Alsdorf - CDU will „Mecker-Schoppen“ anbieten

CDU will „Mecker-Schoppen“ anbieten

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
5062760.jpg
Wittern angesichts von Problemen zwischen SPD, ABU und FDP Morgenluft und wollen mit eigenen politischen Initiativen Boden gut machen: (v.l.) die CDU-Fraktionsmitglieder Dieter Lothmann, Ulrike Wagner, Roland Krichel und Franz Brandt. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Die CDU-Fraktion des Alsdorfer Stadtrates nutzt natürlich weiterhin ihr angestammtes Zimmer im Rathaus. Aber nachdem ihr nach der letzten Kommunalwahl gleich fünf Ratsmitglieder als Abspaltung an die Alsdorfer Bürger Union (ABU) verloren gegangen waren, wirken die verbliebenen Fraktionsmitglieder in dem langgezogenen Raum doch recht einsam.

 Sang- und klanglos verlieren will man trotz aller Probleme keineswegs die Kommunalwahlen im nächsten Jahr, zumindest aber wieder deutlich Boden gut machen. Vier von sechs Mandatsträgern sind gekommen, um über eine neue politische Offensive zu berichten – eine Stunde vor der turnusgemäßen Fraktionssitzung, an der auch sachkundige Bürger teilnehmen werden. Sie könne nicht wissen, dass sich ein paar Türen weiter und kurze Zeit später bei den Kollegen der SPD Dramatisches abspielt: Die Genossen werden die Kooperation mit der ABU, also den abtrünnigen, ehemaligen CDU-Mandatsträgern, aufkündigen.

Bei der Rest-Fraktion der Union geht es um den beim politischen Aschermittwoch der CDA angekündigten „Masterplan“ für die Stadtteile.

Motto „Alsdorf – aus vielem eins“

Nach Auffassung der CDU hat sich die Gestaltungsmehrheit aus SPD, ABU und FDP unverhältnismäßig stark um das Zentrum gekümmert, die Dörfer und Ortslagen vernachlässigt. Wie Ratsherr Dieter Lothmann, der zudem stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes ist, erzählt, hat sich aus dem Parteivorstand heraus, namentlich mit Unterstützung durch Vorsitzenden Peter Steingass und Geschäftsführer Roland Krichel, die Idee dazu entwickelt. Der Masterplan liegt keineswegs fertig in der Schublade, sondern soll durch „eigene Ideen“ und die von Bürgern Formen annehmen. Mit Blick auf die Stadtteilgespräche, die Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) initiiert hat, wolle die CDU dem Bürger(un)willen freien Lauf lassen. In vier Gesprächen in Gaststätten vor Ort – zwei in Hoengen, zwei in Alsdorf selbst – sollen Anregungen gesammelt werden. Lothmann spricht von „Mecker-Schoppen“ als Arbeitstitel. Leitmotto bzw. -motiv ist dabei „Alsdorf – aus vielem eins“. Lothmann nennt thematische Ansätze, so den städtischen Haushalt. Wo kann man Bürger wirksam entlasten, auf der anderen Seite aber sinnvoll, nachvollziehbar, zielgerichteter und gerechter für das Allgemeinwohl belasten?

Schulschließungen sind aus Sicht der CDU möglichst zu vermeiden. Wohnortnahe Beschulung müsse gewährleistet werden. Dependance-Lösungen, wie in Baesweiler, seien zu bevorzugen. Vereine sind aus Sicht Lothmanns Träger des Allgemeinwohls, müssen also hierfür gestärkt und unterstützt werden. Bezüglich Stadtentwicklung ist die CDU zwar nicht grundsätzlich gegen die Erschließung neuer Baugebiete, indes hat sie in den Stadtteilen an vielen Stellen Baulücken und Brachen mitten in der Bebauung ausgemacht, deren Nutzung nicht vernachlässigt werden darf.

Die Antwort auf Bedürfnisse der Nahversorgung in den Stadtteilen darf aus Sicht der Union nicht (allein) das Bauen von großen Einkaufszentren sein, die für so manchen Älteren nur schwer erreichbar sind. Der Laden um die Ecke, der Bäcker, der Metzger, der kleine Gemischtwarenladen und andere Anbieter zur Deckung des täglichen Bedarfs sollen in den Fokus der Politik rücken. Noch vor den Sommerferien will die CDU Alsdorf ihren konkreten Masterplan fassen.

Gespannt verfolgt die CDU die aktuelle Entwicklung im Stadtrat. Die Zeichen stehen auf Ärger, wenn nicht gar Sturm in der Gestaltungsmehrheit aus SPD, ABU und FDP – diese Einschätzung sollte sich binnen Stunden bewahrheiten.

In Sachen Neuordnung der Mehrheitsbeteiligungen an Gesellschaften zerrt vor allem die ABU laut und vernehmlich am Zügel, den die SPD meint, in der Kooperation fest in der Hand zu haben, heißt es seitens der CDU-Fraktion. Vor allem die ABU hat dafür gesorgt, dass die Ausschreibung eines Super-Geschäftsführers für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft IGA GmbH, die GSG alt, GSG-GS und die Alsdorfer Freizeitobjekte GmbH (Foga) erst einmal verschoben worden ist und zunächst einmal etliche Fragen seitens der Mandatsträger beantwortet werden sollen (wir berichteten).

CDU-Fraktionschef Franz Brandt meint, die Eile der SPD sei nur zu verstehen, wenn es schon einen gibt, der den Super-Geschäftsführer für alle vier Gesellschaften geben soll. Er sieht durch diesen überhasteten Eingriff den Bestand der Gesellschaften gefährdet. „Wir haben uns von vorneherein aus einem anderen Blickwinkel mit dem Thema befasst“, betont er. Die Entscheidungen der städtischen Gesellschaften seien immer mehr der Kontrolle der Stadt entglitten. Daran hätten auch die viel zu selten tagenden Aufsichtsräte, in denen die Politik vertreten ist, nichts geändert. Den zu entscheidenden Vorlagen seien die Vorüberlegungen nicht zu entnehmen gewesen. Als Beispiel führt Brandt die Handlungen und Wandlungen in Sachen Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) an. „Wir sind oft vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagt er.

Lothmann schlägt vor, sich der Fachkompetenz des Rechnungsprüfungsamtes bei der kritischen „Begleitung“ der Gesellschaften zu bedienen. Zudem soll ein spezieller Beteiligungsausschuss gebildet werden, um die Geschäftstätigkeit der Mehrheitsbeteiligungen genauer kontrollieren zu können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert