Würselen - Bundeskongress der Frauenbüros: Frauen zeigen Missstände auf

Bundeskongress der Frauenbüros: Frauen zeigen Missstände auf

Letzte Aktualisierung:
10956628.jpg
Ulrike Lange Wiemer (v.l.n.r.), StädteRegion Aachen, Roswitha Damen, Stadt Aachen, Birgit Kuballa, Stadt Herzogenrath, Bettina Eil, Kreis Euskirchen, Silke Tamm-Kanj, Stadt Würselen, Mandy Geithner-Simbine, Stadt Jülich.

Würselen. Die 23. Bundeskonferenz kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen in Rostock, an der auch die Würselener Gleichstellungsbeauftragte Silke Tam-Kanj teilnahm, ist erfolgreich zu Ende gegangen. Themen waren: „Flüchtlingsfrauen brauchen besondere Unterstützung“, „Freigewordene Bundesmittel für Kitaausbau“ und „Bessere Rahmenbedingungen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte“.

Diesen Forderungen schloss sich nach der Teilnahme neben Silke Tamm-Kanj auch Birgit Kuballa von der Stadt Herzogenrath an.

Frauen und Mädchen, die in vielen Ländern als Teil der Kriegsführung vergewaltigt und auch auf der Flucht häufig Opfer sexueller Gewalt worden waren, brauchen in Deutschland besondere Hilfesysteme, um die erlebten Traumata zu bewältigen, war eine Erkenntnis der Tagung.

Sie brauchen Schutz vor Gewalt und vor sexuellen Übergriffen in Gemeinschaftsunterkünften und sie brauchen Bildungsangebote, die unter anderem berücksichtigen, dass viele von ihnen nicht lesen und schreiben können. Und sie brauchen niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsversorgung.

Dazu sagte Bundesministerin Manuela Schwesig vor den mehr als 350 Gleichstellungsbeauftragten: „Ich schätze die Arbeit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sehr. Ohne Sie wäre vieles nicht möglich. Ich begrüße es sehr, dass Sie sich vor Ort dafür stark machen, dass auf die Bedürfnisse dieser Frauen so gut es geht Rücksicht genommen wird. Dazu gehört eine angemessene Unterbringung ebenso wie der Zugang zu speziellen Beratungsangeboten.“

Silke Tamm-Kanj forderte daher qualifiziertes Personal und Bundesmittel speziell für die Unterstützung von geflüchteten Frauen und Mädchen.

Die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld müssen in den Ausbau der Kindertagesstätten fließen, war eine weitere Forderung. „Fehlende Kinderbetreuung führt dazu, dass vor allem Mütter beruflich zurückstecken. Die Folgen sind Fachkräftemangel, schlecht bezahlte Minijobs, niedrige Renten, Altersarmut. Das kann nur durch mehr Kitaplätze und eine gerechtere Arbeitsteilung zwischen Männer und Frauen verhindert werden“, so Birgit Kuballa.

Auch hier gab es Unterstützung von Manuela Schwesig: „Es gibt mittlerweile viele Männer, die als Väter sagen: Auch ich will Zeit mit meiner Familie verbringen. Wenn die Zeit für Familienaufgaben fairer verteilt ist, dann wird auch endlich die Arbeitszeit fairer verteilt. Dann kommen die Frauen aus der Mini-Teilzeitfalle und haben berufliche Perspektiven und bessere Einkommenschancen.“

Nur wenige Arbeitgeber hätten bisher auf die Forderung von Vätern nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf reagiert. Es bedarf daher neuer geschlechtergerechte Arbeitszeitmodelle, wie zum Beispiel das der Familienzeit (30 Stunden pro Woche), die Bundesministerin Schwesig vorgeschlagen hat.

Die Gleichberechtigung bliebe immer noch auf der Strecke: Frauen fehlten in Führungsetagen, im Stadtrat und auf Bürgermeistersesseln. Mütter hätten schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Väter. 39 Prozent der Alleinerziehenden und ihre Kinder seien von Armut bedroht.

Außerdem stellte Schwesig fest: „Ich ärgere mich oft, dass die Arbeit, die die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten machen, gar nicht so wertgeschätzt wird, wie es eigentlich sein müsste.“ Laut Kongress manifestiere sich dies auch im Budget und zur Verfügung stehendem Personal.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert