Christoph Leistens Zuhörer spüren Marrakeschs Zauber

Von: ehg
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Würselen. Es scheint eine geheime Verbindung zu bestehen zwischen der Düvelstadt und dem nordafrikanischen Marrakesch. Nicht nur die Musik des Würselener Komponisten Manfred Leuchter ist von der marokkanischen Königstadt inspiriert.

Auch die poetische Prosa des Schriftstellers Christoph Leisten ist es, der nach längerer Pause wieder einmal vor heimischem Publikum las. Und der ihm dabei im Restaurant „Baran” am Markt einen „Orientalische Abend” voller sinnlicher Genüsse bereitete.

In Gedanken entführt

Gut besucht war der Wintergarten, in dem Leisten die interessierten Literaturfreunde gedanklich entführte auf die belebten Märkte und in die bunten Gassen der orientalischen Stadt. Die dichten und auf vielschichtige Weise anregenden Sprachbilder kamen beim Publikum an. Denn: Wenn Christoph Leisten von Begegnungen und Alltagsbeobachtungen aus dieser fremden Welt erzählt, rückt das Geschehen ganz nah an die Zuhörer heran.

Kongenial wirkten dabei die einfühlsamen und tiefgründigen Klangbilder des Würselener Komponisten und Musikers Franz-Josef Ritzerfeld, mit dem Leisten seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Er begleitete die farbenprächtigen Lesungen musikalisch.

Zu etwa gleichen Teilen setzte sich das poetische Programm des Abends aus Texten seines Buches „Marrakesch, Djemaa el Fna” und des noch in Arbeit befindlichen neuen Werkes „Neunundneunzig Namen”, eine Anspielung auf die 99 Namen Allahs im Islam, zusammen.

Bunte Vielfalt

Dass Marrakesch in seiner bunten Vielfalt für den Autor zu einer Metapher des Menschlichen geworden ist, konnten die Besucher auf eindrucksvolle Weise nachvollziehen. So wurden sie Zeugen einer Prosa, die in der arabischen Welt bei manchen Literaturfreunden mittlerweile bekannter sein dürfte als in heimatlichen Gefilden. Hat doch jüngst das Emirat Dubai Christoph Leistens Werk als eines von 50 deutschsprachigen Büchern aus Tradition und Gegenwart für die Übersetzung ins Arabische ausgewählt, um im orientalischen Raum deutsche Literatur zu präsentieren.

„Einen der wichtigsten Autoren der letzten Jahre” hat Deutsche-Welle-TV den Würselener Schriftsteller kürzlich in einer einstündigen Talkshow aus Marrakesch genannt. Nicht nur das Gesicht des Autors, sondern auch seine Würselener Heimat wurde gezeigt.

Während sich die arabischen Fernsehzuschauer - zumindest vorläufig - mit den eher theoretischen Erörterungen über Leistens Schreibkunst zufrieden geben mussten, genossen seine Würselener Literaturfreunde an diesem „Orientalischen Abend” seine Poesie und seine Prosa aus nächster Nähe.

Übrigens: Die Verbindung zwischen Marrakesch und Würselen ist keineswegs so geheimnisvoll, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Sind doch Manfred Leuchter und Christoph Leisten nicht nur alte Schulfreunde, sondern beide bereits vor Jahrzehnten in die arabische Königstadt gelangt, nämlich durch den Würselener Pfarrer Heinz-Josef Lambertz.

Werk für den Chor

Er hatte sie damals für Marrakesch begeistern können. Für Lambertz´ Herzensprojekt, den „Neuen Chor Würselen”, will Leisten demnächst wieder etwas zu Papier bringen.
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