Burgfest: Riesenandrang rund um Burg Rode

Von: mabie
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Vielfältiges Angebot: Im Schatten der gut besuchten Burg Rode zeigte Christel Königstein-Reichel ihre bunte Keramik-Kunst. Foto: Markus Bienwald
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Bildhauer Hein Merten ließ Steinbröckchen fliegen, als er eine Kugel aus dem Stein schälte. Foto: Markus Bienwald
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Bereits am Samstag war „Lagerfeuer“ zu erleben, eine der erfolgreichsten Partybands der Region. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Für Nadine Schwartz und Andreas Heine hatte der Samstagabend ein paar gemischte Gefühle in petto. Denn das Team vom Amt musste mit Bedauern mehr als 300 Menschen abweisen, die gerne noch zum Dämmerschoppen anlässlich des Burgfestes gekommen wären.

„Aus Sicherheitsgründen mussten wir dieses Mal die Besucherzahl auf 450 begrenzen“, sagt Andreas Heine. Die anstehenden, umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Burgmauer und die damit verbundene Absperrung einer großen Fläche vor der Bühne zwangen zu dieser Maßnahme. So war zum einen nicht genügend Platz für die Menschen da. Und zum anderen gab es durchaus Sicherheitsbedenken: Statisch konnte eigentlich nichts passieren, selbst wenn die 450 glücklichen Karteninhaber die ganze Zeit gehopst hätten. Doch in einem „Fall der Fälle“ hätten die Besucher geordnet abziehen müssen, auch deswegen gab es die Begrenzung.

Die galt natürlich nicht für die Musiker auf der großen Bühne. Denn die Öcher Band „Lagerfeuer“ brannte auf der Burgbühne ihr Programm der guten Laune ab. Und während noch das „He-Ho“ des Opener-Songs über den Burgberg hallte, nahmen ein paar enttäuschte Besucher den Weg zurück, um auf dem Ferdinand-Schmetz-Platz den anderen Musikangeboten des Burgfestes zu lauschen. „Ich hatte am Mittwoch schon keine Karten mehr im Vorverkauf“, berichtet Nadine Schwartz.

Trotz der notwendigen Zurückweisungen an der Abendkasse, ist der Mannschaft von der Stadtverwaltung ein breites Lächeln ins Gesicht geschrieben. Schließlich haben die Kulturbeauftragten es wieder geschafft, trotz eines jährlichen Kultur-Etats, der etwa um den Faktor zehn unter den mit 650.000 Euro im aktuellen Haushalt eingestellten Reparaturkosten für die Burgmauer liegt, beste Laune und Stimmung pur zu garantieren. „Es macht einfach Spaß beim ‚Lagerfeuer‘“, scherzt Nadine Schwartz und die Jungs gaben nachweislich ihr Bestes.

Das gilt natürlich auch für die Künstler, die sich am folgenden Sonntagvormittag vorwiegend am Fuß der Burg tummelten. Ein wenig abseits des allgemeinen Burgfest-Trubels rund ums Bockreiter-Zentrum und die Kleikstraße hat sich beispielsweise Christel Königstein-Reichel aus Kohlscheid niedergelassen. Sie mag kräftige Farben, steht auf Handarbeit und trennt sich eigentlich nur ungern von einem ihrer Kunstwerke. „Trotzdem will ich gerne zeigen, was ich kann, und freue mich natürlich darüber, wenn mir die Menschen ein Lob aussprechen oder auch etwas kaufen.“ Eine Frau aus Würselen entscheidet sich spontan für eine in Keramik ausgeführte rote Raupe. „Wo geht die jetzt hin?“, will die besorgte Künstlerin wissen. Und als sie als Antwort die Worte „unter einen schönen Baum“ bekommt, ist sie zufrieden. „Mir ist es wichtig, dass meine Kunst in gute Hände geht“, beteuert sie.

Den Kunstmarkt beim Burgfest nutzt sie gerne, denn so erreicht sie schnell und unkompliziert ein großes Publikum. Das findet auch Hein Merten, der nur ein paar Meter weiter eine Kugel aus dem Stein schält. „Ich weiß nie, wohin es geht“, erzählt er zwischen schweren Fäustelschlägen und fliegenden Gesteinsbröckchen. „Der Stein führt mich, denn er hat seinen eigenen Willen“, sagt Merten.

Der Niederländer aus Landgraaf ist gerne in Herzogenrath zu Gast, schließlich kann er beim Kunstmarkt sein Können unter die Leute bringen. „Ich gebe auch gerne Kurse“, sagt er über sein liebstes Hobby, wie er die Bildhauerei liebevoll nennt. Und er weiß genau: Wenn es der Stein zulässt, entwickelt sich hier eine schöne steinerne Kugel, die er später mit viel Geduld und Schleifpapier absolut rund und glatt poliert.

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