Collinet: Grüne widersprechen der eigenen Politik

Von: Karl Stüber
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Streitpunkt: Kurz vor den Kommunalwahlen wird das am und im Langhaus (Bild) geplante Schulzentrum wieder zum Thema. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Ministerialdirigent a.D. Hans-Dieter Collinet kritisiert als „engagierter Bürger” das Vorgehen der Partei. Die „Stadt der kurzen Wege” sollte im Interesse aller sein.

Alsdorf. Er möchte auf keinen Fall den Eindruck hervorrufen, als wenn er sich in administrative Abläufe einmischen wolle, sagt er. Aber als „engagierter, wenngeich nicht in Alsdorf wohnender Bürger”, der sich über Jahre für einen effizienten Strukturwandel in der ehemaligen Bergbaustadt Alsdorf nachhaltig stark gemacht hat, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung natürlich seine Meinung: Hans-Dieter Collinet, seit ein paar Monaten Ministerialdirigent außer Dienst.

Es geht ihm um die wieder neu entfachte Diskussion um den geplanten Neubau von Realschule und Gymnasium im und am Langhaus am Rande des Annageländes. Die Argumentation der Grünen gegen dieses Vorhaben, die sich in Teilen auch bei der neuen Bürgerinitiative „Wohnen am Langhaus” wiederfinde, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „Ich kann nicht verstehen, dass die Grünen ein grünes Konzept bekämpfen. Grüne Politik der Nachhaltigkeit wird konterkariert.”

Die von dieser Gruppierung gewünschte Sanierung der beiden Schulen in Ofden sei schlichtweg „suboptimal”, dagegen der Neubau in Verbindung mit der Kraftzentrale sprich Langhaus „energetisch optimal”. Dadurch spare die Stadt Alsdorf schließlich 780.000 Euro an Energiekosten pro Jahr, was die Gemeindeprüfungsanstalt ausdrücklich bestätigt habe. Es müsse auch im Sinne der angesprochenen Kritiker sein, wichtige Funktionen, die von vielen Menschen genutzt werden, in einem gut erreichbaren Raum zu konzentrieren.

Der Schulstandort Annagelände wäre per Öffentlichem Personennahverkehr (Bus und Euregiobahn) und auch für viele zu Fuß sehr gut erreichbar. „Das ist die Stadt der kurzen Wege”, sagt Collinet. Ärgerlich sei die „Vereinnahmung von Bürgern”, die sich die freie Aussicht auf die Kaftzentrale erhalten wollen, durch die Grünen. „Es mag ein legitimes Anliegen der Bürgerinitiative sein, obwohl der Bebauungsplan bereits jetzt eine dreigeschossige Bebauung als Mischgebiet vorsieht.”

Das Anlieger besagter Anwohner sei ein „verständliches Partikularinteresse, mit dem man sich auseinandersetzen muss”.

Dagegen stehe der Beschluss beider Schulpflegschaften von 1200 Schülern für den Neubau der Schulen, die sich jetzt allerdings in den Sommerferien nur schwerlich äußern könnten, um ihre Sicht der Dinge nochmals zu bekräftigen.

Der Stadtrat müsse Einzelinteressen mit den Interessen der Gesamtstadt abgleichen. „Dafür haben wir die repräsentative Demokratie”, sagt Collinet und führt fort: „Nicht jede Bürgerinitiative spricht für alle Bürger, sondern nur für einige.” Den Umgang mit dem Annagelände sieht Collinet als Schlüssel für die Zukunft der Stadt an. „An der Entwicklung dieser Fläche hängt das Schicksal der Stadt, um endlich von dem Negativimage wegzukommen.”
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