Crash Kurs NRW: Die Realität erfahren, kann „echt hart“ sein

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Simulation einer Autofahrt mit Jugendlichen: (v.l.) Sarah Muck, Verena Vanderfreken, Jens Dellwing, Niklas Milewwicz, 10. Jahrgang GHG Alsdorf, demonstrieren eine gefährliche Situation. Foto: GHG

Alsdorf. Betroffene Stille kehrt ein in die mit über 300 Schülern voll besetzten Mensa der Alsdorfer Gesamtschule. Die Schüler der Abschlussjahrgänge der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf und der Städtischen Realschule Ofden sowie Gastschüler des Berufskollegs Alsdorf sind sichtlich schockiert.

Von den eindringlichen Bildern sowie emotionalen Berichten von Betroffenen schwerster Verkehrsunfälle mit jugendlichen Fahranfängern, die sich im Nordkreis in den zurückliegenden Jahren ereignet haben.

Bewusst setzt die nordrheinwestfälische Polizei mit ihrem „Crash Kurs“ auf Schockwirkung und Emotionalität: Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Notärzte sowie betroffene Eltern erzählen von Unfällen, bei denen sie vor Ort waren, wie sie sich als Ersthelfer oder Überbringer von Todesnachrichten gefühlt haben, oder als Mutter, deren Kind unter dramatischen Umständen bei einem Verkehrsunfall gestorben ist.

„Wir müssen sehr sensibel sein, um bei den teilnehmenden Schülern keine Traumatisierungen auszulösen, die Bilder und Berichte gehen auch uns Erwachsenen unter die Haut“, betont Sozialpädagogin Monika Esser und unterstreicht: „Im Vorfeld der Veranstaltung wird abgeklärt, ob die Jugendlichen in aktuellen privaten Trauersituationen sind. Diese dürfen an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

Sie werden ebenso wie Schüler, die während der Veranstaltung rausgehen, weil sie die Bilder und Berichte nicht oder nur schwer verarbeiten können, durch Psychologen der Polizei und durch das Deutsche Rote Kreuz betreut. Auch von unserem Kooperationspartner, der Katholischen Beratungsstelle Alsdorf, vertreten durch den Leiter Claus-Ulrich Lamberty, erfahren wir aktive Unterstützung.“

Im Unterricht wird die Veranstaltung vor- und nachbereitet, unter anderem mit Hilfe von Unterrichtsmaterial – etwa Rollenspiele, bei denen Fahrsituationen nachgestellt werden –, das auf einem Server der Universität Köln zur Verfügung steht.

„Die Veranstaltung ist sicherlich für alle Beteiligten eine Zumutung“, erklärt Gesamtschulrektor Helmut Schmitz und erläutert sein pädagogisches Anliegen: „Aber es ist eine positive Zumutung, von der ich mir eine starke Signalwirkung auf die zukünftigen Fahranfänger verspreche: nicht Rasen, keine Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Nur das ist verantwortungsvoll.“

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