Container-Kita Hoengen erhält Neubau

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
14214605.jpg
Bunt gewürfelt: Aus dem Jahr 1986 stammen die ältesten Containerelemente der AWO-Kita an der Rosenstraße in Hoengen. Der Bau ist in desolatem Zustand und die Mängel sind kaum zu beheben. Deshalb ist jetzt ein Neubau geplant. Foto: Verena Müller
14214610.jpg
Die Tragfähigkeit der Wände und auch deren Wärmedämmung lassen zu wünschen übrig. Die Toiletten sind schlecht belüftet, ein Abfluss im Boden der Waschräume fehlt. Mit Problemen wie diesen hat Leiterin Rosi Kolberg zu kämpfen. Foto: Verena Müller
14214617.jpg
Die Tragfähigkeit der Wände und auch deren Wärmedämmung lassen zu wünschen übrig. Die Toiletten sind schlecht belüftet, ein Abfluss im Boden der Waschräume fehlt. Mit Problemen wie diesen hat Leiterin Rosi Kolberg zu kämpfen. Foto: Verena Müller
14214622.jpg
Die Tragfähigkeit der Wände und auch deren Wärmedämmung lassen zu wünschen übrig. Die Toiletten sind schlecht belüftet, ein Abfluss im Boden der Waschräume fehlt. Mit Problemen wie diesen hat Leiterin Rosi Kolberg zu kämpfen. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Es sei ja nicht so, als wenn der Kita-Betrieb unmöglich wäre, aber die Mängel und Unannehmlichkeiten würden sich inzwischen häufen. Und beheben ließen sich diese auch nicht, sagt die Leiterin des Hans-Böckler-Kindergartens an der Rosenstraße in Hoengen, Rosi Kolberg.

 Deshalb ist ein Neubau geplant, der sogar einer weiteren Gruppe Raum bietet. Ein Anbau ist ausgeschlossen, weil er bestehenden Räumen das natürliche Tageslicht nehmen würde.

Rutschgefahr

Kolberg, die ebenso lange die Kita leitet wie der älteste Bauteil steht, listet die Mängel auf: Die Geruchsbelästigung der schlecht belüfteten Toiletten, fehlende Abflüsse im Boden der Waschräume, die entsprechend schnell von matschenden Kindern unter Wasser gesetzt sind mit dementsprechender Rutschgefahr, kalte Böden in den Gruppenräumen und Plastikwände, an denen man kaum etwas aufhängen kann. An der sogenannten Sauerkrautdecke weisen unzählige Platten Kränze von undichten Stellen am Dach auf, andere haben Risse. Der Grund: Die Kita der AWO ist in Containerbauweise errichtet.

Der älteste Bauteil steht sogar auf Stahlträgern. Der Boden lässt sich leicht in Schwingungen versetzen. „Eine CD anhören und dazu tanzen ist nicht möglich“, sagt Rosi Kolberg. Die CD würde permanent springen. Aber das sei vermutlich das geringste Problem des Baukörpers.

Das Bauamt der Stadt Alsdorf hat die Mängelliste noch weiter gefasst: Unzureichende Fluchtwege mit entgegen der Fluchtrichtung aufgehenden Türen, Wärmebrückenprobleme und folglich hohe Heizkosten, Grundleitungsprobleme mit Symptomen wie Verstopfungen, Rückstau und undichten Stellen einhergehend mit „Nagerbefall“. Und das in einer Kita. Darüber hinaus sei das Elektro- und Wasserleitungssystem veraltet.

Fazit: Nach mehr als 30 Jahren (erster Bauabschnitt aus dem Jahr 1986) beziehungsweise 20 Jahren (zweiter Bauabschnitt aus dem Jahr 1995) habe die Anlage ihr Lebenszyklus-Ende erreicht.

105 Kinder

Derzeit beherbergt die Einrichtung, die sich auch „Familienzentrum“ und „Plus-Kita“ nennen darf, in fünf Gruppen 105 Kinder zwischen zwei Jahren und dem Vorschulalter. Aufgrund der gestiegenen Anmeldezahlen in Alsdorf (Stichwort Zuzug junger Familien) braucht auch Hoengen eine weitere Gruppe, die soll an der Rosenstraße/Ecke Hans-Böckler-Straße künftig Raum finden – falls der Neubau denn an quasi alter Stätte errichtet wird.

Im Jugendhilfeausschuss war bereits über den Standort gesprochen worden. Konsens: Hüttenhausen in direkter Nachbarschaft soll unbedingt erhalten bleiben, sollte diese Möglichkeit greifen. Was räumlich aber auch kein Problem sein sollte, in Anbetracht des fast luxuriös großen Außengeländes der Kita.

Die zwei Attribute, die die Kita im Namen tragen darf, erklären sich übrigens so: „Familienzentrum“ heißt, dass in den Räumlichkeiten auch Krabbelgruppen, ein Koch-Treff oder Vater-Kind-Kurse angeboten werden. „Plus-Kita“ weist unter anderem auf einen hohen Anteil von Kindern hin, deren Eltern Transferleistungen beziehen oder über ein nur geringes Einkommen verfügen. „Und der Anteil nimmt zu“, sagt Kolberg. Rund ein Drittel sind es in ihrer Einrichtung.

Der Jugendhilfeausschuss hat die Verwaltung nun beauftragt, schnellstmöglich die Voraussetzungen für einen Neubau zu schaffen und Vereinbarungen mit einem geeigneten Investor zu treffen. Der Träger, die Arbeiterwohlfahrt, ist an den Planungen beteiligt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert