gestellt werden.

Stefanie Weskott: „Die Diskussion um das Friedenszeichen auf der Bergehalde darf ruhig Zeit brauchen.” Der Rat hat in seiner Sitzung am 14. Dezember erneut das Wort dazu.
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