Herzogenrath - Burg bekommt zu Weihnachten ein Korsett

Burg bekommt zu Weihnachten ein Korsett

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
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Die Hinweisschilder sind nicht neu, eine Gefahr besteht nach Aussage der Stadt auch nicht: Dennoch wird die Mauer von Burg Rode einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Es ist keine Gefahr im Verzug“: Das schickte der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda vorweg, als er im Rat über den Sachstand in Sachen Burgmauer informierte. Dennoch bestehe „zusätzlicher Handlungsbedarf“, wie Migenda es formulierte.

Auch mit Blick auf die anstehende, zur schönen Tradition gewachsene Burgweihnacht auf Burg Rode, wird die Stadt in den kommenden Wochen ein Plus an Absicherung für die Mauer einbauen.

Untersucht und begutachtet

Rückblende: Bei routinemäßigen Messungen an den zur Euregionale 2008 angelegten Messpunkten im Burgumfeld war aufgefallen, dass sich die Mauerkrone im Burggarten leicht verschoben hat. 30 Millimeter misst die Verschiebung im Maximum, ein Wert, der Entlastung für die Burgmauer erforderte. So wurde Ende September ein breiter Graben ausgehoben, um den unmittelbaren Druck von der Mauer zu nehmen. Dadurch konnte auch die üblicherweise verborgene Mauerrückseite eingehend untersucht und begutachtet werden und auch das Fundament der Mauer wurde begutachtet.

In Zusammenarbeit mit externen Statikern wurde schließlich eine Sofortmaßnahme entwickelt. In den kommenden drei Wochen werden fünf bis sechs Fundamente entlang der Mauer ausgehoben, in die dann fachmännisch gezimmerte Holzabstützungen eingesetzt werden. So bekommt die Burgmauer zu Weihnachten noch ein Korsett geschenkt, könnten Betrachter nun meinen. Mit diesen Arbeiten ist es aber noch nicht getan, wie Ragnar Migenda auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte.

„Die Stabilisierungsmaßnahmen sind nur ein Teil der Arbeiten“, betonte er, „eine nachhaltige Sanierung wird im Frühjahr erfolgen.“ Das könnte beispielsweise bedeuten, dass zusätzliche, so genannte Unterfangungsarbeiten zur Abstützung am Fundament oder rückwärtige Verstrebungen für die Mauer nötig werden könnten. Mit den Anliegern und den Grundstückseigentümern um die Burg herum herrscht bereits ein Konsens darüber, dass die akuten Maßnahmen notwendig sind.

„In einem gemeinsamen Treffen wurden die Maßnahmen besprochen“, so Migenda. Was die Kosten der gesamten Maßnahme betrifft, konnte er noch keine genauen Angaben machen: „Zu sagen, was es in Zukunft kosten wird, wäre jetzt reine Kaffeesatz-Leserei“, schloss er.

Eine Plichtaufgabe

Anfang Oktober hatte er auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, „die Größenordnung könnte in den ausschreibungspflichtigen Bereich kommen“. Will heißen: Ausgaben in Höhe von mehreren 10.000 Euro bahnen sich an. Einige Arbeiten sind mit städtischen Kräften erledigt worden, einige Arbeiten von einem Unternehmen.

Dass das die knapp bemessene Haushaltskasse belaste, wisse er auch, dennoch handele es sich dabei um eine Pflichtaufgabe, die unumgänglich sei. „Für die Stadt ist es genauso unangenehm, weil wir das Geld gerne für andere Sachen ausgeben würden“, betonte Migenda.

Fest steht nur, dass alles in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz stattfindet und am Ende eine anlässlich der Euregionalen 2008 festgeschriebene Nutzung des Burggartens wieder angestrebt wird.

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