CDU: Nach der Wahl soll alles besser werden

Von: Holger Bubel
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Wollen die Mehrheit nach der Kommunalwahl: Fraktionsvorsitzender Franz Brandt (l.), sein Stellverterter Dieter Lothmann (2.v.l.) und Ortsverbandsvorsitzender Jörg Peter (r.). Unterstützt werden sie von den CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (2.v.r.) und Uwe Schummer aus Viersen. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Vielleicht war der eine oder andere Genosse in der Stadthalle, in die der SPD-Unterbezirk zum traditionellen Fischessen eingeladen hatte, hier und da mit den Gedanken im Ballsaal des Cinetowers. Dorthin hatte nämlich der CDU-Stadtverband Alsdorf seine Mitglieder zum „Politischen Aschermittwoch“ eingeladen, dem Beginn eines „leidenschaftlichen Wahlkampfes“.

Dass in diesem feierlichen Rahmen der Kandidat, der gegen den amtierenden Bürgermeister Alfred Sonders antreten soll, präsentiert würde, war eigentlich naheliegend.

Doch nichts da: Die CDU macht es weiter spannend. Wenn es nach Informationen unserer Zeitung auch „zwei potenzielle Anwärter gibt“, an diesem Abend, zu dem über 40 Christdemokraten gekommen waren, ließ die Führungsspitze um den Fraktionsvorsitzenden Franz Brandt, seinen Stellvertreter Dieter Lothmann und Geschäftsführer Stefan Uerlings die Katze nicht aus dem Sack

Stattdessen informierten zunächst die beiden Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt und Uwe Schummer aus Viersen die Parteifreunde über die Bundes- und Außenpolitik: „Dass die Große Koalition holprig beginnen würde, war abzusehen“, sagte Helmut Brandt, „die Wähler wollten diese Konstellation, wir nicht. Die SPD hat ein anderes politisches Grundverständnis.“

Die Mütterrente, die die CDU durchgesetzt habe, bezeichnete er als einen Erfolg von Merkel & Co., enttäuscht zeigte er sich über die Amerikaner in der NSA-Affäre, besorgt über die Krise in der Ukraine: „Die wird uns noch Monate beschäftigen.“ Sein Bundestagskollege Uwe Schummer betonte als Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bildung und Forschung die Wichtigkeit, in die „Ressource Mensch“ zu investieren: „Wir haben kein Gas oder Öl wie Putin. Daher müssen wir auf Bildung, Wissenschaft und Forschung setzen.“ Die schwarz-gelbe Regierung habe hier seit 2006 die Investitionen von 7,4 auf über 14 Milliarden nahezu verdoppelt, sagte Schummer.

Dann wurde es kommunalpolitisch. Einen Rückblick auf die auslaufende Legislaturperiode übernahm Fraktionsvorsitzender Franz Brandt: „Wir sind mit einem schweren Stand gestartet. Aus elf Fraktionsmitgliedern im Rat wurden sechs“, erinnerte er an die ABU-Abspaltung. Diese sechs hätten aber „tolle Arbeit geleistet“.

„Ansonsten war das die grottenschlechteste Legislaturperiode aller Zeiten“, erläuterte Brandt, die für den Bürger in einer maßlosen Anhebung der Grund- und Erwerbssteuern ihren Höhepunkt gehabt habe. „Und die Spirale wird sich weiterdrehen, wenn wir weiter so viel Geld ausgeben.“ Doch nicht alles sei schlecht gewesen, räumte Brandt ein: die Augenklinik, das Projekt Hotel Mertens, das Pflegeheim Stadthalle, die Weiterentwicklung der Kubiz-Pläne, das Vorantreiben des Energeticon, das Projekt Soziale Stadt: „An fast allen Projekten war die CDU beteiligt.Und wir werden aufpassen, dass die Folgekosten für Kubiz und Energeticon nicht aus dem Ruder laufen.“

Harsch in die Kritik ging er mit der Innenstadtentwicklung der vergangenen Jahren: „Da ist nichts passiert, obwohl es hochdekorierte Stadtplaner gibt. Was rauskommt ist ein studentischer Wettbewerb. Das ist zu wenig.“ Die verkehrlichen Probleme am Dreieck als Folge der Zentrierung auf die Nahversorgung im Außenbereich, hätte die CDU vorausgesehen und angemahnt. Dem Gebäudemanagement in Alsdorf warf Brandt mit Blick auf die marode Kita Florianstraße und der einsturzgefährdeten Hauptschule Ost Versagen vor. Und dabei werde in Alsdorf sonst „doch erst der Euro ausgegeben und dann geguckt, wo er herkommt“.

Gelungen sei es der CDU, den Supergeschäftsführer für die städtischen Gesellschaften, den „Holzmichel“, der die Stadt jährlich 250.000 Euro gekostet hätte, zu verhindern.

„Alles Verarsche“, „totale Verarsche“ seien die von Bürgermeister Sonders und seiner Verwaltung initiierten Ortsteilgespräche und das Stadtteilgespräch zum Thema „Masterplan Ofden“ (Anmerkung der Redaktion: eine Kooperation des Stadtmarketingvereins und unserer Zeitung) gewesen.

Der Bürgermeister und sein „Tross“ hätten sich für die Bürgerinteressen nur wenig interessiert, am grünen Tisch die Einwände, Anregungen und Bedenken weggewischt: „Wenn das Bürgerbeteiligung ist: Nein Danke!“

Das könne man besser machen: „Und wir werden das in der kommenden Legislaturperiode als Ratsmehrheit besser machen“, rief Brandt den Parteifreunden zu.

So sah es auch Dieter Lothmann, der einen Ausblick wagte: „Wir wollen die Finanzen ändern und an den Ausgaben sparen. Als Stadt müssen wir helfen, den Verkauf von Altbestand an Häusern zu unterstützen, anstatt ständig freie Flächen zuzubauen. Das soziale Leben findet nicht nur in der Innenstadt statt. Wir müssen in den Vororten das Leben und Wohnen zum Besseren verändern, damit die Menschen auch im Alter nicht aus ihrem Umfeld müssen.“ Das Programm dazu wolle man am 4. April den Mitgliedern vorstellen. Lothmann zeigte sich überzeugt: „Am Abend des 25. Mai werden wir in unserem Fraktionszimmer sein und uns über die absolute Mehrheit freuen.“

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