Busch bekommt einen Nahversorger

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
REWE
Die Rewe Group plant auf dem 2170 Quadratmeter großen Areal einen Nahkauf. Foto: Oliver Berg/dpa

Alsdorf. Nun ist es amtlich: Busch erhält einen Rewe. Die Anregung, in dem Alsdorfer Stadtteil einen Nahversorger zu etablieren, hatte die CDU-Fraktion im Stadtrat bereits vor längerem in die Planungen eingebracht, nun wurden diese im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss konkretisiert.

Dabei ging es – in verschiedenen Tagesordnungspunkten – nicht nur um den Supermarktstandort, sondern auch um die Erweiterung des Wohngebiets, den Bau des Kubiz-Sportplatz und Erhalt des Grünzugs zwischen Wohnhäusern und Sportanlage. Nicht zuletzt war das Durchziehen des Areals mit Hochspannungsleitungen ein Thema.

Zunächst zum Supermarkt: Für den Standort des Vereins „Aber Hallo“, der noch in der alten Schule gegenüber der Euregiobahn-Haltestelle untergebracht ist und künftig im Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) eine neue Bleibe erhalten soll, hat die Rewe Group ihren Hut in den Ring geworfen. Sie plant auf dem 2170 Quadratmeter großen Areal einen Nahkauf. Genaueres steht wohl noch nicht fest.

Die Unternehmenskommunikation sagte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Für uns ist Alsdorf-Busch durchaus ein interessanter Standort. Wir prüfen derzeit mögliche Optionen und führen Gespräche, können zum heutigen Zeitpunkt dazu aber noch keine weiteren Aussagen treffen.“ Man bitte um Verständnis. Die Verwaltung in einer ersten Einschätzung: „Insgesamt erscheint das von der Stadt geplante Konzept schlüssig, soll aber nochmals von den zuständigen Mitarbeitern der Rewe Group überprüft und gegebenenfalls ergänzt werden.“

Über dem Markt sollen Wohnungen entstehen, was das Vorhaben für einen Investor zusätzlich interessant machen würde. Die Haupterschließung soll von der Eisenbahnstraße nach Norden erfolgen. Hier wird also eine neue Straße geschaffen, parallel zur Alten Aachener Straße. Der Supermarkt wäre dann der Eingang ins Quartier. Dessen Grund ist Eigentum der Vivawest, die entlang der neuen Straße Zweier- und Dreierhausgruppen plant.

Nach rund 60 Metern soll die Straße nach Westen in eine verkehrsberuhigte Zone abzweigen, an der Bungalows angeordnet werden sollen. „Die Bungalows sind barrierefrei geplant, ähnlich wie die des Investors in Baesweiler“, erläutert Renate Schaal auf Nachfrage. Insgesamt 50 an der Zahl sind vorgesehen. Durch die Nähe zum St. Josefhaus könnten Bewohner die Angebote der Pflegeinfrastruktur nutzen.

Zwischen den Häusern sind Gemeinschaftsgärten angedacht, nach Westen sollen Einzel- und Doppelhäuser das Areal abschließen. Über einen Wendehammer in Verlängerung der Dr.-Helmut-Eckert-Straße soll das Gebiet zusätzlich über die Alte Aachener Straße zu erreichen sein. Im (südlichen) Teil von Busch – zwischen Alter Aachener Straße, Eisenbahnstraße und Grünzug – sind bereits neue Wohnhäuser entstanden.

Die Bungalows sowie die Einzel- und Doppelhäuser sollen je einen privaten Stellplatz direkt am Gebäude erhalten. Und das ist nur das erste Plangebiet, nämlich das mit der Nummer 316. Weiter Richtung Norden schließen sich zwei weitere Gebiete an. Das erste, mit der Nummer 351 (Am Grünen Pfad), befindet sich in etwa auf Höhe der Straße „Am Feldrain“ und der ehemaligen Kokslagerungsfläche der Grube Anna.

67 freistehende Einfamilienhäuser und vier Mehrfamilienhäuser mit unterschiedlicher Grundstücksgröße sollen hier entstehen. Für diese beiden Areale befindet sich das Verfahren in der ersten Stufe. Ein drittes Plangebiet, weiter nördlich, steht noch aus. Bedenken äußerten die Grünen im Stadtentwicklungsausschuss, was die Nähe der Wohnhäuser zu den Starkstromleitungen anbelangt. Einmal durchziehen sie das Areal quer, einmal begrenzen sie das Gelände im Norden gleich zweifach.

Wie die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg aber ausführte, hat die Stadt keinen Spielraum. „Der grüne Korridor ist von der Landschaftsschutzbehörde so vorgegeben,“ sagte die Technische Beigeordnete. Das sei auch der Grund, warum der Sportplatz im Vergleich zur ursprünglichen Planung ein Stück in Richtung Kreisverkehr/Ledigenheim gerückt sei.

Die Verwaltung habe da schon um halbe Meter gefeilscht, mehr sei aber nicht zu erreichen. Bauamtsleiterin Renate Schaal ergänzte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Grünzug als Frischluftzufuhr von großer Bedeutung sei. Im Vorfeld, bei der Offenlegung der Pläne für den Kubiz-Sportplatz, hatten einzelne Bürger, aber auch der Geschäftsführer des Energeticons, Harald Richter, appelliert, mehr vom Baumbestand zu erhalten.

Das Verwaltungsgebäude des Energeticons befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Herzogenrather Straße. Diesen Punkt griffen die Grünen in der Sitzung auf: Auch wenn es sich bei dem Bewuchs überwiegend „nur“ um Birken handele, die dort wild wachsen, seien die umfangreichen Rodungsarbeiten, die anstünden, abzulehnen.

Vor allem im südlichen Bereich des Grünzugs wachsen diese sehr dicht. Herr Malecha, welche Bedenken haben Sie beziehungsweise Ihre Fraktion im Zusammenhang mit der das Gebiet durchziehenden Hochspannungsleitung? Malecha: Es ist ja nicht nur eine, nördlich treffen sich ja sogar zwei 110-kV-Leitungen.

Aus unserer Sicht ist der Abstand zur geplanten Bebauung zu klein. Nämlich? Malecha: Im nördlichen Bereich sind es teilweise unter 40 Meter, im südlichen zwischen 40 und 70 Meter. Das Umweltinstitut in München empfiehlt 50 bis 100 Meter bei einer 110 kV-Leitung – und wir haben ja hier wie gesagt zwei –, das Bundesamt für Strahlenschutz 60 bis 80 Meter.

Manche Ökoinstitute fordern sogar 200 Meter. Und in Schweden sind für Kindergärten Abstände von 400 Metern vorgeschrieben! Weswegen? Malecha: Nicht nur wegen der Strahlen, sondern auch, weil Staubteilchen durch die Leitungen ionisiert werden. Wenn man diese einatmet, ist ein erhöhtes Krebsrisiko nicht auszuschließen. Dabei ist natürlich die Windrichtung entscheidend.

Bei dem Gebiet, um das es hier geht, könnte das im nördlichen Teil zu einem Problem werden. Im Ausschuss hat die Verwaltung darauf hingewiesen, die geltenden Regeln der Bauordnung einzuhalten. Malecha: Das stimmt, aber die Bauordnung ist nicht für den Schutz der Menschen, sondern für den Schutz der Leitungen gemacht. Zum Beispiel dürfen in dem Streifen keine Bäume gepflanzt werden, weil die Baumkronen die Leitungen gefährden könnten. 

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert