„Come Together“ beim Frühlingstanzfest in Weiden

Von: ro
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Bereits 2016 fand das barrierefreie Tanzfest schon einmal statt. Aufgelockert wurde es durch eine Showeinlage der „Red Beautys“, einer Tanzgruppe des Freizeittreffs der KoKoBe Würselen. Foto: Wolfgang Sevenich
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Andreas Glindmeyer, Vorsitzender des Weidener Jungenspiels. Foto: Markus Roß

Nordkreis. Seit zehn Jahren besteht die Zusammenarbeit zwischen dem Jungenspiel und der KoKoBe (Koordinierungsstelle für Menschen mit Behinderung) Würselen und Alsdorf/Herzogenrath. Von Freitag, 21. April, bis Sonntag, 23. April, steht nun die Maikirmes in Weiden an.

Im Interview sprechen der Vorsitzende des Weidener Jungenspiels, Andreas Glindmeyer, und Karin Sodekamp-Stöcker, Mitarbeiterin der KoKoBe Städteregion Aachen für die Standorte Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, über gemeinsame Projekte.

Herr Glindmeyer, am kommenden Wochenende laden Sie wieder zur großen Maikirmes in das Festzelt am Dommerswinkel ein. Damit bilden Sie wieder den Auftakt für die Mai- und Jungenspielveranstaltungen in Würselen. Wie laufen die Vorbereitungen? Was ist an diesem Wochenende alles geplant?

Andreas Glindmeyer: Die Vorbereitungen für unseren Maiball laufen auf Hochtouren und mein Vorstand und die neue Spielspitze freuen sich darauf, dass es endlich wieder mit der Jungenspielsaison losgeht. Den Auftakt machen wir am Freitag mit der KoKoBe zusammen beim Frühlingstanzfest „Come togehter“. Am Samstag geht es dann mit unserem Maiball weiter. Fast schon traditionell spielt bei uns wieder die Band Fahrerflucht und begeistert seit nunmehr sieben Jahren unsere Zeltbesucher. Unsere Freunde, die Fahnenschwenkergruppe Grün-Weiss Weiden mit dem neuem Trainerteam Bernd Boeven und Lars Weiniger, werden auch wieder ihr Können unter Beweis stellen. Der Höhepunkt des Abends ist das Vorstellen der neuen Spielspitze des 68. Weidener Jungenspiels. Um das Wochenende ausklingen zu lassen, laden wir am Sonntag zum Familientag mit Mittags- und Kuchenbuffet ein.

Frau Sodekamp-Stöcker, wie erwähnt startet der Freitag wieder mit dem Integrativen Tanzfest in Zusammenarbeit mit der KoKoBe Würselen und Alsdorf/ Herzogenrath. Menschen mit und ohne Behinderung feiern gemeinsam. Wie kam es vor zehn Jahren zu dieser Kooperation?

Karin Sodekamp Stöcker: Die heutige Kooperation hat eine kleine Vorgeschichte. Entstanden ist das Tanzfest durch die Idee der früheren Zeltwirtin des Weidener Jungenspiels, Ingrid Peters, und Stephan Kriescher. Das Oktoberfestzelt am Alsdorfer Weiher hatte freitags programmfrei. Dies sollte geändert werden. So entstand dort ein Fest, wie es zuvor noch nicht gefeiert wurde. Wurden mit diesem Fest zunächst rund 200 Menschen begeistert, war die Stimmung so gut, dass allen klar war, dass die Veranstaltung weiterleben musste. Leider war dies in Alsdorf nicht mehr möglich, da das Oktoberfest nicht mehr stattfand. Über den Ehrenvorsitzenden des Weidener Jungenspiels, Stephan Kriescher, wurde die Tanzfestidee an den Vorstand des Weidener Jungenspiels herangetragen. Die Verantwortlichen des Jungenspiels nahmen diese Idee begeistert auf, und so wurde die Thekeneröffnung der Maikirmes zum Frühlingstanzfest umgetauft. Auch unter dem neuen Leiter des Festzeltes, Guido Spiegel, wird nun schon mehrere Jahre diese Tradition beibehalten. Im Festzelt Dommerswinkel Broichweiden begeistert Live-Musik der unterschiedlichsten Bands wie „Heartrock“, „Crossroads“ und Bands wie „Rasselbande“, „Bock Rock“ oder „Rolling Bones“ – deren Mitglieder in der Mehrzahl Menschen mit Handicap sind – mal mit englischen und mal mit deutschen Titeln Jung und Alt, Menschen mit und ohne Handicap. Aus einem ursprünglich integrativen Tanzfest ist nun gelebte Inklusion geworden: Alle feiern, tanzen und singen gemeinsam bis in die Nacht hinein. Zum Tanzen regen verschiedene Tanzgruppen an, entstanden aus dem Offenen Treff in Würselen, aus dem Wohnheim in Eschweiler, aus einem Angebot der Tanzschule Ars Vivendi in Baesweiler, aus dem Offenen Treff in der Eifel und so weiter. Der Bekanntheitsgrad ist so groß, dass auch Besucher aus dem weiteren Umfeld kommen. Bei diesem Tanzfest durften wir regelmäßig Arno Nelles, Bürgermeister der Stadt Würselen, aber auch weitere Gäste aus Politik und Verwaltung begrüßen. Auch die Stadt Alsdorf, die Stadt Herzogenrath und die Städteregion entsandten Vertreter. Es ist schon zur Tradition geworden, dass das Weidener Jungenspiel ein zum Tanz in den Mai geschmücktes Zelt vorbereitet und der Zeltwirt es freitags für das Frühlingstanzfest zur Verfügung stellt.

Sagen Sie doch bitte kurz, worum es sich bei der KoKoBe handelt.

Sodekamp Stöcker: KoKoBe ist ein vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) initiiertes und finanziertes Beratungsangebot. In Alsdorf und Würselen sind zwei von insgesamt sechs Stellen in der Städteregion Aachen, bei denen Menschen mit Behinderung und deren Angehörige qualifizierte, kostenlose und unabhängige Beratung und Unterstützung zu Fragen rund um die Themen Wohnen, Freizeit und Arbeit finden.

Was macht den besonderen Reiz dieses Tanzfestes aus, und warum sollte man sich die Auftaktveranstaltung auf keinen Fall entgehen lassen?

Sodekamp Stöcker: Den besonderen Reiz macht das ungezwungene Miteinander aus, die Freude aller Teilnehmer, die Barrierefreiheit des Zeltes auch für Rollstuhlfahrer, das Aufleben einer Tradition – Tanzen im Zelt – das über die Generationen hinweg Anklang findet. Die Veranstalter KoKoBe und Weidener Jungenspiel werden sowohl durch Träger aus dem Wohnbereich Caritas Lebenswelten und Josefs-Gesellschaft Vinzenz-Heim Aachen als auch durch Sponsoren unterstützt.

Glindmeyer: Besonders ist auch, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen feiern und der in der Gesellschaft hoch angepriesene Begriff Inklusion umgesetzt wird. Zudem gibt es viele ganz unterschiedliche Programmpunkte.

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