Herzogenrath - Burg Rode: „Vom Suchen und Finden“

Burg Rode: „Vom Suchen und Finden“

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Eröffneten die Ausstellung auf Burg Rode: (v.l.) Herbert Schmerz, Künstlerin Petra Klos, Reinhard Granz und Marianne Schmerz. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Die „eingeschworene Malabon-Familie“ begrüßte Reinhard Granz vom Kuratorium Burg Rode gerne, die seit vielen Jahren im November den Weg zur Vernissage auf die Burg findet. „Das zeigt die Wertschätzung, die man sowohl der Arbeit der Projektgruppe Malabon in den Slums von Manila als auch der Qualität der ausgestellten Bilder entgegenbringt“, würdigte Granz.

„Vom Suchen und Finden“ lautet der Titel der 34. Ausstellung „Künstler für Malabon“. Ein Titel, so der Organisator und Vorsitzende der Projektgruppe, Herbert Schmerz, der „zugleich Programm ist, nicht nur was die 112 gezeigten Arbeiten anbelangt, sondern auch ihr Zustandekommen.“

Im Internet sei er auf Petra Klos aufmerksam geworden. Er und der Aachener Galerist de Bernardi seien sofort von der Qualität der Arbeiten überzeugt gewesen. Nach Besuchen im Allgäu „war das Auto immer voll mit neuen Bildern, einige großformatige Leinwände, aber auch viele kleinere Arbeiten auf Papier. Wir konnten uns nicht satt sehen und noch weniger entscheiden“, schwärmte Schmerz.

Petra Klos, in Berlin geboren, ist in Marktoberdorf aufgewachsen. Schon seit ihrer Kindheit malt sie. Vor 20 Jahren kam die Wende: Ab sofort drehte sich alles um großformatige Leinwand und Acrylfarben. Klos begeisterte sich für den Expressionismus und das Informel, absolvierte ein Intensivstudium an der Europäischen Kunstakademie Trier, besuchte Malkurse und Lehrgänge und ist heute unter anderem Dozentin an bekannten Kunstakademien in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ihre Werke sind meist titellos, die Malabon-Arbeiten bilden eine Ausnahme, wie Schmerz erläutert: „Sie verdeutlichen ihre Herangehensweise an unsere Projekte, zunächst nur vage, auch in der Farbgebung wie bei Malabon I und II, dann immer kräftiger wie bei Zusammenhalt I und II, Innehalten, Verbindung, Brückenschlag sowie Hoffnung – ein roter Punkt im Dunkelbraun der Hütten und dem verseuchten Blau des Meeres der Hoffnungslosigkeit.“ Ihr Bild „Vom Suchen und Finden“ vermittele Begriffe wie Spurensuche, Gleichgewicht, Vielschichtigkeit, gehaltvolle Stille.

Eine impulsive Kraft wohnt ihren Arbeiten inne, ein Geflecht von Formen wird sichtbar. Man erkennt Klos‘ Spontaneität, vermisst trotz der „abstrakten Gestaltung“ weder Harmonie noch Kontrast, weder Struktur noch Ordnung – und das trotz aller Losgelöstheit vom „Althergebrachten“. Das hat ihr im In- und Ausland Anerkennung gebracht. Zwei ihrer Arbeiten hängen in der Neuen Pinakothek München.

Stets soll der Betrachter unabhängige Rückschlüsse ziehen. In Gesprächen mit Betrachtern betont die Künstlerin: „Mcht Euch doch bitte eure eigenen Gedanken.“ Noch ein Grund für den Ausstellungstitel vom „Suchen und Finden“.

Für Klos steht die Suche nach dem Verborgenen, dem Fremden, dem Dahinter im Vordergrund. „Meine Bilder sind für mich ein Ausschnitt aus einem größeren Ganzen ... Man könnte manche auch als eine auf wesentliche Symbole und Merkmale reduzierte Landschaftsmalerei mit weiten Horizonten beschreiben, Bilder, deren Schichtungen wirken wie eine Archäologie von Raum und Zeit.“

Bezeichnend auch ihre Arbeitsweise: „Nur wenn man Farben und Materialien in immer neuen Schichten aufträgt, abkratzt und wieder zerstört, kann Neues entstehen. Das Projekt Malabon ist für mich ein Beispiel, dass Menschen, die bereit sind, andere zu unterstützen, auch bereit sind, ihr gesamtes Leben darauf abzustimmen. Durch dieses Engagement wird das eigene Leben, aber auch das Leben der Menschen in Malabon beeinflusst, es wird etwas Neues geschaffen.“

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