Würselen - Bundeswettbewerb: Schüler punkten mit Solarflitzer „Hermi”

Bundeswettbewerb: Schüler punkten mit Solarflitzer „Hermi”

Von: Elena Stiebler
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Ein Flitzer mit viel Sonnenkra
Ein Flitzer mit viel Sonnenkraft: Tiziano Carapezza (l.) und Leon Bischhaus präsentieren ihr Solarmobil „Hermi 3.20”.

Würselen. Für ein selbst gebautes Solarmobil ist „Hermi 3.20” ganz schön flott: Zehn Meter schafft das Gefährt in 3,6 Sekunden. Tiziano Carapezza und Leon Bischhaus haben es mit ihrem Fahrzeug bis in den Endausscheid des Wettbewerbs „SolarMobil Deutschland” in Chemnitz geschafft.

Für die Schüler des städtischen Gymnasiums ist das ein Riesenerfolg. „Bei diesem Wettbewerb ging es darum, ein Auto zu entwickeln, das mit Solarzellen betrieben wird und möglichst viel Leistung bei möglichst wenig Gewicht hat,” sagt Tiziano. Vorgabe im Wettbewerb: Die Fahrzeuge durften maximal 20 cm breit, 40 cm lang und 30 cm hoch sein - und wer damit eine zehn Meter lange Strecke als schnellster passiert, gewinnt.

Tiziano: „Dabei ist es wichtig, dass die Beschleunigung möglichst hoch ist, denn auf diese kurze Distanz kann die volle Power der Solarzellen nicht erreicht werden.” Sein Vater hatte ihn auf die Teilnahme gebracht. Der ist Ingenieur und hatte in einer Fachzeitschrift vom Wettbewerb gelesen. In Leon Bischhaus fand er rasch einen Mitstreiter, denn nur Teams konnten antreten.

Die beiden Achtklässler bestellten zunächst einen Bausatz, um erste Experimente zu machen. Übung musste sein, „denn das Mobil musste nicht nur gerade aus fahren, sondern am Ende der Bahn auch umkehren. Durch den Rückschlag an einer Wand musste eine Schaltung aktiviert werden, so dass es auch rückwärts läuft,” sagt der elfjährige Tiziano. „Man konnte das Fahrzeug auch an der Wand manuell umdrehen, doch das hätte zu viel Zeit gekostet.”

Gemeinsam mit seinem Vater Domenico Carapezza und dem 13-jährigen Leon machte er sich auf den Weg nach Chemnitz. Der ganze Kofferraum war voll mit Werkzeug, auch eine Löt-Station wurde eingepackt.

Aus ganz Deutschland waren 60 Teams angereist. „Einige sind schon seit über zehn Jahren dabei, oftmals sind es auch Schülergruppen, die von Lehrern betreut werden. Da ist die Konkurrenz groß”, sagt Domenico Carapezza.

Im Wettbewerb traten immer drei Mobile gegeneinander an. Dabei gab es jeweils drei Runden, sodass jeder einmal auf jeder Bahn fahren musste. Die Summe der Ergebnisse war dann ausschlaggebend. Auch das Wissen wurde geprüft. „Wir haben Plakate gemacht und uns auf einen kleinen Vortrag vorbereitet”, sagt Domenico Carapezza.

Tiziano und Leon hatten ihrem Team den Namen „ZeptoNRG” gegeben. „Zepto ist die zweitkleinste Längeneinheit die es gibt,” sagt Tizinao, und „NRG” steht für das italienische Wort „Energi”. „Damit möchten wir sagen, dass man auch aus kleiner Energie viel machen kann.” Der Name des Mobils hat es auch in sich: „Hermi 3.20”. Die Zahl steht für die Anordnung der Solarmodule: Drei Module mit jeweils 20 Solarzellen. Und Hermi hieß ein Nachbar von Tiziano, der vor einiger Zeit gestorben ist. „Zum Andenken an ihn und zum Dank, dass wir sein Werkzeug benutzen durften, haben wir unser Auto nach ihm benannt.”

Ein neuer Anlauf

Das Gefährt wurde während der Sommerferien auf der Straße getestet, Einzelheiten wurden immer wieder überarbeitet und verbessert. „Und selbst während der Probefahrt vor dem Wettkampf mussten wir noch einige Änderungen vornehmen”, erinnert sich Tiziano. „Das Mobil fährt beim Wettkampf in einer Führungsschiene und wir hatten Sicherheitsnadeln aufgebogen und als Leiter, der in der Schiene laufen sollte am Auto befestigt. Leider mussten wir dann feststellen, dass unser Mobil beim Probelauf ständig in der Schiene hängen blieb, also haben wir bei den anderen geschaut, und so bin ich auf die Idee gekommen und habe schnell noch Kugellager an den Leit-Dorn gelötet.” Tiziano erzählt voller Begeisterung von den Rennen und den anderen Mobilen.

Auch ein Achsbruch hielt das Duo im Endausscheid nicht auf. Am Ende sprang der zehnte Platz heraus. Ganz viel Wissen gab es obendrein. Sicher Grund genug für einen erneuten Versuch im kommenden Jahr.
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