Cinram: Keine Vertragsverlängerung mit Universal Pictures

Von: Verena Müller
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Unsichere Zeiten: Nach Verkauf und Wechsel in der Geschäftsführung steht nun fest, dass Universal Pictures seinen Vertrag mit Cinram nicht über den 30. Juni dieses Jahres hinaus verlängert. Foto: Verena Müller/Karl Stüber
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Geschäftsführer Martin Kämper schwieg zu dem Vorgang. Foto: Verena Müller/Karl Stüber

Alsdorf. Die nächste einschneidende Veränderung steht Cinram ins Haus. Nachdem die rund 1000 Mann starke Belegschaft erst vor wenigen Wochen die Botschaft vom Verkauf und vom Wechsel in der Geschäftsführung verdauen musste, wurde ihr nun mitgeteilt, dass Universal Pictures seinen Vertrag nicht verlängert.

Im offiziellen Schreiben an die Mitarbeiter, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es wörtlich: „Universal Pictures hat Cinram am 7. März 2017 offiziell über die Entscheidung informiert, den am 30. Juni 2017 auslaufenden europäischen Fertigungs- und Distributionsvertrag mit Cinram nicht zu verlängern.“

Aufgrund der „Bedeutsamkeit dieses Vertragsverlusts“ werde das Cinram-Management die im Nachgang zu dieser Entscheidung „entsprechend notwendigen Schritte und Maßnahmen diskutieren“. Geschäftsführer Martin Kämper, Mitunterzeichner des Schreibens und Nachfolger von Dieter Lubberich, der Ende Januar ausschied, ließ am Telefon ausrichten, dass er noch keine Stellungnahme abgeben könne. Erst in der kommenden Woche wolle er sich äußern.

In der Mitarbeiterinformation heißt es weiter: „Trotz der Enttäuschung über die Nachricht, dass diese langjährige Kundenbeziehung in Kürze beendet sein wird, ändert dies nichts an unserem Engagement und der Verantwortung gegenüber Universal Pictures, unseren geschätzten Kunden sowie unseren Lieferanten und Mitarbeitern.“

Auch der Gewerkschaftssekretär der IG Bergbau, Chemie, Energie, Jörg Erkens, äußerte sich zunächst vorsichtig. „Das ist mit Sicherheit ein einschneidender Moment. Ob man den Kundenverlust ausgleichen kann, wird sich noch zeigen.“ Mit Sicherheit sei aber mit Konsequenzen zu rechnen. Erst Mitte Februar hatte die IG BCE mit der Cinram GmbH eine Standortsicherung vereinbart. „Am Mittwoch wird es eine Betriebsversammlung geben, in der sich die Geschäftsführung den Fragen der Mitarbeiter stellen will“, sagte Erkens weiter.

2016 war das wirtschaftlich beste Jahr für den Hersteller von CDs, DVDs und Blue-rays. Aber: Der Markt schrumpft. Die Verkaufszahlen sinken und der Internethandel gewinnt immer mehr Kunden. An den beiden anderen europäischen Standorten in England und Frankreich wurde die Produktion bereits eingestellt, am Alsdorfer Standort wird derzeit die Distribution (Vertrieb, Logistik) ausgebaut. Seit mehr als 30 Jahren gibt es den hiesigen Standort. Der Vertrag mit Universal Pictures war 2008 geschlossen worden.

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