Burg Rode: Dachgeschoss saniert und angepasst

Von: Beatrix Oprée
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Von außen kaum zu erkennen: Das Dachgeschoss von Burg Rode samt Türmchen ist entkernt worden. Foto: Beatrix Oprée
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Hausmeister Dirk Rombach legt bei den Sanierungsarbeiten fleißig und fachkundig mit Hand an. Foto: Beatrix Oprée
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Im Hof liegt der mühsam entsorgte Bauschutt für den Abtransport bereit. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Hausbesitzer wissen das: Am eigenen Heim gibt es irgendwo immer etwas zu reparieren, energetisch anzupassen oder gar zu sanieren. Auf ein mittelalterliches Gemäuer wie die Burg Rode trifft das wohl erst recht zu.

1104 erstmals urkundlich erwähnt, hat die charakteristische Feste hoch über der Stadt Herzogenrath schon viele Umbauten erlebt. Von 1913 bis 1978 diente die ehemalige Residenz der Herzöge von Limburg als Verwaltungssitz. Und ging 1982 schließlich in den Besitz des Vereins Burg Rode über. Dem obliegen seither alle baulichen Maßnahmen, die im Inneren des Gebäudes anfallen.

Zurzeit steht in Absprache mit dem Denkmalschutz das Dachgeschoss auf dem Sanierungsprogramm. Völlig entkernt präsentiert sich die rund 100 Quadratmeter große Hausmeisterwohnung, in der der Inhaber fleißig selbst Hand anlegt. Im weißen Einweg-Overall und mit Mundschutz entfernt Dirk Rombach die alte Dämmwolle und legt sorgfältig das Dachgebälk frei.

„Fass ohne Boden“

„Wir waren gezwungen, etwas zu unternehmen“, sagt Wolfgang Schmitz, Vorsitzender des Kuratoriums Burg Rode. „Energetisch war das Ganze hier – mit Stromheizung – ein Fass ohne Boden.“ Sogar aus den Steckdosen habe es gezogen. „Und die Vorhänge haben sich im Luftzug bewegt“, ergänzt Dirk Rombach. Eine gute Nachricht jedoch gab es: Der Dachstuhl der Burg ist noch in gutem Zustand, „da haben wir keine Überraschungen erlebt“, zeigt sich Wolfgang Schmitz erleichtert.

Jede Menge Bauschutt ist bei den Entkernungsarbeiten angefallen. Der allerdings nicht so einfach mal in Container gekippt werden konnte. Denn das lässt die Lage hoch oben auf dem Fels nicht zu. Vielmehr musste der Schutt Eimer für Eimer an einer Kordel aus dem Fenster in den Burghof herabgelassen und dort in spezielle reißfeste Tragetaschen, sogenannte Big Packs, umgefüllt werden. Unzählige davon liegen nun neben der Eingangstreppe und warten auf den Kran, der dieser Tage auf dem kleinen Parkplatz unterhalb der Burg an der Kleikstraße aufgebaut wird, um sie Stück für Stück vom Berg herabzuheben.

Ein aufwendiges und entsprechend teures Verfahren. Das aber um immerhin 4000 Euro preiswerter ausfällt, weil viele Vereinsmitglieder beim Befüllen der Big Packs mit angepackt haben, wie Wolfgang Schmitz dankbar berichtet. „Auch zwei Flüchtlinge haben tatkräftig mitgeholfen, die derzeit bei Vereinsmitgliedern privat untergebracht sind.“ Zum Dank soll es im Sommer für die ganze Mannschaft ein Barbecue geben.

Vor Jahrzehnten allerdings, als das Dachgeschoss zuletzt umgebaut wurde, hatten Bauherren respektive Handwerker ganz andere Methoden der Abfallentsorgung, wie sich jetzt herausstellte: Diverse, hinter Trockenbauwänden verborgene Winkel waren bis oben hin mit abgesägten Stellwandprofilen, Rigipsresten und Verpackungsmüll vollgestopft. „Seinerzeit hat man es sich offenbar einfach gemacht“, schmunzelt Wolfgang Schmitz und ist stolz auf das einsatzstarke Kuratorium.

Logistische Hilfe

Heutzutage müssen die Dämmmaterialien separat entsorgt werden. Hier leistet der Fachbereich Bau und Betrieb der Stadtverwaltung logistische Hilfe, wie Schmitz ebenfalls dankend darlegt. Auch Stoffe wie Holz und Metalle werden abgeholt und zum Wertstoffhof gebracht.

Bis April sollen diese „schmutzigen“ Arbeiten über die Bühne, der Burghof und die öffentlichen Räume wieder präsentabel sein. Denn dann beginnt die Burgsaison, startet das kleine, aber feine Kulturprogramm. Zudem kann im historischen Ambiente geheiratet werden und stehen die Räume für allerlei private Festivitäten zur Verfügung. Diese Vermietungen sind mittlerweile eine gute Einnahmequelle geworden, die den kostenträchtigen Unterhalt der Burg wirkungsvoll erleichtert.

An den Wochenenden und Feiertagen vom 1. Mai bis 31. Oktober gibt es auch wieder Kaffee und Kuchen – wetterabhängig und erkennbar an der gehissten Burg-Café-Flagge.

Ganz oben unter dem Dach können derweil die Ausbauarbeiten in aller Ruhe weiterlaufen. Denn da ist noch jede Menge zu tun. Die komplette Dämmung wird erneuert, und wo nötig werden auch die Butzenscheiben mit Thermopaneglas versehen. Trockenbauwände gilt es neu aufzubauen, dazu gibt es zeitgemäße sanitäre Anlagen, und auch die Elektroleitungen werden neu verlegt, erklärt Wolfgang Schmitz.

Dirk Rombach, gelernter Dachdecker, werkelt unterdessen schon munter weiter. „Seine handwerklichen Fähigkeiten kommen uns hier natürlich zugute“, lobt der Kuratoriumsvorsitzende.

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