Chapelle Quartett bietet feinste Kammermusik

Von: ehg
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Furioses Jahresendkonzert: Gestaltet wurde es vom Chapelle Quartett Aachen. Für dessen Leistung gab es gewaltigen Applaus. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Allerfeinste Kammermusik zum Totengedenken bot das „Chapelle Quartett“, das nach seiner Gründung im Jahre 2008 eine rege Konzerttätigkeit nicht nur im Raum Aachen, sondern auch darüber hinaus aufnahm, beim Jahresabschlusskonzert des Kulturforums (Kufo) im Alten Rathaus.

Die ob des schönen milden Herbstwetters doch noch zahlreichen Besucher ließen sich von der in London geborenen Giulia Ajmone-Marsan (Violoncello), dem Vorspieler der Bratschen im Sinfonieorchester Aachen, Martin Hoffmann, der das Programm sachkundig moderierte, von der Aachener Violinistin Katharina Blasel, die an der Folkwang Hochschule Essen studierte, und dem zweiten Stimmführer der Violinen im Sinfonieorchester Aachen, Fabian Grimm, der im Rahmen zahlreicher Konzertreihen im In- und Ausland auftrat, fast zwei Stunden lang in den Bann ziehen. Voller Begeisterung spendeten sie nicht nur nach jeder Darbietung, sondern erst recht am Ende des Konzerts lang anhaltenden Beifall.

Technisch versiert

Eine erste Kostprobe ihrer technischen Versiertheit und brillanter Feinabstimmung lieferten die vier qualifizierten Musiker mit dem Quartett G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozert ab. Nach einem ersten getragenen, Trauer beschwörenden Satz entfalteten sie beim zweiten lebendigen Satz ihre Spielfreude in vollen Zügen. Tänzerisch beschwingt setzte sich das eingespielte Quartett beim dritten Satz in Szene. Meister ihres Faches beglückten den Komponisten der Wiener Klassik mit ihrer Performance posthum.

Nicht mehr „taufrisch“ – die „Schöpfung“ hatte bei ihm Spuren hinterlassen – schrieb Joseph Haydn anlässlich des Todes eines Freundes das Quartett G-Dur. Die vier Musiker ließen bei aller Melancholie dessen Heiterkeit und Vitalität aufblitzen. Die technischen Raffinessen meisterte das Aachener Quartett, das sich mit seiner Konzertreihe „Vier im Couven“ eine hervorragende Resonanz in der Kaiserstadt verschaffte, bravourös, aber auch die schnellen Tempowechsel. Mehr als einmal gefordert war das Violoncello, erst recht beim Pizzicato. In inbrünstiger Hingabe versank es, aber auch die Zuhörer in sich selbst, ein echtes Volkstrauertagsstück!

Lebendiger Ausdruck

Giacomo Puccini, der große italienische Opernkomponist, brachte sein Quartett anlässlich des Todes eines gönnerhaften Herzogs zu Papier. Seinem Name „I Crisantemi“ – die Chrysantheme ist in Italien die Trauerblume – verlieh die Spielkunst des Aachener Quartetts lebendig Ausdruck. Aber nicht nur der Titel, sondern auch das hochexpressive Werk selber erweckte mit seiner düster-schwelgerischen Chromatik bei den Besuchern ein tiefes Gefühl von Trauer.

Schließlich noch das Quartett „Amerikanisches“, das der böhmische Komponist Antonin Dvorak bei seinem Aufenthalt in Iowa (USA) schrieb, ein Kontrast zu den voraufgegangenen Darbietungen. Im ersten Satz überwog die rhythmische Vielfalt, die höchste Anforderungen an die noch recht jungen Musiker stellten.

Die Besucher waren sich am Ende darin einig, dass das Konzert trotz seiner etwas schwermütigen, dem Herbstmonat angepassten Grundstimmung ein wahrer Hochgenuss war. Und als solcher wird es sicher in bester Erinnerung bleiben.

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