Herzogenrath - Concordia Merkstein: Internationale Kicker mit viel Spaß

Concordia Merkstein: Internationale Kicker mit viel Spaß

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Nationalitäten sollen bei ihn
Nationalitäten sollen bei ihnen keine Rolle spielen: die Jungs von Concordia Merkstein; hinten A-Jugend-Trainer Andreas Eiermanns. Foto: B. Oprée

Herzogenrath. „Wir sind hier alle Freunde!” Mohamed grinst breit, schmeißt die Arme um seinen Kumpel und bolzt mit ihm albern auf dem Rasen herum. „Doch, im Ernst”, schiebt der 15-Jährige nach, als er wieder aufrecht sitzt: „Bei uns gibt es solche Anfeindungen nicht!”

Klar, gesteht er: „Auf sportlicher Ebene gibt es manchmal Krach. Doch der wird schnell geklärt, und da spielt es gar keine Rolle, ob einer Deutscher ist oder Türke!” Oder Südafrikaner, Rumäne, Spanier, Tscheche, Franzose? „Wir verstehen uns alle super, unternehmen an den Wochenenden oder abends viel miteinander”, schwören Oguzhan (16) und die muntere internationale Truppe Stein auf Bein. „Und wenn auf dem Platz doch mal das Temperament durchgeht, ist das hinterher sofort wieder vergessen!” Kuray (16) verkündet dazu überschwänglich augenzwinkernd: „Wir lieben uns doch zu sehr”!

Fußball und Teamgeist stehen bei der Concordia ganz offenbar im Mittelpunkt. „Wenn es Aufregung gibt, ist sie nie nationalitätsbezogen”, bestätigt Jürgen Jekewitz, Jugendleiter des SV Concordia Merkstein. Er ist überzeugt: „Unsere Jungs wollen leistungsorientiert spielen. Bei rassistischen Äußerungen würde die Mannschaft immer hinter dem betroffenen Spieler stehen.” Ein Eindruck, den Jugendtrainer Andreas Eiermanns teilt. Integration ist auch bei der Trainerausbildung ein großes Thema, berichtet er: „Alle sind sich einig, dass Anfeindungen und Rassismus nicht dazu gehören. Sport, Spaß und Fairness stehen im Mittelpunkt.” Ohne Vertun werde daher jeder bedenkliche Vorfall sofort gemeldet. Fremdenfeindliche Ausfälle hat es natürlich schon mal gegeben, „von außerhalb”, wie alle betonen.

Persönliche Erfahrungen mit Rassismus im Alltag haben die jungen Kicker noch nicht gemacht, wie sie sagen. Jeder von ihnen kennt allerdings jemanden im Umfeld, der unliebsame Begegnungen hatte. Eray (17) berichtet von seinem Freund, der im Karnevalszelt angepöbelt und schließlich abgepasst und verprügelt wurde, als er nach Hause wollte. „Wenn sowas einem auf dem Sportplatz passieren würde, sind wir alle da!”, kündigen sie an.

Freitagabend: „Sportler gegen Rechts”

Die vom Stadtsportverband initiierten Selbstverpflichtungserklärungen der Sportvereine gegen Rechtsextremismus werden am Freitag, 18 Uhr, im Schulzentrum Herzogenrath an Bürgermeister Christoph von den Driesch, Schirmherr der Aktion, abgegeben. Kooperationspartner des Projekts „Sportler gegen Rechts” sind die Städteregion Aachen, die Stadt Herzogenrath, das Herzogenrather Bündnis gegen Rechts und der Regiosportbund Aachen.

Bei einem Podiumsgespräch „Neonazis in Sportvereinen” diskutieren Erste Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann, Politikwissenschaftler Richard Gebhardt, KBC-Vorsitzender Lutz Goebbels, Stephan Zenker, Leiter der Ermittlungsgruppe „Rechtsmotivierte Kriminalität”, sowie Franz-Josef Kempen, Vorsitzender Stadtjugendring. Die Moderation hat Redakteurin Beatrix Oprée. Rechtsextremismus-Experte Michael Klarmann hält zuvor ein Impulsreferat.

Interessierte sind eingeladen. Gemäß § 6 u. 11, Versammlungsgesetz, sind aber Personen, die rechtsextremes Gedankengut vertreten, von der Veranstaltung ausgeschlossen.
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