Baesweiler - CDU beschließt Erhalt der Realschule

CDU beschließt Erhalt der Realschule

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Schüler
Die Realschule in Setterich bleibt: Das hat die CDU in der jüngsten Ratssitzung beschlossen. Symbolbild: dpa Foto: Marijan Murat/dpa

Baesweiler. Der Beschluss ist gefasst – aber das letzte Wort in der Sache ganz sicher noch nicht gesprochen. Erwartungsgemäß hat die CDU mit ihrer Mehrheit in der jüngsten Ratssitzung nach scharf geführter Debatte den Erhalt der Realschule durchgebracht.

Die soll ihre derzeitige Form grundsätzlich behalten – und nicht zu einer Sekundarschule werden. Ob die Schule damit allerdings den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist, wird wesentlich von Entscheidungen abhängen, die auf Landesebene getroffen werden.

Nach den gescheiterten Plänen für eine Baesweiler Dependance der Übach-Palenberger Gesamtschule macht man sich erneut abhängig von den Handlungen anderer. Denn noch wird im Landtag die Gesetzesnovelle zur „Sicherung von Schullaufbahnen“ – eingebracht von SPD, Grünen und CDU – bloß diskutiert. Sie sieht die Möglichkeit vor, innerhalb der Realschule die Schüler je nach Leistungsstand in Hauptfächern differenziert zu unterrichten, und so auch zu einem Hauptschulabschluss zu führen.

So will es die CDU für Baesweiler – und nimmt dafür Fragezeichen in Kauf. Denn bislang steht im Entwurf, dass diese Differenzierung in der Regel innerhalb des Klassenverbandes stattfinden soll. Gewünscht wird in Baesweiler allerdings die äußere Differenzierung, bei der die Schüler stundenweise nicht im gleichen Raum bleiben. Ebenfalls gewünscht – und so in den Beschluss aufgenommen – wird eine bessere Ausstattung mit Lehrern. Davon jedoch steht bislang kein Wort in der Novelle. . . Baesweiler soll sich eben für bessere Ausstattung stark machen. Fraglich, ob das Gehör findet.

Viel Angriffsfläche

Das bot viel Angriffsfläche – und die wurde von den übrigen Fraktionen genutzt. „So machen wir doch nur eine verkappte Sekundarschule ohne die Verbesserungen, die sie bietet“, beklagte SPD-Fraktionschef Dr. Karl Josef Strank. „Wir können der Realschule nicht Aufgaben zuweisen ohne zu wissen, dass sie die nötige Ausstattung bekommt.“

Er bedauerte wiederholt, dass die Eltern nicht per – anonymer und umfassender – Befragung ihre Meinung zur Zukunft der Realschule kundtun konnten. „Bei einem Elternabend geäußerte Meinungen ersetzen doch keine richtige Befragung!“ Die CDU sah das anders. Christoph Mohr: „Aus den beiden Infoabenden und Gesprächen mit Eltern nehmen wir mit, dass die Mehrheit keine Sekundarschule will.

Diese Schule hat noch keine Akzeptanz, da befürchten wir hohe Auspendlerquoten.“ Dass für eine Sekundarschule eine günstigere Lehrer-Schüler-Relation in Aussicht steht, erkannte er zwar an. Jedoch: „Das ist aus unserer Sicht nur eine Anschubhilfe und letztlich wieder änderbar!“ Tempo sei gefragt, sagte er: „Wir müssen da jetzt mal zu Potte kommen.“

Grundsätzlich anders sahen das die Grünen, die ebenso wie SPD und Linke dafür plädierten, die Entscheidung jetzt noch nicht zu fällen. „Wir waren in Baesweiler in Sachen Resolutionen schon mal mutiger“, sagte Fraktionschef Rolf Beckers. Sein Appell: Ruhe reinbringen, die Eltern befragen und die Bezirksregierung nötigenfalls per Resolution auffordern, die derzeit mit Blick auf umliegende Kommunen blockierte Einrichtung einer eigenen Gesamtschule für Baesweiler zu erlauben.

Ruhe reinbringen? Das wird vorerst nicht gelingen. Zwar wurde gegen die Stimmen von SPD, Grünen und der Linken der Beschluss gefasst, „die erfolgreiche Realschule am Standort fortzusetzen“, doch Gesprächsbedarf wird deren künftiges Aussehen weiterhin bieten.

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