Cinram kämpft um jede Scheibe

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Silberstreif mit Silberlingen
Silberstreif mit Silberlingen am Horizont: Cinram Alsdorf müht sich, um sich auf dem heiß umkämpften Markt der Bild- und Tonträger zu behaupten. Foto: Stüber

Alsdorf. Klaus Schramm lässt sich entschuldigen. Der Geschäftsführer von Cinram Alsdorf ist ständig auf Achse, weil er auf dem heiß umkämpften und schrumpfenden Markt der Bluray-, DVD- und CD-Herstellung Aufträgen hinterherjagt und innerhalb des Konzerns Verpflichtungen nachgeht.

Gern hätte er selbst über Teilerfolge gesprochen, auch in der Logistik neue Auftraggeber zu finden. Das übernimmt nicht minder motiviert Cappi Frenger, Prokurist mit den Aufgabenschwerpunkten Vertrieb und Kommunikation (Sales Director), der seit Jahren dem Standort Alsdorf eng verbunden ist.

Gerade erst hatte Cinram den „schmerzlichen Anpassungsprozess” gegen Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen, nachdem der Hauptkunde Warner Home Video abgesprungen war. Letztlich gingen rund 70 feste Arbeitsplätze verloren, traf es aber vor allem befristet Angestellte. Derzeit hat Cinram in Alsdorf noch knapp 1000 Festangestellte. Nun werden über 70 auf ein Jahr befristete Stellen hinzukommen, um Distribution für den Marktkonkurrenten „Technicolor” zu übernehmen, an den man in 2010 den Kunden Warner Home Video verloren hatte.

Gut auch für das Image

Es geht also um die Abwicklung der Auslieferung und die Retourenbearbeitung. Da ist der Auftraggeber offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Alsdorfer das effizienter erledigen können als andere. „Wenn wir das nur früher gewusst hätten . . .” bedauert Frenger, den Verlust von Arbeitsplätzen im letzten Jahr.

Die in Polen gefertigten Silberlinge werden mit offizieller Wirkung seit 9. Mai Zug um Zug von den Alsdorfern auf den deutschen Markt inklusive Österreich gebracht - über den Markt Schweiz wird derzeit noch verhandelt. Rund 25 Millionen Einheiten sollen dies in diesem Jahr sein, wie Frenger erläuterte. Natürlich hoffen die Alsdorfer, sich auf Grund der Qualität ihrer Arbeit auch für die Zukunft als Dienstleister von Technicolor und vielleicht auch Warner Home Video direkt zu empfehlen. Frenger stellt allerdings klar, dass mit diesem Auftrag nicht die Fertigung der Bild- und Tonträger in Alsdorf verbunden ist.

Die Rückkehr zu Cinram hatte sich bei Warner kürzlich bereits angedeutet. Mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 „ war einer der größten Titel des Jahres 2011 bereits über Cinram an den Handel ausgeliefert worden, bestätigt Frenger die Mitteilung eines Branchendienstes. Dabei handelte es sich um gut zwei Millionen Exemplare. Sicherlich die Produktion des Jahres angesichts des Erfolgs der Potter-Filme nicht nur im Kino.

Der leitende Cinram-Angestellte verweist auf weitere Erfolge. So sei es gelungen, neben der Produktion von „Scheiben” für die großen Studios Fox und Universal im ersten Quartal dieses Jahres durch intensive Akquise 6,5 Millionen Silberlinge für kleinere Studios zu produzieren und auch zu vertreiben. „Wir haben den Platz, wir haben die Systeme, wir wissen, wie es geht”, verweist Frenger auf Potenzial, noch mehr Aufträge abzuwickeln. Aber der Markt wird immer enger.

Das bekommen auch die großen Produktionsstudios zu spüren, die ihrerseits neben der klassischen Scheibe die Vertriebswege via Internet (Downloaden von Musik und Filmen) nutzen. Den Markt muss sich Cinram hauptsächlich mit Technicolor, Sony und Avato (Bertelsmann) teilen.
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