Cemecon-Betriebsrat gewählt

Von: Berthold Strauch
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Auf ihn richten sich alle Blicke für die Zukunft: Der vorläufige Insolvenzverwalter Thomas Georg wird wohl zum 1. September zum regulären Chef bei Cemecon. Mit harten personellen Einschnitten ist dann zu rechnen. Foto: Berthold Strauch

Würselen. Premiere beim taumelnden High-Tech-Unternehmen Cemecon AG: Die Mitarbeiter des im Insolvenzverfahren steckenden Herstellers von Beschichtungsanlagen haben erstmals einen Betriebsrat gewählt.

Schon im Jahre 1986 wurde Cemecon vom jetzigen Inhaber Dr. Antonius Leyendecker in Aachen gegründet. Doch erst die aktuellen Finanzprobleme haben den Weg frei gemacht zur Gründung dieser Belegschaftsvertretung.

Von dem frischen Wahlrecht wurde reichlich Gebrauch gemacht, die Beteiligung lag bei über 90 Prozent. 239 gültige Stimmzettel landeten in der Urne. Akribisch wurde ausgezählt - um ganz sicher zu gehen, auch noch ein zweites Mal.

Entsprechend der Größe der Belegschaft wurden neun Kandidaten in den Betriebsrat gewählt.

Mit Unterstützung der Aachener Verwaltungsstelle der Industrie-Gewerkschaft Metall hatte sich zuvor ein Wahlvorstand formiert, der die Vorbereitungsarbeiten übernommen hatte. Das Heft des Handelns hatte IG-Metall-Sekretär Leo Gehlen in die Hand genommen. Er war es denn auch, der die Kollegen beraten und unterstützt hatte. So stand er ihnen natürlich auch am Freitag zur Seite, als die konstituierende Sitzung des Betriebsrates über die Bühne ging. Dabei wurde Nicole Knopp-Umschlag zur Vorsitzenden und Jürgen Balzereit zu ihrem Stellvertreter gewählt.

Auf den neuen Betriebsrat wartet gleich eine Fülle harter Arbeit. Denn er muss schleunigst mit dem ab 1. September wohl offiziell als Cemecon-Chef agierenden bisherigen vorläufigen Insolvenzverwalter Thomas Georg verhandeln. Und das wird sicher bedeuten: Für die Kollegen, die Cemecon verlassen müssen, damit das Unternehmen überhaupt sein Überleben sicherstellen kann, sollen vernünftige, akzeptable soziale Rahmenbedingungen geschaffen werden - sprich: Interessenausgleich und Sozialplan sind fällig.

Zu den Zielen des Insolvenzverwalters dürfte auch zählen, eine tragfähige Beschäftigungsgesellschaft zu gründen, um den betroffenen Kollegen ihre Chancen auf einen neuen Job durch Qualifizierungsmaßnahmen zu verbessern.
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