Christus unser Friede: Die Kirche bleibt auch weiter im Dorf

Von: mabie
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Wie sieht die Zukunft der Gemeinde aus? Beim Informationsabend in der Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung in Kohlscheid werden Perspektiven gesucht. Foto: Markus Bienwald
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Pfarrer Michael Datené stellte die kommenden Änderungen und Möglichkeiten der Gemeinde in Kohlscheid vor.

Herzogenrath. „Je mehr Menschen lebendige Kirche sind, und nicht nur sagen, wir hätten gerne dies und das, desto notwendiger ist der Erhalt der Gebäude vor Ort“, so Pfarrer Michael Datené am Ende des Informationsabends zum künftigen Erscheinungsbild der katholischen Kirchengemeinde Christus unser Friede in Kohlscheid.

Mit diesem Fazit unterstrich er auch die Stimmung, die sich bei der Veranstaltung in der Kirche St. Mariä Heimsuchung in Kämpchen durchaus gebildet hatte. Denn einig waren die Stimmen der rund 70 Anwesenden darüber, dass gemeinsam etwas für den Erhalt der Kirchengemeinde getan werden müsse, statt angesichts der Sparvorgaben vom Bistum resignierend die Hände in den Schoß zu legen. „Wir müssen positiv denken, nicht negativ“, betonte auch Herbert Contzen vom Kirchenvorstand.

Beim Umbau der Kirche, der durch die Sparvorgaben des Bistums Aachen nötig wird, heiße es, zu sichten, zu schauen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie Kirche sich weiterentwickelt, ohne die Nähe zu den Gläubigen vor Ort zu verlieren, so Contzen weiter. Die Sparvorgaben gehen von einem Drittel Einsparungen aus, und wurden bereits vom Bistum Aachen für die Kohlscheider abgesegnet.

Suche nach Alternativen

„Uns geht es finanziell noch gut, wir sind nicht unter Riesendruck“, so Pfarrer Datené weiter. Dennoch rief er dazu auf, alle Bestandteile von Kirche in Kohlscheid auf den Prüfstand zu stellen. „Es geht um die Frage, wie Kirchen optimaler genutzt werden können“, so Datené, „dabei müssen wir auch über den eigenen Tellerrand hinaus gucken.“ Möglichkeiten, ökumenisch mit den ebenfalls vor tiefgreifenden Veränderungen stehenden Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde wurden diskutiert.

Ein aktualisiertes Pastoralkonzept, die Überprüfung von Nutzung, Auslastung und personellen Konzepten in regelmäßigen Abständen und die Anforderungen, für alle Nutzergruppen entsprechende Räume und Angebote aufrecht zu erhalten, seien eine Aufgabe, der sich die Gemeinde stellen muss. Einfach nur Kirchen zu schließen, und die Gläubigen dann auf die nächstgelegene Möglichkeit zur Ausübung ihres Glaubens hinzuweisen, sei nicht genug, wie Datené durchblicken ließ. „Es reich nicht, wenn wir in einem Ort nur eine Kirche haben, denn alle Gruppen brauchen Räume“, schloss er.

Alternative Nutzungen seien daher notwendig, „wir wollen aber keine Kletterhalle daraus machen“, so der Pfarrer, aber Gebäude seien auch mehrfach nutzbar. Beispielsweise durch kleinere Umbaumaßnahmen könnten Strukturen geschaffen werden, die eine Kirche nicht nur für Messen und Andachten, sondern beispielsweise auch für Messdiener, Firmabende oder Karnevalsfeiern öffnen könnten.

Neben den vielen Denkmodellen stellte Michael Datené aber auch Fakten vor, die sich aus dem Kirchlichen Immobilienmanagement (KIM) ergäben. So bleibe St. Katharina als zentraler und größter Kirchenbau erhalten, St. Matthias in Berensberg als südlichste Kirche der Gemeinde und St. Barbara in Pannesheide als Nördlichste in der Gemeinde auch. Auf der Liste für neu zu erarbeitende Gebäudekonzepte stehen St. Mariä Heimsuchung Kämpchen, St. Mariä Verkündigung Bank, sowie das Jugendheim und die Hubertuskapelle in Pannesheide.

„Die Gemeindebüros in Pannesheide, Kämpchen, Bank und Berensberg werden wir in kirchennahe Räume, beispielsweise in die Sakristei oder das Jugendheim, verlagern“, sagte Datené. Das Jugendheim in Berensberg sei gut genutzt, das „alte“ Katharinahaus am Markt 7 sei inzwischen verkauft und das neue Katharinahaus Markt 5 umgestaltet, was auch zur durchaus positiven Lage der Gemeinde beitrage. Trotz der Erfüllung der bisherigen Vorgaben und der vorgenommenen Umstrukturierungen rief Datené dazu auf, weitere Projekte „nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern tragfähige Lösungen zu finden.“

In den nächsten fünf bis sieben Jahren seien Schließungen nicht zu erwarten, meinte er am Ende der Diskussionsrunde. Doch auf die Frage aus dem Publikum, wann die nächste Vorgabe komme, nochmals 30 Prozent einzusparen, wusste er natürlich keine konkrete Antwort. „Wir hoffen, dass wir jetzt erst einmal eine verlässliche Größe haben“, unterstrich Datené, Aber ich denke nicht, dass wir innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre nochmals so eine Kürzung sehen.“

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