Burgmauer: Bis zum Jahresende soll die Sanierung beendet sein

Von: Beatrix Oprée
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Aufwendige Befestigungstechnik: Unter anderem werden rippenartig und in mehreren Lagen Querträger in der historischen Außenmauer und im Hang verankert und mit einer speziellen Zementmasse verklebt. Foto: Beatrix Oprée
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Bis zu neun Meter tief: Aus mehreren Teilen besteht der Bohrer, der in den Berg getrieben wird. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Bis zu neun Meter tief dreht sich der mächtige, aus mehreren Elementen zusammengesetzte Spiralbohrer ins Erdreich und den Fels. Insgesamt 120 Anker werden neuen Halt geben: Denn die Burg Rode soll eine stabile Festung bleiben.

Unverzüglich hatte die Stadtverwaltung gehandelt, als bei routinemäßigen Messungen im vergangenen Jahr Setzrisse in der jahrhundertealten Mauer offenbar wurden. Gefahr war nie im Verzug, wie die Verantwortlichen stets versicherten. Ein Prüfstatiker hatte alles in Augenschein genommen, als erste Sicherungsmaßnahme war im Burggarten entlang der Mauerkrone ein Graben ausgehoben worden – zur Entlastung. Bei dem historischen Bauwerk handelt es sich um eine Schwergewichtsmauer, die durch ihren Eigendruck Standfestigkeit gewinnt.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte es jedoch bauliche Veränderungen gegeben, die vielleicht eine Erklärung für die Risse und die leichte Verschiebung der Mauerkrone sind. Das Mauerwerk so weit wie möglich wieder homogen zu machen und fest im Berg zu verankern, ist daher das Ziel der Ende September begonnenen Sanierungsmaßnahmen, die im Zusammenspiel von städtischem Fachamt, dem Statikerbüro KKK aus Aachen, der Bodendenkmalpflege dem Bodengutachter und der ausführenden Weimarer Fachfirma entwickelt worden sind.

Noch in diesem Jahr könnten die Arbeiten beendet werden, erläutert Herzogenraths Technischer Beigeordnete Ragnar Migenda hoffnungsfroh – „falls das Wetter weiter mitspielt und nichts Unvorhergesehenes mehr im Boden gefunden wird“. Auch mit Blick auf die Kosten gibt sich Migenda zuversichtlich, ist fast sicher, dass der veranschlagte Rahmen von 650.000 Euro eingehalten werden kann.

Einen auch finanziell erheblichen Aufwand stellen allerdings die Kontrollmessungen dar, die teilweise täglich vorgenommen werden mussten. Im Vorfeld der Verankerungen waren der Burgmauerrücken mit einem Hochdruckreiniger gesäubert, alle Risse und Löcher beigemauert sowie das Ganze mit einer Spritzbetonschicht verfestigt worden. Es folgten 280 Verpressbohrungen, um Hohlräume und Risse im Inneren der Burgwand mit injiziertem Mauermörtel zu verfüllen. Die Burgkrone wurde schließlich mit Dichtungsschlämme versehen.

Und zurzeit werden die mächtigen Anker gesetzt. „Ganz bewusst haben wir mit den oberen Ankerlagen begonnen“, erklärt Ragnar Migenda. Sitzen diese fest, wird der Graben verfüllt, damit der Bagger bis an den Mauerrand fahren kann. Denn auch die tieferliegenden Anker sollen möglichst vom Burggarten aus eingesetzt werden, um die Besitzer der unterhalb gelegenen Gärten so wenig wie möglich zu belästigen. Ganz wird sich das allerdings nicht vermeiden lassen, die unterste Lage wird vom Fuß der Mauer aus installiert werden müssen. Das abschließende Säubern der Gärten respektive die Wiederherstellung ihres Ursprungszustands sind in der Bauablaufbeschreibung festgeschrieben. Ebenso wie die Wiederherstellung des Burgplateaus. So gibt es gute Chancen, dass die Einschränkungen für die Burgweihnacht nur noch gering sind. Und auch Schwedens Königin Silvia, die am 25. November mit der Buber-Plakette ausgezeichnet wird, soll auf der Bühne im Burggarten standesgemäß empfangen werden können.

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