Bürgerversammlung: Klare Mehrheit für „Cross on top”

Von: tv
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Schlusspunkt: Bürgermeister Christoph von den Driesch (r.) zeigte sich bei der Informationsversammlung zuversichtlich, bald eine Entscheidung des Stadtrates im Sinne der Bürger verkünden zu können. Foto: Vogel

Herzogenrath. Viel ist in den letzten Wochen zum „Cross on top” - dem Vorhaben, ein Kreuz auf Merksteins Abraumhalde zu installieren - gesagt worden. Nun war die Bevölkerung dran. Um ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Meinung zum Projekt deutlich zu machen, fand jetzt eine Bürgerversammlung statt.

Rund 250 Bürger waren im Auditorium der Europaschule in Merkstein zusammengekommen. Dabei sollte Bürgermeister Christoph von den Driesch etwas Zählbares mit auf den Weg in den Stadtrat bekommen, der über das Symbol auf der Bergehalde entscheidet.

Die Ansichten zum Thema ließen sich in zwei Lager aufteilen: die Einen waren dafür, die Anderen dagegen, das Kreuz zu installieren. Weniger bequem wollten sich die Motive und Argumente der Menschen in Schubladen stecken lassen, denn die waren extrem vielfältig. Ebenso wie das Publikum: von der Religionslehrerin, über ehemalige Kumpel bis hin zu Merksteiner Jugendlichen war ein breites Spektrum vertreten.

Nachdem Kaplan Marc Zimmermann das Vorhaben beschrieben hatte, gab Moderatorin Andrea Thomas die Diskussionsrunde frei. Was ist die rechtliche Grundlage für das Kreuz auf der Halde? Warum kommt es nicht ganz nach Oben auf den Gipfel? Fragen zum Projekt bildeten eine Art Aufwärmphase, bevor die Behauptung, das Thema spalte die ganze Merksteiner Bevölkerung, das erste Mal für „Stimmung” im Saal sorgte. Denn damit war die Mehrheit, so deutete das aufgeregte Gemurmel an, überhaupt nicht einverstanden.

Wichtiges Symbol

Viele Bürger meldeten sich zu Wort, um zu erzählen, welche Bedeutung das Kreuz in ihrem Leben gespielt hat. Väter und Mütter standen auf, erklärten, wie schwer es sei Kindern in der heutigen Zeit Religion zu vermitteln, sichtbare Wahrzeichen spielten eine große Rolle dabei. „Papa, was bedeutet das große Kreuz da oben auf dem Berg?” - um über solche Fragen mit seinen Kindern ins Gespräch zu kommen, müsse das Kreuz erst einmal da stehen, sagte ein Vater.

Auch der Hinweis erfolgte, zwischen „Kull und Kirche” bestehe in vielen Familien Merksteins eine starke Verbindung. Wenn die Kumpel von damals heute noch lebten, würden die in erster Reihe stehen um für das Kreuz zu stimmen, lautete die Ansicht eines Besuchers. Ein ehemaliger Merksteiner Kumpel sah das jedoch ganz anders. Er habe nie gebetet vor oder nach dem Einfahren, auch viele seiner Kollegen seien keine gläubigen Christen gewesen. „Mir war es egal, ob die Kumpel neben mir Muslim, Buddhist, Atheist oder sonst was waren”, sagte er.

Auch ein anderer ehemaliger Bergmann stellte richtig, dass der christliche Glaube nach seinem Erleben in der Zunft nie eine so große Rolle gespielt habe, wie in der Diskussion um das Kreuz weisgemacht werden solle. Eine ehemalige Lehrerin ließ verlauten, sie lehne das Projekt ab, weil das Kreuz nicht in die Öffentlichkeit gehöre. Um Religion zu vermitteln, seien die Kirchen da. Der Abend lief insgesamt sehr aggressionsfrei ab, oft wurde auf die Toleranz aller Meinungen hingewiesen.

Das Abstimmungsergebnis des Abends: Von 250 abgegebenen Stimmen entfielen bei vier Enthaltungen 18 Stimmen auf „Kontra” und 228 Stimmen auf „Pro”. Ein klarer Auftrag für den Rat.
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