Chaos nach Kreuzungsumbau: Dauerstaus und Verwirrung

Von: Verena Müller
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Hier geht nichts mehr: Die Bauarbeiten und damit verbundenen Sperrungen sorgen in Alsdorf für Verkehrschaos. Foto: vm
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Die Sperrung und ihre Folgen: Auf der Weinstraße staut es sich nicht nur zu den Stoßzeiten in den Nebenstraßen. Foto: vm
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Verwaist: Haltestellen der Aseag werden nicht nur vorübergehend, sondern bis August nicht angefahren. Foto: vm
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Ja, wo denn jetzt? Viele Fußgänger sind irritiert, da Behelfsampeln neben alten Ampeln stehen. Die Stadt will dafür plädieren, dass die Ampeln nicht mehr auf Bedarf umspringen, sondern im Regelprogramm laufen. Foto: vm

Alsdorf. Für manche Autofahrer scheint die Sperrung der Luisenstraße nicht zu gelten. Durch eine schmale Lücke quetschen sie sich doch noch durch die Absperrung und fahren stadteinwärts. „Das passiert hier ständig“, sagt Petra Mazurczak, die seit einer Dreiviertel Stunde auf ihren Mann wartet, der gerade einen Arzttermin wahrnimmt. Normalerweise brauche sie von Hoengen bis ins Zentrum zehn Minuten, jetzt – über Mariadorfer Dreieck und die Siedlung Ost – 25 Minuten.

„Eben habe ich gesehen, wie Kinder mit dem Fahrrad mitten auf der Straße gefahren sind. Die denken wahrscheinlich, sie dürften das, da ja eigentlich keine Autos aus dem Kreuzungsbereich einfahren dürften“, schildert die Hoengenerin ihre weiteren Beobachtungen. Gefährlich sei das, wenn dann plötzlich doch Autos einbögen oder ihre Wendemanöver vollzögen. Nur Einsatzkräfte dürfen den Kreuzungsbereich Richtung Innenstadt passieren.

Warum verstoßen Autofahrer dagegen? Möglicherweise sind manche, die von Baesweiler auf dem Kurt-Koblitz-Ring Richtung Würselen fahren, irritiert, wenn sie kurz vor der Kreuzung auf das große gelbe Schild blicken. Dort steht nach wie vor, dass man rechts in die Innenstadt einfahren kann. Keine hundert Meter von der Sperrung entfernt. Und wer über Nebenstraßen, etwa über die Siersdorfer Straße in die Stadt fährt, wird keinem einzigen Hinweis auf die Sperrung begegnen.

Das letzte Wort in Sachen Umleitungsbeschilderung ist aber noch nicht gesprochen. Nachdem sich der Landesbetrieb Straßen.NRW, der beim Umbau des Kreuzes den Hut auf hat, eine Panne nach der anderen geleistet hatte und es in der Innenstadt zu einem Verkehrschaos gekommen war, will die Stadt Alsdorf mit dem Landesbetrieb einen Ortstermin vereinbaren.

Ordnungsamtsleiter Jürgen Kochs räumte am Freitag auf Nachfrage durch unsere Zeitung ein, dass man im September des vergangenen Jahres gemeinsam mit Polizei, Aseagund Straßen.NRW vereinbart habe, nur für den übergeordneten Verkehr Umgehungen auszuschildern, nicht aber in der Innenstadt. Begründung: Keine der Alsdorfer Straßen sei in der Lage, die Blechlawine aufzufangen. Und man gehe davon aus, dass nur Ortskundige den Weg ins Zentrum suchten.

Was derzeit dazu führt, dass beispielsweise die Siedlung Ost entlang des Gerhard-Hauptmann-Platzes katastrophal überlastet ist. „Wir kommen am Kindergarten kaum über die Straße“, sagt Anwohnerin Vanessa Biesgen, die gerade mit Katrin Cipetic ihre Kinder abgeholt hat. Ein Lkw fährt an ihnen vorbei, die Spielstraße entlang, biegt um die Ecke und fährt mit deutlich überhöhtem Tempo weiter. „Am Dienstag war es besonders schlimm“, erzählt Vanessa Biesgen weiter. Da war aufgrund einer falsch aufgestellten Ampel eine Fahrtrichtung auf dem Kurt-Koblitz-Ring gesperrt, ab Weinstraße/Ostpreußenstraße in Richtung Ost kollabierte der Verkehr.

„Wir sind dabei, die Baustellenbeschilderung in Abstimmung mit StraßenNRW zu verbessern“, verspricht Kochs. „Eine optimale Lösung gibt es aber bei solch einer Baumaßnahme nicht.“

Auch Fußgänger müssen sich erst einmal an die Baustelle gewöhnen. Entgegen der Aussage von StraßenNRW, Fußgänger und Radfahrer könnten die Kreuzung wie gehabt passieren, ist eine der Querungen über die Bundesstraße 57 und der Rad-/Fußgängerweg zwischen Luisenstraße und Weinstraße (zwischen Aldi und Netto) ebenfalls gesperrt.

Für zusätzliche Verwirrung sorgen die Behelfsampeln, die mit einem roten Knopf versehen sind. Den soll man nun statt des gelben Knopfs an den alten, abgeschalteten Ampeln drücken. „Wir glauben, dass es besser wäre, die Ampeln im Regelprogramm laufen zu lassen“, sagt Ordnungsamtsleiter Kochs.

Bis August dieses Jahres soll die Erweiterung des Kreuzung abgeschlossen sein. Derweil ist die Baustelle am unteren Abschnitt der B57 (Elektroscheune) immer noch nicht abgeschlossen. Hintergrund ist dem Vernehmen nach ein Rechtsstreit. Solange wird nicht asphaltiert.

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