Cinram in der Krise: Möglichst viele Arbeitsplätze erhalten

Von: Karl Stüber
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Auf der Suche nach dem Weg aus der Krise: Cinram-Geschäftsführer Klaus Schramm bittet die Belegschaft um Geduld. Foto: Karl Stüber

Würselen. Mit Unverständnis hat Klaus Schramm, Geschäftsführer der Firma Cinram, auf ein Flugblatt der IGBCE reagiert. Gewerkschaftssekretär Jörg Erkens hatte der Geschäftsführung im Zusammenhang mit dem beim Amtsgericht Aachen beantragten Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung Hinhaltetaktik vorgeworfen. Sie würde die Belegschaft – Cinram zählt rund 1000 Beschäftigte – in quälender Ungewissheit lassen.

Zudem hatte Erkens mit der Kündigung des Entgelttarifvertrages als Rechtsgrundlage für Arbeitskampfmaßnahmen gedroht. Auf Nachfrage sagte Schramm, Mitgeschäftsführer Martin Kämper würde zweimal wöchentlich mit dem Betriebsrat Gespräche führen und Informationen austauschen. „Wenn Herr Erkens gewünscht hätte, hätte er zudem ja zum Telefonhörer greifen und mich anrufen können.“ Für nächste Woche sei nun ein Gespräch mit der IGBCE vereinbart worden.

Zudem will der Cinram-Geschäftsführer in den kommenden Tagen die Mitarbeiter Zug um Zug über die Entwicklung unterrichten – wahrscheinlich die einzelnen Bereiche jeweils für sich, um gezielter und detaillierter informieren zu können. „Ich kann die Unsicherheit der Mitarbeiter nachvollziehen“, sagte er. Aber der Hersteller von CDs, DVDs und Blu-rays, der zudem seine Logistiksparte als zweites Standbein immer mehr ausbaut, bereite sich laut Schramm schon wieder auf die nächste Saison, also die Hauptproduktionsphase mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft vor.

„Allein schon deshalb zielen unsere Bemühungen darauf ab, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, weil wir die Mitarbeiter entsprechend auch brauchen.“

Derzeit suche man nach Partnern, um den Standort zu stärken. Die Aufforderung des Gewerkschaftssekretärs, endlich mit dem Betriebsrat Verhandlungen über einen Sozialplan und eine Liste der zur Kündigung anstehenden Mitarbeiter zu führen, komme viel zu früh. „Das kann erst dann erfolgen, wenn klar ist, wie es weitergeht und wie viele Mitarbeiter wir benötigen“, sagte Schramm.

Das Flugblatt der IGBCE habe leider für große Verunsicherung bei den Kunden gesorgt und wirke sich auch nicht fördernd bei der Suche nach Partnern aus. Die IGBCE habe hierdurch sogar Arbeitsplätze gefährdet. Dennoch will Schramm nicht auf Konfrontationskurs mit den Arbeitnehmervertretern gehen.

Zwischenzeitlich hat der Gläubigerausschuss die Roland Berger GmbH (Unternehmens- und Strategieberatung) beauftragt, einen Investor für den gesamten Standort oder mehrere für die einzelnen Teile zu suchen. Drei der fünf Mitglieder des Gläubigerausschusses seien im übrigen klar Vertreter von Arbeitnehmerinteressen, so der Vorsitzende des Betriebsrates und jeweils ein Vertreter des Pensionssicherungsfonds und der Agentur für Arbeit. Zielrichtung des Gremiums sei also, Arbeitsplätze zu erhalten und Cinram zu sichern.

Denkbar sei auch, dass der Eigentümer, die US-amerikanische Investorengruppe „1847 Parterns LLC“, selber nochmals in den Standort Cinram investiert oder Firmenanteile verkauft. Schramm wirbt bei IGBCE und Mitarbeitern um Verständnis dafür, dass die Geschäftsführung Zeit benötigt, um die weiteren Schritte zu prüfen.

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