Bunter Melodienstrauß kommt bei Zuhörern sehr gut an

Von: ehg
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Musikalischer Frühschoppen: Der Männergesangverein Liederkranz unter Leitung Chordirektor Ando Gouders begeistert die Zuhörer. Foto: Sevenich

Würselen. Unter dem souveränen Dirigat des sympathischen niederländischen Chordirektors Ando Gouders band der Männergesangverein „Liederkranz“ auf seinem musikalischen Frühschoppen in der komplett besetzten Aula an der Klosterstraße einen bunten Melodienstrauß.

„Wir freuen uns sehr, dass Sie wiederum in so großer Zahl unserer Einladung gefolgt sind“, begrüßte Vize-Vorsitzender Ingo Kroker für den erkrankten Vorsitzenden Jürgen Stockem die große Gästeschar mit Bürgermeister Arno Nelles an der Spitze. Beste Genesungsgrüße übermittelte er nicht nur „seinem“ Vorsitzenden, sondern auch den erkrankten Sängern Karl-Heinz Kohnen und Harold Vengust. Kroker führte im charmanten Plauderton durch das vielseitige Programm.

Eine erste romantische Kostprobe seines Leistungsvermögens lieferte der harmonische Klangkörper mit „Lied in den Rosen“ von Paul Zoll ab. Heiter und beschwingt folgte „Ich ging in einer Nacht“ von B. Weber. Anschließend schwärmte der Meisterchor von dem „Mädchen mit den blauen Augen“ von Quirin Rische. Genehmigte sich aber auch einen guten Tropfen „Timokwein“ nach dem Geschmack von Kurt Lissmann.

Anhaltender Beifall war nach jeder Darbietung der Lohn für die bei den Proben investierten Mühen. Folkloristisch ging im zweiten Block des Programms tierisch gut mit „Pferde zu vieren traben“, ebenfalls von Paul Zoll, die Post ab. „Spanische Nächte“ nach dem Geschmack von E. Fischer ließen die Herzen der Zuhörer höher schlagen.

Köstlich amüsierten sie sich bei „Zabe“, einem Froschkonzert, des kroatischen Komponisten Vinco Vodopivec in der Originalsprache. War das ein munteres Gequake, als die Frösche Hochzeit feierten. Schließlich machte sich der gut aufgestellte Chor mit dem spritzigen Lied „O Pepita“ auf die Suche nach der richtigen Pepita.

Der „rote Teppich“ war stimmungsmäßig ausgerollt für den niederländischen Kabarettisten, Pianisten und Entertainer Robert Kreis, das Unikum von Berlin. Er ließ sowohl sprachlich als auch in Mimik und Gestik die 1920er Jahre mit ihrer einzigartigen Form der leichten Unterhaltung aufleben.

Und fegte in seiner schwungvollen Ein-Mann-Show den Staub von den Tasten, wobei er immer wieder mit Witz und Humor die Brücke zu den „Größen“ unserer Tage schlug. In den Texten, Couplets und rasanten Wortspielereien zeigten sich die 1920er von ihrer frischsten, frechsten und bisweilen auch frivolsten Seite.

Dabei pendelte Kreis, der als einer der Väter der in den 1980er Jahren aufgekommenen 20er-Jahre-Retrowelle gilt, zwischen dekadentem Amüsement und Galgenhumor, bei dem nicht nur ihm die Lacher im Halse stecken blieben. Elegant und mit unnachahmlicher Mimik „kreiselte“ er lustvoll ebenso sicher über das damalige Parkett wie über das heutige Laminat, weit entfernt von der üblichen Unterhaltung unserer Tage.

Das Zwerchfell der Besucher wurde gehörig strapaziert. Keine Frage: Der „Kranz“ hatte mit Robert Kreis einen regelrechten Coup gelandet, der dem Frühschoppen seinen unterhaltsamen Stempel aufdrückte. Am Klavier begleitet von Theo Palm knüpften die Sänger dort mit ihren beschwingten Liedern an, wo sie vor der Pause aufgehört hatten.

Zunächst erklang „Blauer Mond“ aus der Feder von Wilhelm Heindrichs. Köstlich garnierten sie den „Speisezettel“ von C. Zöllner. In ein anderes Genre wechselte Ando Gouders mit seinem Chor bei „The Lion sleeps tonight“. Afrika ließ grüßen! Dann ein bezaubernder Abstecher mit Robert Stolz in die Metropole an der Donau: „Jung san ma“ und „Gibt´s in Wien a Hetz an Tanzerei“.

Das Glas erhoben die Sänger mit dem bekannten voluminösen Gesang aus der Oper „Ernani“ von Guiseppe Verdi. Gewaltig hatte das Prost durch den Saal! Mit dem „Fliegermarsch“ von Hermann Dostal setzten sie einen rasanten Schlusspunkt. Zugaben waren Ehrensache. Bleibt noch anzumerken, dass alle Stücke frei vom Blatt auswendig vorgetragen wurden.

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