Chorleiterin erzählt Geschichten hinter Weihnachtsliedern

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Freuen sich auf das Konzert mit weihnachtszeitlicher Musik am Sonntag in der Baesweiler Friedenskirche: Chorleiter Michael Sieprath (r.) mit Walter Leinesser, Tenor, Annegret Ludwig, Alt, und Helene Gunesch, Sopran (v. l.). Foto: Margret Nußbaum

Baesweiler. Viele Weihnachtslieder haben sich im Laufe der Zeit zu richtigen Dauerbrennern entwickelt. Der Chor Laetitia Cantandi der Evangelischen Kirchengemeinde Baesweiler unter Leitung des Kirchenmusikers Michael Siep-rath pflegt die schöne Tradition des Singens Jahr für Jahr am vierten Adventssonntag – in diesem Jahr am Sonntag, 18. Dezember, ab 17 Uhr in der Friedenskirche in Baesweiler.

Präsentiert werden in der festlich geschmückten Kirche Chor- und Orgelmusik zur Advents- und Weihnachtszeit, Lieder zum Mitsingen und besinnliche Texte – letztere vorgetragen von Pfarrer Jochen Gürtler. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Margret Nußbaum sprach mit Chorleiter Michael Sieprath über die Bedeutung und Entstehung der Weihnachtslieder.

Welches ist das älteste deutsche Weihnachtslied?

Michael Sieprath: „Sei uns willkommen Herre Christ“. Das Lied stammt aus den Anfängen des 12. Jahrhunderts. Erwähnt wurde es bereits um das Jahr 1100 in Aachen. Dort soll es alten Chroniken gemäß in der Christmette im Münster gesungen worden sein. Es gibt allerdings eine noch ältere weihnachtliche Weise: „Veni redemptor gentium“ stammt aus dem Jahr 386 und wird dem damaligen Bischof Ambrosius von Mailand zugeschrieben, einem der vier großen lateinischen Kirchenlehrer. Das Lied wurde von Martin Luther im Jahr 1524 in „Nun komm, der Heiden Heiland“ übersetzt und von da an meistens in der Adventszeit gesungen.

Stammen von Martin Luther noch weitere Weihnachtslieder?

Sieprath: Ja, zum Beispiel das bekannte „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Martin Luther gab den Text im Jahr 1539 heraus. Das Lied sollte das Weihnachtsgeschehen aus der Sicht des Verkündigungsengels darstellen, der den Hirten die „gute neue Mär“ bringt. Mär ist ein altes Wort für Nachricht.

Zum Repertoire, das der Chor Laetitia Cantandi unter Ihrer Leitung beim „Singen im Advent“ vorträgt, gehört „Vom Himmel hoch, o Englein kommt“. Stammt dieses auch aus der Zeit Luthers?

Sieprath: Nein, es handelt sich dabei um eine Umdichtung des weihnachtlichen Wiegenliedes „Puer natus in Betlehem“, das 1616 veröffentlicht wurde. Der Text wird Friedrich Spee umgeschrieben. Auch der Text von „Zu Betlehem geboren“, das der Chor ebenfalls singen wird, stammt von Spee.

Stimmt es, dass „Stille Nacht, Heilige Nacht“ das am häufigsten gesungene Weihnachtslied ist?

Sieprath: Ganz ohne Zweifel. Das Lied entstand 1817 in Oberndorf an der Salzach in Österreich. Der damalige Hilfspfarrer Joseph Mohr schrieb den Text, der Organist Franz Xaver Gruber die Melodie. Die Sängerfamilien Rainer und Strasser nahmen das Lied von Tirol aus mit auf ihre Konzertreisen, die bis nach New York führten. Missionare verbreiteten es um die Jahrhundertwende in allen Kontinenten. Mittlerweile gibt es Übersetzungen in mehr als 300 Sprachen und Dialekten.

Wie „Stille Nacht“ ist auch „O du fröhliche“ ein Dauerbrenner bei Weihnachtsgottesdiensten. Woher stammt das Lied?

Sieprath: Der evangelische Theologe und Begründer des „Lutherhofes“ in Weimar Daniel Falk hat den Text geschrieben. Die Melodie stammt vom Marienlied „O sanctissima“. Ein italienisches Kind hatte es Falk vorgesungen.

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