City- und Kulturfest: Händler bleiben im Regen auf Waren sitzen

Von: ehg
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Kunst-Handwerk & Design im
Kunst-Handwerk & Design im Alten Rathaus: Zumindest diese Akteure hatten es im Vergleich zu anderen schön trocken. Foto: Sevenich

Würselen. Welch ein Jammer! Grau in Grau der Himmel, während das Thermometer gerade mal zehn Grad anzeigte. Wenn es wenigstens trocken geblieben wäre. Aber bei diesem frommen Wunsch starb die Hoffnung zuletzt.

Dabei hatten sich Handel, Handwerk und Gewerbe und die Kulturstiftung Würselen sowie das Kultur- und das Jugendamt der Stadt mächtig ins Zeug gelegt, dass das City- und Kulturfest 2012 zu einem riesigen Erfolg hätte werden können. Obwohl der Wettergott so wenig Einsehen hatte wie lange nicht mehr, wurde trotzig das volle Programm durchgezogen. Achim Großmann, der Vorsitzende der Kulturstiftung, blieb Optimist: „Ich denke, dass wir die Stimmung noch drehen werden, wenn die Bands auf den drei Bühnen loslegen werden.”

In dieser Zuversicht bestärkte ihn, dass zum Auftakt mit dem Lagerfreuer-Trio an die 300 Besucher unter dem schützenden Zeltdach, das viele Jahre lang reichlich Farbe auf den Morlaixplatz gezaubert hatte, die Stimmung aufgenommen hatten, die die Akteure auf der Bühne verbreiteten.

Am nächsten Morgen legte Discjockey Charly erst einmal zum eigenen Vergnügen seine Silberlinge auf. Herrschte doch über lange Zeit gähnende Leere um ihn herum. Am unteren Morlaixplatz waren die kleinen fahrenden Händler froh, sich mit ihrem Trödel unter die Arkaden rechts und links zurückziehen zu können. Oder sie deckten ihre Secondhand-Ware mit Plastik ab, bis sich Kundschaft einstellte. Vor allem freuten sie sich, wenn es doch das eine oder andere Mal in der Kasse klingelte. Nebenan drehten beim Kreisjugendring Hildburghausen gelegentlich ein paar Kettcars ihre Runden. Die Hüpfburg war so gut wie gar nicht gefragt. Sie war einfach zu sehr durchnässt! Am Info-Stand des Jugendamtes der Stadt konnten eher Waffeln und alkoholfreie Cocktails abgesetzt werden, als Informationen. Beim Casting zu einem Musikvideo mit dem Titel „Frieden” blieben Bewerber Mangelware, leider!

Trotz des schlechten Wetters lief das volle Programm ab. Erstmals präsentierte sich das Medizinische Zentrum des Kreises Aachen, nicht zuletzt mit vielen Informationen zur Volkskrankheit Nr. 1, der Diabetes. Der Verein „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen” nutzte die Gelegenheit, seine Arbeit - vor allem - im Bahnhof transparent zu machen. Die Jugendlichen des Vereins waren bemüht, ihre kleinen, selbst gebastelten Kunstwerke an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Einfach nicht fehlen wollte die Seniorenwerkstatt. Sie bot nicht nur die neuesten eigenen Produkte zum Kauf an. Sie leitete auch kleine, handwerklich interessierte Gäste an der elektrischen Laubsäge an.

Bei den Bündnisgrünen war es nicht nur das Ziel, ihren Landtagskandidaten ins rechte Rampenlicht zu rücken. Vielmehr regten sie zu Baumpflanzungen und der Anlegung von Blühflächen an. Setzlinge und Samen gab es kostenlos.

Was sich auf jeden Fall lohnte, war ein Abstecher ins Alte Rathaus, das von zehn Künstlern mit Handwerk & Design in der Regie von Kulturfrau Sigrid Kerinnis zu zu einer facettenreichen Galerie umgestaltet worden war. Während Ilke Kopac-Bertling schöne und lustige Designs für die Taschen von Jungen und Mädchen ausgedacht hatte, wartete die Goldschmiedin Monika Bergrath mit „Kleinen Wasserwesen aus der Wurm” auf, auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich. Unter dem schützenden Dach des Rathauses beschäftigte die Künstler das Wetter weniger. Monika Bergrath: „Bei schönem Wetter hätten auch wir mehr Zulauf gehabt, aber wir dürfen noch zu zufrieden sein.”

Für die Außengastronomie war das City- und Kulturfest 2012 ein absoluter Reinfall. Wer wollte ob der vorherrschenden Temperaturen da schon an einem Tisch unter freiem Himmel Platz nehmen. An der oberen Kaiserstraße sorgte wenigstens die dort ansässige Fahrschule für etwas Leben. Kleinkinder konnten auf Bobbycars ihre „Verkehrssicherheit” unter Beweis stellen. Als neues Fortbewegungsmittel entdeckten Jugendliche und Erwachsene das „Segway”.

Zu einer nasskalten Angelegenheit wurden erst recht die Vorführungen der Freunde der Schiffe en Miniature am Teich am Dreiecksplatz an der Elchenrather Straße. Sie blieben dort nicht minder weitgehend unter sich. Machten doch nur wenige neugierige Cityfest-Besucher einen Abstecher zu ihnen.

Wenig von den äußeren Bedingungen beeinflussen ließen sich die farbenfroh gewandeten Stelzergänger und die humorvollen Jongleure, die auf der Kaiserstraße unterwegs waren und die Besucher des Festes mehr als einmal nur in Erstaunen versetzten. Sie zogen genau ihr Programm durch wie die verpflichteten Bands auf den drei Bühnen, beklatscht von ihren Fans.
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