CDU informiert über die Sekundarschule

Von: Daniel Gerhards
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Wissenswertes zur Sekundarsch
Wissenswertes zur Sekundarschule: Brigitte Balbach, Vorsitzende des Verbands „Lehrer NRW”, erklärt, welche Möglichkeiten die neue Schulform bietet. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Gerade einmal 26 Schüler gehen aktuell in die fünfte Klasse der Goetheschule. Doch eigentlich mangelte es in Baesweiler nicht an Grundschülern, die die Empfehlung bekamen, eine Hauptschule zu besuchen. Zur Realschule kamen 27 Schüler, die eigentlich eine Empfehlung für die Hauptschule haben. Und ganze 32 Schüler mit Hauptschulempfehlung zog es zur Gesamtschule. Ist die Hauptschule in Baesweiler also ein Auslaufmodell?

In den Augen der Eltern scheinbar schon, sonst würden sie sich nicht in so großer Zahl dagegen sträuben, ihre Kinder an der Goetheschule anzumelden. „Die Eltern wollen einfach nicht, dass ihr Kind zur Hauptschule geht. Diese Schulform ist über Jahrzehnte stigmatisiert worden. Dabei wird an der Hauptschule hervorragende pädagogische Arbeit geleistet”, erklärt Realschulleiter Michael Göbbels.

Trotz guter Argumente für die Hauptschule sprechen die Anmeldezahlen eine eindeutige Sprache. Die Schulgesetzgebung in NRW gibt mit der Sekundarschule nun die Möglichkeit, auf solche Entwicklungen zu reagieren. Über die Bestimmungen zur Sekundarschule und eventuelle Pläne zu Gestaltung der Sekundarschule informierte der CDU-Stadtverband in der Settericher Realschule.

Zunächst zu den Möglichkeiten, die die Sekundarschule bietet: Es wäre denkbar, die Realschule und die Hauptschule zu einer Sekundarschule zu verschmelzen. Damit wären ausreichend hohe Anmeldezahlen für die kommenden Jahre gesichert.

Ebenfalls denkbar ist, die Realschule bestehen zu lassen und nur die Hauptschule in eine Sekundarschule umzuwandeln. Damit könnte man möglicherweise die Abneigung der Eltern für die Hauptschule umgehen und die Anmeldezahlen steigern.

Brigitte Balbach, Vorsitzende des Verbands „Lehrer NRW”, erklärte, dass eine Sekundarschule in der Regel Ganztagsschule sei, man solle mit 25 Schülern pro Klasse planen und in der fünften und sechsten Klasse werden die Schüler unabhängig von ihrer Leistungsstärke gemeinsam unterrichtet.

Den Lehrern werde Sekundarschule mit einer Reduzierung der Pflichtstundenzahl von 2,5 Stunden pro Woche schmackhaft gemacht. Zudem führte Balbach aus, dass eine Sekundarschule keine Oberstufe haben könne, gleichwohl aber mit einem Gymnasium oder einem Berufskolleg kooperieren muss. Es ist ebenfalls möglich die Schule mit zwei Standorten zu betreiben.

Inhaltlich könne man alle Kinder gemeinsam unterrichten (integrierter Unterricht), sie nur in Kernfächer wie Mathe oder Deutsch nach Leistungsstärke trennen (teilintegrierter Unterricht) oder sie komplett nach ihren schulischen Leitung trennen (kooperative Form).

Für Bürgermeister Willi Linkens und seine Parteifreunde ist das alles noch Zukunftsmusik. Denn zunächst soll sich nichts ändern. Linkens erklärte den rund 70 anwesenden Eltern, Lehrern und anderen Interessierten, dass die Stadt als Schulträger nichts überstürzen wolle.

„Es wird eine abschließende Diskussion im Schulausschuss und im Stadtrat geben. Das geht aber erst, wenn Ausführungsbestimmungen für die Sekundarschule vorliegen”, erklärte Linkens. Zudem versicherte der Bürgermeister, dass jedes Kind, das in der fünften Klasse zum Gymnasium, zur Haupt- oder Realschule geht, auch an dieser Schule seinen Abschluss machen kann.

Wolfgang Lankow, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, erklärte: Man könne davon ausgehen, dass sich die Anmeldezahlen zur Hauptschule auf niedrigem Niveau stabilisieren. Er geht von jährlich rund 20 Anmeldungen bis zum Schuljahr 2015/16 aus. Somit bestehe kein Handlungsbedarf, die Schullandschaft zu ändern.

Sorge bereiten Linkens die Kinder, die eine Schule außerhalb Baesweilers besuchen. „Mir gefällt das nicht, wenn Eltern ihre Kinder zur Gesamtschule oder einer anderen Schule außerhalb Baesweilers schicken”, sagte Linkens. Die Zahl der Schüler, die nach Baesweiler einpendelt, sei in den vergangenen Jahren um 15 Prozent zurückgegangen.

Dagegen sei die Zahl der Auspendler um 20 Prozent gestiegen, wie Lankow vorrechnete. Die Zahl der Auspendler zu Gesamtschulen stieg sogar um 40 Prozent. „Wir haben einen schweren Stand, die tolle Arbeit, die an der Hauptschule geleistet wird, zu vermitteln”, sagte Linkens.

Rainer Lax, Leiter der Goetheschule, befürchtet, dass in Zukunft noch mehr Kinder auspendeln werden. Im Kreis Heinsberg falle die Schülerzahl um 20 Prozent schneller als im Kreis Aachen. „Die Gesamtschulen etwa in Übach-Palenberg werden dann auffüllen”, meint Lax. Vermutlich auch mit Schülern aus Baesweiler.

Die Christdemokraten wollen die Bürger auch zukünftig über die Entwicklung informieren. Dazu sind weiter Informationsveranstaltungen geplant. Sollten Änderungen notwendig sein, solle das im Dialog mit den Eltern geschehen, sagte Lankow.
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